Antrag zum Hundehaltergesetz: Chip- und Haftpflichtversicherung für alle Hunde

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 03.09.2013 um 08:19 Uhr, 6 Kommentare

Foto: DPA / Bildfunk
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Öffentliche Diskussionen über Giftköder, entlaufende Hunde, Kothaufen auf öffentlichen Plätzen und massive Beißattacken rufen natürlich auch mehr und mehr die Politik auf den Plan und so ist es in meinen Augen auch nicht weiter verwunderlich, dass die Bremer CDU eine Änderung des Hundehaltergesetzes fordert.

Kern der Forderungen aus der CDU Fraktion, die nun über einen Antrag in die Bremer Bürgerschaft eingebracht wurden, ist zum einen die Pflicht des Hundehalters jeden Hund ab einem Alter von sechs Monaten mit einem elektronischen Chip zu versehen und in einem Zentralregister erfassen zu lassen.

Zum anderen soll es zukünftig allen Hundehaltern zu Auflage gemacht werden, für jeden Hund ab sechs Monaten eine Hundehaftpflichtversicherung abzuschließen, die Personenschäden mit mindestens 500.000 Euro und Sachschäden mit mindestens 250.000 Euro abdecken muss.

Die Politiker rund um CDU Tierschutz-Sprecherin Silvia Neumeyer gehen derzeit davon aus, dass sich durch den Mikrochip mit individueller Nummer ein entlaufenes Tier schneller und einfacher wiederfinden lässt. Dieser Auffassung kann ich persönlich momentan noch nicht ganz folgen, denn letztendlich enthält der Mikrochip ja keinen GPS-Tracker und kann somit „lediglich“ bei der späteren Zuordnung eines Fundtieres nützlich sein.

Natürlich erschwert die Erfassung aller Hunde in einem Zentralregister das Aussetzen oder den illegalen Handel mit den Tieren, aber seit PRISM & Co. sehen zum Glück auch viele Hundehalter die Datensammelwut unserer Politiker durchaus mit anderen Augen und daher bleibt hier sicherlich noch abzuwarten, wie man die geplante Registrierungspflicht am Ende eigentlich durchsetzen möchte.

Eine Pflicht zur Hundehaftpflicht ist zur finanziellen Absicherung der Hundehalter durchaus sinnvoll, denn wie schnell kommt es bei Beißereien unter Hunden zu Verletzungen, bei denen am Ende sogar einer der Hunde in einer Tierklinik behandelt werden muss? Ein solcher Fall kann sehr schnell sehr teuer und daher sollte es im Interesse eines jeden Hundehalters liegen, dass er sich gegen solche Risiken absichert.

Darüber hinaus ist eine Hundehaftpflicht ist bereits ab einem Beitrag von 6 € pro Monat zu bekommen und Anbieter wie die AGILA Haustierversicherung AG versichern dabei sogar problemlos auch Listenhunde. Somit zählt hier mit Sicherheit auch nicht das oft vorgebrachte Kosten-, Alters- oder Rassenargument.

Ich persönlich finde den Vorschlag der CDU Fraktion in der Bremer Bürgerschaft in weiten Teilen sehr sinnvoll und selbst wenn ich die spätere Durchsetzung der einzelnen Punkte sehr schwierig finde, zwingt eine solche Gesetzesänderung einige Hundehalter sicherlich dazu mehr Verantwortung für ihre Tiere zu übernehmen und das ist doch schon einmal ein guter Schritt in die richtige Richtung oder was meint Ihr?

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

6 Reaktionen

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  • von Willy
  • 03. September, 2013

Die können beschließen, was sie wollen. Ich werde meinen Hund weder anmelden noch versichern. Woher soll ich die Kohle nehmen bei Hartz IV? Wenn was passiert, ist es schade für den anderen, aber bei mir ist ja sowieso nichts zu holen.

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  • von Ina
  • 03. September, 2013

Hallo Willy, eine Versicherung für den Hund sollte jeder haben, auch ein Harz IV!!! Könntest du mit dem Gedanken leben, dass z. Bsp. ein Familienvater durch einen Autounfall stirbt den dein Hund verursacht hat? Einfach 2 Schachteln Zigaretten weniger rauchen und gut ist.

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  • von Petra
  • 03. September, 2013

Hallo Willy, ich finde Deine Einstellung sehr verantwortungslos gegenüber Deinen Mitmenschen. Auf eine Anmeldung und auch auf die Steuer kannst Du gern verzichten, aber eine Hundehalterhaftpflich ist ein absolutes MUSS.

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  • von Sandra
  • 03. September, 2013

Wir haben zwei Hunde und bei uns ist die Sache mit den Chips und der Versicherung schon Pflicht (Thüringen)Ich finde das eine sehr gute Sache und wer kein Geld für diese Dinge hat,sollte sich kein Tier anschaffen.Denn was wird dann wenn es im Extremfall zu einem Schaden durch das Tier kommt?Wo soll denn dann das Geld herkommen?

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  • von Marion
  • 17. September, 2013

Ich finde es absolut korrekt, dass eine Haftpflichtversicherung für Hunde Pflicht wird. Es ist wichtig, dass man für den eigenen Hund eine Haftpflicht hat, da man nie weiss, ob er mal ein Schaf reisst oder ggf. wen angreift. Da ist man rechtlich wirklich besser abgesichert.

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  • von Daniela
  • 21. Juni, 2018

Wie lässt Willi seinen Hund behandeln bei Krankheit ohne Geld? Wenn die 5 Euro im Monat schon zuviel sind. Oder ersäuft er ihn dann? Unbegreiflich so eine Einstellung. Widerlich.

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