Autobahnpolizei Oberhausen erschießt entlaufene Zuchthündin auf der A3

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 15.08.2013 um 12:44 Uhr, 9 Kommentare

Foto: Lothar Wittek
Foto: Lothar Wittek

Wieder einmal hat die Polizei mit zahlreichen Beschwerden von Hundehaltern zu kämpfen, nachdem ein Beamter der Autobahnpolizei Oberhausen am  28.07.2013 eine entlaufene Zuchthündin erschossen hat.

Zuvor sei die Hündin aus dem eigentlich gut gesicherten Garten ihres Halters Lothar Wittek ausgebrochen und auf die Autobahn 3 gelaufen. Dort verursachte „Piper“ dann wohl einen schweren Unfall bei dem zum Glück kein Mensch zu Schaden gekommen ist. Laut Angaben der Polizei verletzte sich der Hund bei diesem Unfall jedoch so schwer am Rückgrat, dass keine Alternative geblieben sei, außer den Hund zu erschießen.

Piper’s Herrchen zweifelt daran, dass der Beamte eine solche Verletzung ohne technische Unterstützung hätte erkennen können und erhebt auf seiner Internetseite schwere Vorwürfe gegen den Polizisten.

So schreibt er beispielsweise, der Beamte der Autobahnpolizei hätte ihm vor Ort gesagt, dass er als Jäger die Situation sehr wohl hätte einschätzen könne. Der Pressesprecher der Polizei konnte auf Anfrage allerdings nicht bestätigen, dass es sich bei dem Beamten tatsächlich um einen Jäger handelt.

Darüber hinaus sieht Polizeisprecher Markus Niesczery das Verhalten seines Kollegen auch als korrekt und vollkommen alternativlos an, denn die schweren Verletzungen des Hundes hätten keine andere Entscheidung zugelassen. Außerdem dürfe man auch nicht vergessen, dass der Halter des Hundes seine Aufsichtspflicht verletzt habe und somit zumindest eine Mitschuld an dem durch die Hündin verursachten Unfall trägt.

Besonders verärgert ist Lothar Wittek auch über den Umstand, dass der Polizist seinen Hund zunächst erschossen und ihm anschließend das Ohr abgetrennt habe. Wittek nimmt an, dass der Beamte wahrscheinlich davon ausgegangen ist, dass sich an dieser Stelle der Chip seiner Zuchthündin „Piper“ befinden würde.

Die Polizei sollte so ein Lesegerät für Chips haben, damit sie die Besitzer ausfindig machen kann.

Für Lothar Wittek ist die Angelegenheit offenbar noch lange nicht erledigt, denn behauptet der Beamte würden nun versuchen den ganzen Vorfall zu vertuschen. Darüber hinaus kündigt er auf seiner Internetseite auch an, dass nun mit Hilfe einer Anwältin Strafanzeige gegen den Polizisten stellen möchte.

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Über den Autor

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9 Reaktionen

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  • von Michael
  • 15. August, 2013

sicherlich hätte der halter dafür sorgen müssen das hund nicht vom privatgelände kommen kann – rechtfertig in keinster weise das Vorgehen des polizeibeamten!er hätte einen tierarzt hinzuziehen müssen und der ziammen mit dem Halter hätte einen Entscheidung getroffen…wäre das mein hund gewesen wurde auch ein auswandern dem Polizeibeamten helfen er wäre dann mein persönlicher todeskandidat

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  • von Jeanette
  • 15. August, 2013

Ich stimme Michael zu, denn der Polizist ist kein Tierarzt. Bei mir hätte sich der Polizist ganz schnell verkrümeln müssen, sonnst hätte ich ihm eine gescheuert oder was schlimmeres.

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  • von Luisa
  • 15. August, 2013

Absolut richtiges Verhalten seitens des Hundehalters! Wir sollten alle mal damit beginnen für unser Recht zu kämpfen anstatt immer zu reden und nichts zu unternehmen!!! Ich hoffe, Herr Wittek zieht das Ganze durch, denn für mich geht es hier nicht um eine Sache, sondern um ein Lebewesen, das vor allen Dingen auch ein Familienmitglied war!

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  • von Christin
  • 16. August, 2013

Ich bin da ein wenig zwiegespalten…
Ich muss schon ein paar mal schlucken, aber wie hätte ich als Polizist reagiert?
von uns war KEINER vor Ort und MUSSTE miterleben, was der Polizist erlebt hat und keiner von uns hat eine Ahnung, in welcher Verfassung der Hund war!
Ich will garnicht wissen wie sehr sie gelitten hat… und wie schlimm es sein muss den besten Freund des Menschen zu erlösen.
ich bin mir sicher der Polizist war sich der Konsequentzen bewusst und hat für das wohl des Tieres gehandelt…
Ich bin mir sicher das KEINER sich wünscht, oder selbst seinem schlimmsten Feind wünscht, dass sein Hund unnötig leiden muss..
Es stört mich jedoch ein wenig, dass das Wort „Zuchthündin“ so oft fällt.. Bei meinen Rede ich von Familienmitgliedern, dass hört sich an als wäre dem Halter nur eine Gute Geldquelle abhanden gekommen…
Ich wünsche keinem Hund und keinem anderen Tier sowas erleben zu müssen..
Wie der Hund aus dem angeblichen Sicheren Garten abhauen konnte, weiß ich nicht, darüber muss sich der Hundehalter gedanken machen, aber jeder weiß, wie schnell das passieren kann wenn der Hund das will…

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  • von Daniel
  • 16. August, 2013

@Christine
Ich sehe das genauso wie Du.
Wer weiß, vielleicht hat der Hund auch wie am Spieß geschrien, dann wäre ich dem Polizisten dankbar gewesen, daß er ihn erlöst hat. Aber das werden wir auch alle nicht erfahren.
Naja, das Wort Zuchthündin stört mich auch. Auf der Internetseite, für die jetzt natürlich auch viel Werbung gemacht wird, kann ich keine seriöse Hundezucht erkennen, sondern nur eine Vermehrung von Mischlingswelpen…..

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  • von Knutsen
  • 16. August, 2013

Sehe ich genauso wie Daniel, und wer weiß ob die Ex-Besitzer der „Zuchthündin“ sich hier nicht vertan haben und die Aussage vom Polizisten falsch verstanden haben. Ohne genaueres zu wissen, sollte man einen Polizisten nicht direkt anprangern; man sollte lieber dankbar sein, dass durch die verletzte Aufsichtsplicht der Halter hier nicht noch mehr bei dem Unfall passiert ist.
Der Hund ist hier – neben den Verunfallten – der Leidtragende; die Ursache für die ganze Verkettung ist denke ich, dass der Hund überhaupt aus dem Grundstück alleine herauskam. Darüber sollte man sich einmal Gedanken machen.
Jetzt die Schuld auf den Polizisten abzuwälzen empfinde ich – und das ist meine persönliche Meinung – schäbig.

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  • von EKOne
  • 16. August, 2013

Hier ist alles wie überall im Social Net, niemand von Euch war dabei, aber einige von Euch vergessen dies offensichtlich immer wieder und geben blödsinnigere um blödsinnigere Kommentare ab, Hauptsache gscheit daher geredet (persönlicher Todeskandidat etc.). Hut ab vor Christin, Daniel und Knutsen, sehr gute Sichtweise, da spricht der Menschenverstand.
Ich sage zum Thema nur so viel, ich kann mich in beide Seiten hineinversetzen, weil ich Hundehalter eines tollen Labrador bin und auch Dienstgruppenleiter bei der Landespolizei. Auch ich musste nach einem Unfall bereits einen Hund erschießen, dass fällt wahnsinnig schwer. Ich kann nur an alle Hundehalter appellieren: Achtet auf Eure Hunde. Wie groß ist das Geschrei, wenn ein Hund einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht? Wie schnell kommt dann die Polizei wieder in die Kritik mit der Frage: Hätte der Beamte den Hund nicht schon früher erschießen können, damit der Unfall gar nicht passiert? Wie man es macht, macht man es fast immer falsch, es gibt immer eine Seite, die dann jammert……aber mal ehrlich: ein Menschenleben geht immer noch vor ein Hundeleben! Also Leute, bitte mit den Meinungen am Boden bleiben.

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  • von michael
  • 25. April, 2014

ein polizist ist kein tierarzt und wie jäger meistens mit tieren umgehen sieht man an den unnötigen treibjagden…
sicherlich hätte der hund nicht aus dem grundstück entweichen dürfen – ist trotzdem kein grund einen hund der offensichtlich dazu noch verletzt ist vorsätzlich zu töten !
so eine person hat sofort den waffenschein auf lebenszeit abzugeben inkl privater waffen und lebenslang aus dem polizeidienst entfernt zu werden
wäre das mein hund gewesen,würde ich schon möglichkeiten finden den zur rechenschaft zu ziehen – er würde sich wünschen,einen platz in der hölle anzutretten…die bezeichnung schmerzen wäre für ihn eine ganz neue erfahrung!
als idee fällt mir zb ein:
eingraben,bis zum hals und dann ein rudel wildhunde hinschicken
danach würde der sich wünschen,nie wieder einen hund vorsätzlich zu verletzen

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  • von Matthias Rietz
  • 29. Mai, 2014

Ich bin entsetzt welch selbstherrlichen Beamte von unseren Steuergeldern finanziert werden. Dem Hauptkommissar sollte einmal klar gemacht werden, dass er Staatsdiener ist und demzufolge zu dienen hat. Manche glauben, dass nur weil sie 3 silberne Sterne spazierentragen, hätten sie die Weisheit mit Löffeln gefressen. Gerade in NRW kann man ohne Abitur und Studium nach langer Dienstzeit zum PHK ernannt werden. Als Eingangsvoraussetzung genügten in den 80er Jahren Mittlere Reife oder Hauptschulabschluß und abgeschlossene Lehre. Ein Tierarzt hingegen kann nur nach Spitzenabitur und numerus clausus einen Studienplatz ergattern und muss diesen dann mit 6-7 Jahren Intensivstudium zum Erfolg bringen. Die Toptierärzte gehen dann in die Forschung oder lassen sich als Tierärzte nieder, die weniger talentierten werden Amtstierärzte. Beide Gruppen kämem jedoch nie auf die Idee eine Diagnose aus einigen Metern Entfernung zu stellen. Nur der Möchtegernjäger und Polizist dieses Falles, kann als Nichtstudierter eine Rückenmarksverletzung von einer Prellung unterscheiden. Er kann quasi mit verbeamteter Glaskugel in die Welt der Medizin schauen. Welch ein Talent. Das er der Hündin das Ohr abgeschnitten haben soll, weil da angeblich der Chip des Hundes drinsitzen soll, ist ein weiteres Indiz für den mangelnden Sachverstand des Beamten. Weiterhin soll er die Hündin am Wegesrand verscharrt haben. Das zeigt für mich, dass er genau wußte, dass er falsch gehandelt hat. Meiner Meinung wollte er mit seinem Tun (s)eine Straftat vertuschen. Das sind die Repräsentanten dieses Staates, die wir uns wünschen. Vielleicht würde ein saftiges Disziplinarverfahren dem Beamten klarmachen, dass er Staatsdiener in einem Rechtsstaat und nicht Fürst in einem Feudalstaat ist.

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