Hundepass: Der MDR1 Befund und seine Folgen im Fall einer Vergiftung

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 19.09.2014 um 08:57 Uhr, 1 Kommentar

Pillen

Das Ziel von GiftköderRadar ist es nicht nur euch und eure Hunde vor lebensbedrohlichen Gefahren zu warnen, sondern wir möchten euch auch im Notfall mit wichtigsten Informationen zur Seite stehen!

Aus diesem Grund führen bereits in Kürze auf Wunsch vieler Nutzer das neue Feld „MDR1 Befund“ in eurem digitalen Hundepass sowohl im Mitgliederbereich, als auch in der GiftköderRadar iPhone App ein.

Was ist ein MDR1-Gendefekt?

Der MDR1-Defekt ist eine unter einigen Hunderassen verbreitete Gen-Mutation, die zu einer mangelhaften oder fehlenden Synthese des Proteins P-gp führt. Dieses Protein ist wichtiger Bestandteil des MDR1-Transporters, dessen Vorhandensein eine Vorraussetzung für das Funktionieren der sog. Blut-Hirn-Schranke ist.

Bei gesunden Hunden verhindert der sogenannte MDR1-Transporter das giftige Substanzen aus dem Blut in das Gehirn übertreten können. Darüber hinaus sorgt das Protein P-gp dafür, dass körperfremde Stoffe wie beispielsweise Arzneimittel aus dem Körper wieder heraus transportiert werden.

Hunden, die unter einem MDR1-Gendefekt leiden, fehlt dieser Transporter und der körpereigene Schutz gegen giftige Stoffe funktioniert nicht mehr. Betroffene Tiere neigen also in Folge dessen an einer Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Arzneiwirkstoffen, deren Aufnahme oder Verabreichung bei diesen Hunden zu gravierenden und zum Teil lebensbedrohlichen Vergiftungen führen können!

Man unterscheidet folgende Befundungen:

  • MDR1 +/+ :
    kein MDR1-Defekt; MDR1-Gen intakt
  • MDR1 +/- :
    Heterozygoter (mischerbiger) Träger des MDR1-Defektes; Zunahme von Nebenwirkungen unter Therapie mit hoch dosierten Zytostatika und Laktonen
  • MDR1 -/- :
    Homzygoter (reinerbiger) Träger des MDR1-Defektes; Totalausfall des MDR1-Transporters, zahlreiche Arzneimittel-Überempfindlichkeiten, Gefahr einer schweren Arzneimittelvergiftung mit z.T. Todesfolge

Tierärzte raten Haltern von gefährdeten Hunderassen wie z.B. Hüttehunden einen, mittels Blutprobe zu erstellenden, Gentest auf das Vorliegen einer MDR1-Mutation dringend durchzuführen!

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Halter betroffener Hunde sollten einige Dinge zwingend beachten:

So dürfen beispielsweise bestimmte Wurmkuren und Flohschutzmittel nicht mehr verabreicht werden! Bei Spaziergängen sollte die Aufnahme von Pferdekot unbedingt verhindert werden, denn Pferde können Reste der ihnen verabreichten Wurmkuren in teils für Hunde lebensgefährlich hohen Konzentrationen ausscheiden!

Durch die Erweiterung des digitalen Hundepasses um die „MDR1 Befundung“ hat der behandelnde Tierarzt im Notfall alle wichtigen Informationen direkt zur Hand und kann somit sofort die bestmögliche Behandlung für euren Hund einleiten. Viel wichtiger ist jedoch die Tatsache, dass das Risiko einer unachtsamen Vergiftung durch die falsche Gabe von Medikamenten somit erheblich reduziert wird.

Euer Feedback und eure Wünsche sind uns wichtig! Wenn euch noch weitere Funktionen im Hundepass fehlen oder wenn wir etwas verbessern können, dann hinterlasst uns hier doch einfach einen kurzen Kommentar.

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Quelle: VET Zentrum Berlin

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

1 Reaktion

Permalink
  • von Claudia Wannagat
  • 19. September, 2014

Hallo zusammen! Ich bin Mitglied bei Giftiger Radar und würde mir wünschen das eure Neuerungen auch für Android Handy veröffentlicht wird. L.G.Claudia

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