Grausam: Viele Hundehalter lassen täglich ihre Tiere von Fremden vergiften!

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 09.01.2015 um 11:37 Uhr, 14 Kommentare

Medikamente für Tiere

Wenn unter Hundehaltern die Worte „Vergiftung & Hund“ fallen, denn bringen wir in der Regel damit sofort einen vorsätzlich ausgelegten Giftköder oder einen Hundehasser in Verbindung. Nur die wenigsten von uns wissen scheinbar, dass mehr als 90% der Vergiftungen bei Hunden in den eigenen 4 Wänden auftreten.

Auf eine ganze andere Problematik hat jetzt jedoch Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit in einem Artikel aufmerksam gemacht, seiner Meinung nach vergiften viele von Hundehalter aus Geiz ihre Hunde selbst und zwar mit Hilfe einer Anleitung aus dem Internet! Hört sich schon sehr provokant an, oder?

Im Prinzip geht es um die eine Frage, die sich jeder schon einmal gestellt hat:

Warum muss der Tierarzt mir eigentlich immer das teure Medikament fürs Tier verticken? Das für’n Mensch geht doch bestimmt auch.

Der bekannte Tierarzt erklärt dazu, dass er nach der so genannten Kaskadenregel gesetzlich verpflichtet ist, nur Medikamente zu verschreiben, die für eine spezielle Tierart (wie z.B. Hunde) und für ein ganz bestimmtes Organsystem (wie z.B. Herz-Kreislauf) zugelassen sind. Sollte kein Medikament für die zu behandelnde Tierart verfügbar sein, dann muss er unter Berücksichtigung des Risikos prüfen, ob es ggf. möglich ist ein Medikament zu verschreiben, dass für eine andere Tierart (wie z.B. Katze) zugelassen und verfügbar ist.

Erst wenn für keine Tierart ein entsprechend zugelassenes Medikament verfügbar ist, darf der Tierarzt euch ein Präparat aus der Humanmedizin verschreiben. Andernfalls würde er sich sogar strafbar machen!

Viele Hundehalter gehen jedoch vermehrt dazu über sich „ganz besonders kluge Ratschläge“ in diversen Gruppen, Foren oder auf speziellen Facebook-Seiten zu holen, denn dort liest man schon fast täglich, dass sämtliche Präparate vom Mensch oder von anderen Tierarten auch problemlos auf das eigene Tier angewendet werden können – schließlich hätte es bei beim jeweiligen Verfasser auch „funktioniert“.

Hier ist jedoch absolute Vorsicht geboten, denn die Einsicht kommt oftmals viel zu Spät:

Es tut mir so leid. Dabei wollte ich ihm doch nicht schaden sondern bloß helfen und dabei noch ein bisschen Geld sparen. Die Tipps und Dosierungen aus dem Forum klangen doch alle so sicher und ungefährlich.

Wir können daher von dieser Art des Selbstmedikation nur dringend abraten, selbst wenn es heute bereits kinderleicht möglich ist, viele rezeptpflichtige Antibiotika oder Antiparasitika oftmals illegal im im Internet zu bestellen, kennt kaum jemand die möglichen Risiken dieser Präparate oder habt Ihr schon gewusst, dass einige Mittel tödliche Wirkstoffe für viele Collies und deren Verwandten beinhalten?

Die App konnte im App Store nicht gefunden werden. 🙁 #wpappbox

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Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

14 Reaktionen

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  • von Alexandra
  • 09. Januar, 2015

Ich verstehe solche Hundehalter nicht!!!!
Sicher gibt es einige Wirkstoffe die sowohl in der Human als auch in der Veterinärmedizin vorkommen, aber deshalb aus Foren Tipps holen?
Da kann ich nur abraten, lieber einen TA anrufen und diesen fragen.

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  • von Xanier
  • 10. Januar, 2015

Was hat dieser Artikel mit der Überschrift zu tun?
In den eigenen Wänden sind nicht „Fremde“ schuld, sondern der Hundehalter.

Zum Thema:
Wenn mein Hund krank ist, muß das genauso ablaufen, wie bei Kindern.
1. Diagnostik!!!
Bevor mit einer Behandlung begonnen wird, ist es ein MUSS, die Ursache herauszubekommen. Da können Foren einen ersten Hinweis geben, aber im Zweifel: Ab zum Arzt.
2. Behandlung:
Wenn ich weiß, was meinem Hund fehlt, dann kann ich natürlich mit der Behandlung beginnen. Da schadet ein Mobilat bei Verstauchungen genauso wenig, wie ein Betaisadonna zur Wunddesinfizierung. Sicherlich gibt es auch viele Hausmittel bei Magen- Darm- Erkrankungen, Schuppen usw.

Nur… ein Antibiotika aus der Restekiste einwerfen, weil mein Hund schwächelt und nix frißt ???

nein, wenn mein Hund leicht krank ist, kann ich das vielleicht abwarten und ihm besonders Gutes zum Fressen anbieten (Wursties, usw.) Aber, wenn sich das nicht innerhalb kürzester Zeit bessert, dann muß ich zum Tierarzt, der dann vor Verschreibung von Medikamenten sicherlich ein Blutbild erstellen wird.

Und bedenkt, daß es Notfälle gibt, wo das Tier SOFORT auf den OP muß! (Magendrehung)

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  • von Alexandra Blumenthal
  • 10. Januar, 2015

So sehe ich die Sache auch,Xanier.

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  • von Ginger
  • 11. Januar, 2015

Also ich sehe es auch so, ABER das mit den Collies und deren Verwandten hat eigentlich nichts mit dem Medikamet zu tun sonder mit dem MDR 1 Typ. Das ist Genfaktor welcher die Collie-Rassen auf verschiedene Medikamente mit Allergiene oder im aller schlimmsten Falle mit dem Tod auslöst. Das weis ich, weil ich selbst Shelties züchte. Die meisten Menschen wissen aber so gut wie gar nicht über MDR 1.

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  • von Alexandra Blumenthal
  • 11. Januar, 2015

Hallo Ginger da hast du recht,viele Collie Halter machen sich da gar keine Gedanken, ich habe einen Groenendael,trotzdem frage ich immer einen Tierarzt um Rat.Auch wenn manche Foren Tipps funktionieren mögen, weiß man nicht wie der eigene Hund reagiert

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  • von icebear
  • 04. Juni, 2017

Völlig unverständlich das manche so achtlos sind .. gerade ausm Netz besorgte Medis udn Infos sind immer riskant da schwirrt viel Müll mit rum … ich meine .. ein mal hab ich meiner auch was von mir gegeben .. das was ein Magensäureblocker … aber auch nur, weil ihre alle waren und mir mein Hausarzt mir zu dem Zeitpunkt zufällig total Identische verschrieben hatte .. Also Dosierung für den Hund war bekannt und es war 1:1 das selbe Medikament … Ansonsten vertrau ich da auch lieber dem Tierarzt … Bei kleineren Sachen bestenfalls noch homöopathisch … Also Bachblütentropfen bei Angst und Propolis Urtinktur auf Wunde stellen oder Warzen … Verschreibungspflichtige Medis sollte wirklich nur ein Arzt mitgeben. Hat schon alles seine Gründe ….

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  • von icebear
  • 04. Juni, 2017

Zimmerpflanzen sind übrigens auch nicht immer ganz ohne … da gibt es auch genug, die für Hunde schädlich sind.

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  • von Ute
  • 11. Januar, 2018

Wenn mein Hund krank ist gehe ich zum Tierarzt und der verordnet ggf. das notwendige Medikament. Nur der Tierarzt! Alles Andere ist für mich indiskutabel. Wenn ich mir ein Tier halte muß ich es auch richtig versorgen und eben auch die entsprechenden Medikamente kaufen, auch wenn sie etwas teurer sein sollten, wenn es notwendig ist.

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  • von Dagmar
  • 02. Juni, 2018

Für mich ist das Internet nur ein Hilfsmittel, um mich über Krankheiten meines Hundes oder meiner Katzen zu informieren, auch, was die Medikamente angeht. Aber der TA ist der der sagt, wie es weiter geht und du der auch die Medikamente verordnet. Alles andere ist einfach nicht akzeptabel, wenn man seine Tiere liebt.

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  • von Czerwinski
  • 26. Juli, 2018

Was soll oben der schwachsinnige Beticht von einem Tierarzt

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  • von MRR
  • 27. März, 2019

„dann kann ich natürlich mit der Behandlung beginnen. Da schadet ein Mobilat bei Verstauchungen genauso wenig, wie ein Betaisadonna zur Wunddesinfizierung.“

Super Tipp. Klasse. Natürlich kann ich das. Dann habe ich gerade kein Mobilat im Haus, sondern Voltaren. Das ist dann ja „natürlich“ auch kein Problem? Und schon habe ich meinen Hund vergiftet! Genau wegen solchem „Natürlich kann ich…“ passiert das.

P.S.: Ich weiß nicht, ob Mobilat schadet oder nicht. Voltaren (Diclophenac) aber sicher. Deswegen nie solche Tipps geben oder befolgen, außer man bekommt sie persönlich für den eigenen Hund vom Tierarzt.

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  • von Heike
  • 27. März, 2019

Hallo, ich behandel in Absprache mit meinem TA meine Tiere alle mit der Homöopathie. Ich habe das Glück, dass mein TA hauptsächlich mit der Homöopathie arbeitet. Selbst wenn ich das Krankheitsbild einordnen kann, gebe ich meinen Tieren nichts aber auch garnichts ohne vorher mit dem TA gesprochen zu haben. In schlimmeren Fällen wird sofort ein Termin bei Ihm gemacht und dann wird das richtige Mittel verordnet. Mir würde niemals im Traum einfallen, meinen Tieren etwas aus der Humanmedizin zugeben. Halt Stopp ein Kater von mir bekommt ein AB aus der Humanmedizin weil es das einzige ist, was noch wirklich wirkt. Viele Leute meinen echt „einfach Dr. Google fragen der hat die richtige Diagnose.

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  • von Bernd Ueberschär
  • 17. April, 2019

Ich kann bestätigen, dass Medikamente aus der Humanmedizin bei Hunden schwere Komplikationen auslösen können. Unsere Hündin hatte das erste Mal Giardien mit 7 Jahren, und anstatt Fenbendazol zu verschreiben (als Panacur) zu verschreiben, was ein bewährtes Mittel ist und kaum Nebenwirkungen hat wurde Metronidazol verschrieben, welches zu dem Zeitpunkt noch nicht zur Behandlung bei Hunden zugelassen war. Unsere Hündin (DK) bekam davon neurologische Ausfälle und anschließend monatelangen Durchfall mit einer Gewichtsabnahme von 25 auf 15 kg und schliesslich chronische Darmbeschwerden ähnlich Morbus Crohn. Ich habe Panacur inzwischen häufiger bei meinen Hunden verwendet, und niemals schwere Nebenwirkungen gesehen. Die Verschreibung von Metronidazol war ganz klar ein ärztlicher Fehler zu jener Zeit und deutlich machen, dass Humanmedizin nicht 1:1 auf Hunde übertragbar ist.

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  • von Belinda Apicella
  • 17. April, 2019

Also ich finde, es kommt darauf an. Mein Hund hat 2016 Pancreatin verschrieben bekommen (Enzym der Bauchspeicheldrüse). 100 Tabletten 105 Euro, zwei am Tag. In der Internetapotheke bekomme ich Pangrol, 200 Tabletten für 95 Euro. Es ist echt genau dasselbe drin, die Kapseln sehen gleich aus und sind von derselben Firma hergestellt! Wirkt genauso gut 🙂 – Aber natürlich habe ich vorher den Beipackzettel ausgedruckt und dem TA vorgelegt, der sein ok gegeben hat, das ist klar und versteht sich von selbst.

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