Vorsicht: „Hundemalaria“ und „Zeckenfieber“ treten immer häufiger auf

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 18.07.2013 um 09:14 Uhr, 8 Kommentare

Zeckenbisse
Foto: Vier Pfoten/George Nedelc

Als wären unsere Hunde durch Giftköder, den Eichenprozessionsspinner und durch Blaualgen nicht schon genug gefährdet! Jetzt sorgen die Temperaturschwankungen der letzten Wochen auch noch für einem massiven Anstieg von Zeckenbissen und damit einhergehend zu teils lebensbedrohlichen Krankheitsverläufen.

Besonders ungewöhnlich ist dabei auch, dass die Zecken in diesem Jahr deutlich aktiver sind als im Vorjahr und man durch die erhöhte Zeckenaktivität schon von einer regelrechten Zeckenplage sprechen kann. Tierärzte beobachten auch, dass Hunde in letzter Zeit vermehrt an der sogenannten Ehrlichiose und Babesiose erkranken. Diese – umgangssprachlich auch „Zeckenfieber“ und „Hundemalaria“ genannten Krankheiten – waren bisher weniger bei uns, sondern vor allem im Mittelmeerraum verbreitet. Hundehalter müssen sich nun also darauf einstellen, dass diese Krankheitsarten in Zukunft leider bei uns vermehrt auftreten können.

Zwar kann man seinen Hund heute mit den bekannten Präparaten wie FrontlineAdvantix oder Scalibor ziemlich gut vor gefährlichen Zeckenbissen schützen, aber leider vertragen nicht alle Hunde diese Mittel und daher raten Experten zumindest zu erhöhter Vorsicht in den kommenden Wochen.

Bei der Ehrlichiose – dem Zeckenfieber – muss die Zecke mindestens 24 Stunden am Hund saugen, damit eine Infektion durch die übertragenen Bakterien ausgelöst werden kann. Ist der Hund dann einmal infiziert, bricht in der Regel etwa drei Wochen später die akute Krankheitsphase mit wiederkehrendem Fieber, Erbrechen, Atemnot und Schwellung der Lymphknoten aus. Schwere Verläufe des Zeckenfiebers können zu Hirnschäden, Muskelschwund oder Blindheit und sogar zum Tod des Hundes führen.

Die Babesiose – die Hundemalaria – ähnelt  vom Verlauf her der bekannten Malaria Erkrankung. Allerdings wird Sie nicht durch Stechmücken, sondern über einen Zeckenbiss übertragen. Etwa 12 Stunden muss eine Zecke an ihrem Wirt saugen, um einen Hund oder sogar den Mensch zu infizieren. Zwischen dem vierten und dem 21. Tag nach dem Stich setzt dann plötzlich sehr hohes und oftmals auch schubartiges Fieber ein.

Ist die Infektion einmal ausgebrochen, sind betroffene Hunde in der Regel matt, appetitlos und verlieren schnell an Gewicht. In der akuten Phase der Krankheit kann die „Hundemalaria“ auch zum Tod führen.

Wir raten daher allen Hundehaltern, ihre Tiere täglich nach Zecken zu untersuchen. Mit einem Bluttest beim Tierarzt könnt Ihr darüber hinaus feststellen lassen, ob Zecken Krankheitserreger bereits übertragen haben. Die Behandlung der Ehrlichiose erfolgt mittels Antibiotika, eine vorbeugende Impfung ist derzeit nicht möglich.

Quelle: krone.at

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

8 Reaktionen

[…] Fellnasen nur im Urlaub vor solchen Gefahren wie den Eichenprozessionsspinnern oder der Hundemalaria schützen. Mit dem fortschreitenden Klimawandel hat sich dieses Bild jedoch geändert, denn nun […]

[…] haben bereits am 18.07.2013 darüber berichtet, dass durch die Temperaturschwankungen der letzten Monate die Zecken häufiger zubeißen und […]

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Hallo,

bei uns ist dieses Jahr auch wieder die „Zecken-Hölle“ los…wahrscheinlich liegt´s am milden Winter, wodurch viele Zecken überlebt haben und sich nun fröhlich vermeheren.
Zur Zeckenentfernung kann ich nur den Zeckenhaken wärmstens empfehlen. Damit bekomme ich seit 2 Jahren jede Zecke lebend und mit Kopf aus der Bisswunde raus – und das ohne Probleme. Vorher habe ich es immer mit Zangen probiert und meist blieb dabei der Kopf stecken :/ … Mittlerweile haben wir auch einige Zeckenpräparate ausprobiert, damit sich die Biester gar nicht erst auf unseren Hunden „verirren“. Am besten wirkt unserer Meinung das Zeckenhalsband. Habt ihr da vielleicht noch andere Tipps? Bzw. welche Präparate verwendet ihr?

LG

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  • von Susanne
  • 26. Juli, 2014

Hallo, Kokosöl sowie Bernsteinkette haben sich leider nicht bewährt. So benutzen wir leider wie viele andere auch die Nervengifte Frontline oder Advantix. Trotzdem hat er ab und zu eine Zecke, die wir dann auch, bisher immer erfolgreich, mit den Zeckenhaken entfernen. So schlimm, auf was man alles achten muss, da kann man als Hundehalter schon mal schnell überfordert sein. Man möchte seinen Liebling aber auch nicht an so eine blöde Krankheit verlieren…..

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  • von Andrea Bergdoll
  • 27. Juli, 2014

Meine Hunde bekommen jeden Tag etwas gemahlenen Kümmel ins Futter und haben dieses Jahr noch keine einzige Zecke gehabt!

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  • von Anne Krämer
  • 27. Juli, 2014

Schwarzkümmelöl ins Futter ist auch ne Lösung bzw. eine unterstützende Massnahme.

[…] Auch diese Behauptung ist falsch, denn auch Hunde in Wohnungen sind anfällig für Herzwürmer. Viele Parasiten werden durch Mückenstiche auf den Hund übertragen und diese befinden sich […]

[…] haben an dieser Stelle bereits über diese Krankheit […]

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