Hamburger Hundegesetz – Senat zieht nach 6 Jahren eine positive Bilanz

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 29.08.2012 um 09:30 Uhr, 1 Kommentar

Sechs Jahre nach Einführung des Hamburger Hundegesetzes hat der Senat eine positive Bilanz gezogen. Zwar habe es im vergangenen Jahr noch 260 Beißvorfälle gegeben. Doch dies sei „ein signifikanter Rückgang“ gegenüber 446 Beißvorfällen im Jahr 2005, vor Inkrafttreten des Hundegesetzes, teilte die Gesundheitsbehörde gestern mit. Insgesamt seien im Hunderegister der Stadt über 55 000 Hunde registriert.

Das Hundegesetz war am 1. April 2006 in Kraft getreten. Seitdem gibt es in Hamburg die allgemeine Anleinpflicht. Festgelegt wurde, welche Rassen als „gefährliche Hunde“ gelten und welche besonderen Vorschriften bei ihnen zu beachten sind. So müssen beispielsweise Rottweiler mit Maulkorb und Leine geführt werden. Freistellungen sind möglich, wenn der Hund einen Wesenstest bestanden hat.

In den Bezirken wurden Freilaufflächen für Hunde angelegt. Seit 2007 sind alle Hundebesitzer verpflichtet, für ihr Tier eine Haftpflichtversicherung – Angebote gibt es: HIER – abzuschließen.

Zudem müssen sie ihren Hund mit einem Mikrochip fälschungssicher kennzeichnen lassen. In einigen Fällen seien diese Mikrochips ohne Genehmigung der Behörde entfernt oder ausgetauscht wurden, um beispielsweise illegale Hundehaltungen zu vertuschen.

Dies soll zukünftig strafrechtlich verfolgt werden. Insgesamt hätten die allgemeinen und die Vorschriften für mehr Schutz der Bevölkerung gesorgt, hieß es weiter. Die meisten Beißvorfälle wurden 2011 mit 45 Fällen bei Mischlingen registriert, die auch im Hunderegister die Mehrheit stellen.

Quelle: wedel-schulauer-tageblatt.de

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  • von B.B.
  • 05. September, 2012

Gefährliche Hunde in Hamburg?

von Burkhard Bernheim

Evaluierung des Hamburger Hundegesetzes 2012

Evaluierung des Hamburger Hundegesetzes 2012 Aus den Hamburger Beißstatistiken geht hervor, dass in den Jahren von 2008-2011 am häufigsten Menschen und Hunde durch Beißvorfälle, von Golden Retrievern, Mischlingen und Schäferhunden verletzt worden sind. Die in Hamburg registrierten Bullterrier fallen alle unter die alte Verordnung und dürfen dementsprechend ohne Maulkorb geführt werden.

Diese Hunde sind im gleichen Zeitraum in keinen Beißvorfall verwickelt gewesen. Trotzdem ist der Bullterrier in Hamburg mittlerweile auf der Rasseliste der unwiderlegbar gefährlichen Hunde. Was bedeutet, dass alle neu angemeldeten Bullterrier, auch nach einem bestandenen Wesenstest, nur mit Maulkorb geführt werden dürfen und für diese Hunde eine Halter_innen Genehmigung zu bekommen, fast unmöglich ist. Der bedauerliche Vorfall im Jahr 2000 in Wilhelmsburg wird regelmäßig von den Medien für den Erhalt der Rasselisten als Totschlagargument missbraucht. Wenige Monate später wurde in Lutzhorn (Kreis Pinneberg), ein 13-jähriges Mädchen von einem Deutschen Schäferhund zerfleischt. Der Hund wurde mutmaßlich von Privatpersonen im Schutzdienst ausgebildet.

Diese tödliche Beißattacke, ist von den Medien kaum beachtet worden und Konsequenzen wurden vonseiten der Politik nicht gezogen. In Niedersachsen wurde kürzlich ein Hundegesetz, ohne Rasselisten verabschiedet. Keine der Parteien sprach sich für Rasselisten aus. Die Politiker_innen in Niedersachsen sind nach Beratungen, Anhörungen und Gesprächen mit Vereinen, Verbänden und Sachverständigen aus der Tierforschung, sowie Tierärzten, zu der Erkenntnis gekommen, dass die Rasselisten nicht sinnvoll und zweckmäßig sind.

Dass insbesondere auch kleine Hunde, gerade für Kinder sehr gefährlich werden können, haben Vorfälle immer wieder belegt. Professor Dr. Hackbarth (Tierschutz und Verhaltensforschung), sagte in der Anhörung am 25. Februar. Zitat: „Die Gefährlichkeit eines Hundes hängt nicht von der Rasse ab. Wer heutzutage eine Rasseliste fordert, handelt wider wissenschaftliche Erkenntnis.“ Es wurde darauf hingewiesen, dass es in vielen Bundesländern, heute noch Rasselisten gibt. Das diese Rasselisten nach dem Urteil auf Bundesebene nicht mehr zulässig sind und viele Klagen gegen diese Hunderasselisten anhängig sind.

Nach Meinung vieler Experten gilt das niedersächsische als das modernstes Hundegesetz Deutschlands. Davon sollte eine Signalwirkung an andere Bundesländer ausgehen, um sich daran orientieren zu können. Mit Spannung ist die Evaluierung des Hamburger Hundegesetzes in diesem Jahr zu erwarten. Wird die Mehrheit der Parteien (Politiker/innen) an den Hunderasselisten festhalten oder dem Beispiel aus Niedersachsen folgen? Von den in der Hamburger Bürgerschaft vertretenen Parteien, lehnt bisher lediglich „Die Linke“, die Rasselisten aus guten Gründen ab.

Sollte der Gesetzgeber in Hamburg weiterhin an den Rasselisten im Hundegesetz festhalten, stellen sich folgende Fragen: In den wissenschaftlichen Erkenntnissen (Studien, Gutachten usw.) und der juristischen Einschätzung von Fachleuten, in Bezug auf den Verzicht von Rasselisten in Niedersachsen. Setzt sich die Auffassung durch, dass es keine Unterschiede diesbezüglich gibt, wie können dann die Politiker_innen in der Hamburgischen Bürgerschaft die Rasselisten aufrechterhalten?

Es scheint vor der Evaluierung des neuen Hamburger Hundegesetzes ein großer Informationsbedarf zu bestehen, um diese Fragen sachgerecht klären zu können, damit es zukünftig auch in Hamburg, ein entsprechendes, wissenschaftlich-fundiertes Hundegesetz geben wird.

Quelle: http://www.scharf-links.de/114.0.html?&tx_ttnews%5Btt_news%5D=27174&tx_ttnews%5BbackPid%5D=

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