Gerüchte: Wie unsere Angst vor Giftködern derzeit rücksichtslos ausgenutzt wird

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 27.09.2013 um 09:50 Uhr, 5 Kommentare

Foto: DPA
Foto: DPA / Symbolbild

Eigentlich versuchen wir ja schon seit Monaten euch gebetsmühlenartig zu erklären, dass nicht jede Vergiftung durch einen vorsätzlich ausgelegten Giftköder verursacht wurde und nicht jede im Internet kursierende Meldung auch wirklich der Wahrheit entspricht. Wie schnell durch die Verbreitung ungeprüfter Meldungen schon fast eine regelrechte Hysterie ausgelöst werden kann, hat uns allen ja das Beispiel Potsdam gezeigt.

Leider scheinen aber noch immer sehr viele Hundehalter mit Scheuklappen dem Totschlagargument – „Lieber einmal zuviel, als einmal zu wenig warnen“ – zu folgen und sie merken dabei oftmals auch noch nicht mal welchen Schaden sie mit eben dieser Einstellung bzw. mit ihrem Verhalten letztendlich anrichten.

In Grünwald im Isartal hält sich beispielsweise seit mehreren Monaten hartnäckig das Gerücht, dass Unbekannte entlang der Spazierwege an der Isar immer wieder Giftköder auslegen würden. Mehrmals ist in diesem Zusammenhang von verschiedenen Hundehaltern auch die Polizei eingeschaltet worden.

Diese ist nach eigenen Angaben zwar allen Hinweisen nachgegangen, konnte aber bisher nicht einen konkreten Giftköder-Fall nachweisen. Bei den Ermittlungen ergaben sich darüber hinaus noch nicht einmal handfeste Beweise, die zumindest einen Verdacht auf vorsätzlich ausgelegte Giftköder untermauern könnten.

Das diese Gerüchte allerdings nicht nur in die Ohren von Hundehaltern gelangen, sondern auch an Menschen herangetragen werden, die Hunde – sagen wir mal nicht unbedingt sympathisch finden, zeigt das aktuelle Beispiel einer 20-jährigen Hundehalterin aus Taufkirchen, die am Mittwoch mit ihrem Vierbeiner auf einen Trampelpfad an der Isar auf Höhe der Schloßleite entlang ging.

Als der Hund auf einer angrenzenden Wiese spielte, kam sofort die Pächterin des dortigen Kiosk angelaufen und machte die 20-jährige darauf aufmerksam, dass dies Privatgrund sei und sie überall Giftköder ausgelegt habe, weil sie noch wolle, dass Hunde auf ihrer Wiese spielen oder dort ihre Hundehaufen hinterlassen.

Die junge Frau verständigte daraufhin sofort die Polizei. Vor Ort räumte die Pächterin des Kiosk gegenüber den Beamten jedoch ein, dass sie das Gerücht mit den Giftköder ganz bewusst nutzt um die Hunde von ihrem Grundstück fern zu halten. Die Polizisten suchten vorsichtshalber die Wiese ab, fanden aber nichts.

Ich hoffe, dass dieses kleine Beispiel dem ein oder anderen Hundehalter vielleicht noch die Augen öffnet, denn es zeigt doch in meinen Augen sehr eindrucksvoll, dass die eigentliche Gefahr nicht immer nur in den Büschen lauert, sondern oftmals auch in uns selbst. Plattformen wie GiftköderRadar können uns nur dann effektiv schützen, wenn wir alle mit den hier bereitgestellten Informationen verantwortungsvoll umgehen.

[asa_collection gkradar_post, items=2, type=random]Book_Toxin[/asa_collection]

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

5 Reaktionen

Permalink

Hallo Liebe Hundehalter
ich finde die Giftköder App wirklich super, wir vom http://www.abc-hundeshop.de empfehlen Sie auch Hundehaltern sehr sehr gerne weiter aber dieser Bericht hat recht bewehrtet nicht alles über sonderen haltet die Warnungen für uns alle nützlich. Sascha und dem Team weiterhin viel erfolg und macht weiter so.

[…] mit Kindern zu unserer Verteidigung heranziehen, schiessen sich die Nicht-Hundehalter eher auf die Kot-Problematik bzw. auf Beiß-Attacken ein und wenn dann noch das Thema “Auslandstierschutz” ist Spiel […]

[…] sich auch in meinen Augen die große Problematik, denn zum einen werden immer wieder Gerüchte ganz gezielt gestreut um Hunde von bestimmten Plätzen fern zu halten und zum anderen erstatten viel zu wenig betroffene […]

[…] um hohe “Gefällt mir”-Zahlen zu generieren werden hier zum einen nicht selten auch gezielte Gerüchte gestreut und zum anderen tauchen Meldungen auch nach Jahren immer und immer wieder auf. Wir haben schon […]

[…] Hundehaltern ist oftmals auf absolut nicht bewusst, dass immer wieder Gerüchte ganz gezielt gestreut werden. Nicht selten werden ganze Vorfälle komplett erfunden oder alte Polizei- oder […]

Schreibe uns deine Meinung

Regeln: Wir freuen uns auf dein Feedback, sei jedoch stets respektvoll und bleibe beim Thema. Wir behalten uns jederzeit das Recht vor profane, belästigende und missbräuchliche Kommentare, sowie unerlaubte Werbung in den Kommentaren (Spam) zu löschen und Wiederholungstäter zu blockieren.