Tötung von Straßenhunden: Wie weit darf Tierschutz eigentlich gehen?

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 01.10.2013 um 12:00 Uhr, 11 Kommentare

Foto: Tierschutzverein/Sujet
Foto: Tierschutzverein/Sujet

Kürzlich bin ich drüben bei den Kollegen von planethund.com auf einen interessanten Beitrag zum Tierschutz gestossen. Im wesentlichen ging es dabei eigentlich um die Frage, wie weit Tierschutz am Ende gehen darf und ab welchem Punkt sind einfach nicht mehr hinnehmbare Grenzen überschritten?

Gerade wenn man sich auf Facebook die Kommentare einiger Nutzer zu den Hundetötungen im Vorfeld der EM2012, in Sotschi oder ganz aktuell in Rumänien anschaut, fragt man sich persönlich manchmal schon, wo der oft propagierte Tierschutz aufhört und wo unbegründeter und blanker Hass gegen ein Volk beginnt?

Schaut man sich die zahlreichen Petitionen, Blog-Posts und Demonstrationen an, dann könnte man den Eindruck bekommen, dass hier alle Tierschützer in Europa gemeinsam an einem Strang ziehen. Auf Facebook und Twitter wird hingegen konsequent ignoriert, dass es beispielsweise die Rumänen selbst waren, welche nach der Verkündung des Gesetzes zur Tötung der Straßenhunde zeitweise die Straße vor dem Parlament in Bukarest blockierten und den dortigen Verkehr komplett zum Erliegen brachten.

In den Kommentaren der verschiedenen Facebook Seiten und auf Twitter konnte man stattdessen nur wenige Minuten später mal wieder zahlreiche Hassparolen gegen das rumänische Volk lesen.

Die Hetze, der offensichtliche Hass und rassistischen gehen teilweise sogar soweit, dass einige Plattformen wie z.B. die Kollegen von hundemeldungen.de die Kommentare teilweise löschen oder moderieren mussten.

Uns alle hat die Tatsache wie Rumänien mit den Straßenhunden umgeht sehr geschockt und es ist auch klar, dass wir dies alle nicht gutheißen können. Aber der ein oder andere Kommentar hier auf unserer Seite hat uns auch geschockt!

Daher eine Bitte an alle: Lasst uns hier nicht in rechtsradikale Bereiche abdriften! Kommentare wie „wenn die Rumänen in Deutschland zu viel werden sollten wir sie euthanasieren“ dulden wir nicht auf unseren Seiten!

Ich persönlich finde es ist beschämend, dass ich auch immer wieder auf unserer Facebook Seite solche widerwärtigen Kommentare lesen muss und es macht mir wirklich Angst, dass viele Menschen die Anonymität des Internets scheinbar nutzen, um ihren geistigen Diarrhö in der Gesellschaft kund zu tun.

Melanie fragt in ihrem Artikel zurecht nach den Prioritäten, die einige „selbsternannte Tierschützer“ setzen:

Was ist schon ein Menschenleben wert, wenn dadurch ganz viele Hundeleben gerettet werden können?

Sicherlich ist Tierschutz wichtig, aber wir alle sollten auch darauf achten, dass hier die Menschenrechte nicht ständig mit Füßen getreten werden. Einige Nutzer scheinen in ihrer Welt leider mehr und mehr zu vergessen, dass es neben dem Recht der Tiere auch ein gültiges Menschenrecht und es ist mit Sicherheit keinem Hund auf der Welt damit geholfen, dass wir hier blind ein ganzes Volk über einen Kamm scheren.

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Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

11 Reaktionen

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  • von Baumann
  • 01. Oktober, 2013

und was ist mit den rechten der tiere???

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  • von Beate Sandmann
  • 01. Oktober, 2013

Hallo Ihr Lieben, ich finde den Kommentar sehr gut und absolut zutreffend. Ich bin auch mehr wie traurig, dass in Rumänien auf diese Art und Weise mit den Tieren umgegangen wird!!! Doch niemals würde mir einfallen, dass ich das rumänische Volk angreife, denn grad die Ärmsten der Armen unter den Rumänen versuchen ja nun wirklich den Tieren zu helfen! Ich habe mich an unseren Aussenminister gewendet und bat ihn um Hilfe, sein Vertreter schrieb sehr nett zurück, doch leider sehen sie keine Notwendigkeit eingreifen zu müssen, denn ihrer Meinung nach, werden jegliche, europäische Tierschutzauflagen eingehalten. Das finde ich mehr wie schockierend, denn ich bin der Meinung, dass diese Brutalitäten endlich aufhören, wenn eine Regierung sich an die andere Regierung oder Parlament wendet. Tja, verkehrt gedacht! Dies hat aber in keinster Weise etwas mit dem Volk in Rumänien zu tun, eine derartige Menschenverachtung, damit meine ich das Volk, nicht deren Regierung, lehne ich ohne WENN und ABER ab und sage es auch JEDEM, egal ob er es hören oder nicht hören möchte.

Einen grossen RESPEKT meinerseits in und für Eure Arbeit!!!

Ganz herzliche Grüsse von

Beate und ihren Fellnasen

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  • von H. Schröder
  • 01. Oktober, 2013

Ihren Artikel finde ich gut und es stimmt das teilweise auf Facebook – rassistische Beiträge gepostet werden. aber die Mehrheit verurteilt nur die Menschen, die Hunde auf bestialiche Weise umbringen. Durch die ganze Aktion auf FB haben sich sehr viele Tierfreunde gefunden, die helfen wollen (Geld- und Sachspenden, Pflegestellle bzw. Endstellen anbieten). Ich gehöre zu den Tierfreunden, die helfen wollen und ich weiß, dass viele Rumänen den Hunden helfen und auch öffentlich protestieren.
mfg
H. Schröder

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  • von Ly Ti
  • 01. Oktober, 2013

Es gibt in jedem Land Tierquäler und Tierschützer – auch in Rumänien. Schlimm ist die Korruption in der Regierung in diesem Land. Ich finde es auch übel, was in diesem Land geschieht, man sollte die dortigen Tierschützer unterstützen und nicht hier irgendwelche Parolen von sich geben.

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  • von St. Brüggemann
  • 01. Oktober, 2013

Hallo zusammen, sehr richtig was in dem Artikel über Hass und Rassismus geschrieben wird. Ich glaube aber auch, dass wir hier in Deutschland leicht reden haben. Als der Aufschrei, hier und in Rumänien losging, war ich nach drei Jahren gerade wieder in Siebenbürgen. In Kronstadt (Brasov) habe ich eine kleine Demonstration in der Innenstadt gegen die Tötungen gesehen. Auch den Leuten ist klar, dass etwas passieren muss. In den Städten gehen mehrere Hunde gleichzeitig auf Passanten oder Pferdefuhrwerke los, die Leute sind total genervt. Auf den verteilten Handzetteln wurden die Verantwortlichen für die Tötung kritisiert. Man wirft ihnen Bereicherung durch die Tötung vor, in dem mehr abgerechnet wird als eingeschläfert wurde. Oder das humanes Töten abgerechnet wird und die Hunde bestialisch umgebracht werden. Ich habe vor drei Jahre nicht so viele Straßenhunde gesehen wie dieses Jahr, es hat mich als Hundemensch total erschüttert. Immer wieder liegen überfahrene, teilweise skelettierte Kadaver am Straßenrand. Wo man in Deutschland eine Gruppe Rehe auf abgeernteten Feldern sieht, sind dort alle 500 Meter Hunderudel, für uns unvorstellbar. Einen Lösungsvorschlag maße ich mir nicht an.

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  • von E. Müller
  • 01. Oktober, 2013

Guten Abend,
DANKE für diesen Artikel – der bestimmt auch zutreffend ist!
Das evtl. gewisse Gruppierungen sich nun ins Licht setzen und mit Parolen kommen die absolut unter der Gürtellinie sind, ist leider natürlich. Nichts einfacher wie auf einen langsam fahrenden Zug aufzuspringen und dann Kohle ins Feuer damit Tempo entsteht – für mich absolut daneben und solche Menschen kann ich leider NICHT ernst nehmen!
Ein solches Verhalten bzw. Äußerung hat auch NICHTS mit Tierschutz zu tun sondern mit Wut – Zorn und Ohnmacht bis hin zur „Stimmung“ mache.
Ernst nehme ich dafür die Tatsache das Rumänien ca. 4 Millionen jährlich für die KASTRATION der Straßenhunde zur Verfügung steht – WO ist das Geld tatsächlich hingeflossen? NICHT in die Hunde die sich fröhlich vermehrt haben!
Der WDR hat einen sehr gut recherchierten und ausgearbeiteten Artikel geliefert: http://www.wdr.de/tv/tieresucheneinzuhause/sendungsbeitraege/2013/0929/00_hunde_rumaenien.jsp
WAS Tierschützer hier auf die Palme bringt und nicht nur die, sondern auch Tierfreunde: SIE schlachten die Tiere bestialisch ab! Tierärzte spritzen Frostschutzmittel – Hunde werden Stranguliert – an Bäumen aufgehängt – abgestochen – überfahren – zu Tode geprügelt – lebendig gehäutet … sorry mir reicht es hier mit aufzählen 
NICHT die Rumänen sind die Übeltäter – die Regierung ist es – BASESCU ist der der dafür gerade stehen muss und es bitte auch sollte – die Sache mit den Straßenhunden ist unter anderem Mittel zum Zweck um Ungereimtheiten in seinem Land zu vertuschen, u.a. das umbringen von Menschen mit Zyankali – ob diese jetzt „nur“ Staatsfeindlich waren oder mehr könnte ich nur mutmaßen.
Welche noch, nun das kann man alles wunderbar nachlesen wenn man mal etwas Zeit zum lesen verschiedener Artikel opfert. Und vorher evtl. mal mit Google oder Wiki sich auf die Suche begibt.
Fazit zu der Frage: wie weit darf Tierschutz gehen – man darf sich NICHT sich von irgendwelchen Gruppen in die falsche Ecke schieben lassen und NICHT einzeln verwirrte als Grundlage für ALLE anderen nehmen!
Weder die Rumänen sind „alle“ Schlächter noch sind „alle“ Tierschützer Fanatische Menschenverachter !
Und ein wirklicher Tierschützer schützt das was seine Hilfe braucht, verletzt aber kein anderes Lebewesen, außer ER/Sie wird selbst angegriffen oder bedroht!

[…] meisten von uns ihren Protest doch offen gesagt viel lieber mit Hilfe des Like-Buttons oder einem wütenden Kommentar in sozialen Netzwerken […]

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  • von Nutzerin
  • 02. Oktober, 2013

Ein interessanter Artikel.
Warum ich Giftköder-Radar bei Facebook nicht mehr folge?
Weil ich die zahlreichen unerträglichen „Kommentare“ des Rassistenpacks nicht mehr ertragen konnte!
Ich würde es sehr begrüßen, wenn man trennen könnte zwischen Giftködermeldungen und dem redaktionellen Teil, denn interessiert bin ich nur daran, Warnungen zu erhalten und ggf. abzusetzen. Ich dachte, das sei das Wesentliche?
Ich würde mir auch eine wesentlich stärkere Moderation wünschen, damit der eindeutig rassistischen „geistigen Diarrhö“ kein weiterer Raum zugestanden wird bzw. dies somit toleriert wird, das ist unerträglich.

[…] Urteil in meinen Augen aber auch sehr deutlich, dass die von vielen selbsternannten Tierschützern unangebrachte Aggressivität durchaus kontraproduktiv sein kann, denn in diesem Fall dürften auch die massiven öffentlichen […]

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  • von Jens
  • 01. Juli, 2014

Ich finde es schrecklich, dass man darüber überhaupt diskutieren muss. Der Mensch hat nicht das Recht so in die Natur einzugreifen und das noch unter dem Aspekt Umweltschutz zu tun. Der Fehler liegt doch ganz woanders, wenn es so viele freilaufende Hunde gibt..

Grüße
Jens

[…] digitale Empörung im Netz ging damals sogar soweit, dass zahlreiche Tierschützer in ihrem blindem Hass teilweise eine ganze […]

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