Auf der Überseeinsel Reunion wurden lebende Hunde als Haiköder verwendet

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 25.06.2013 um 09:46 Uhr, 1 Kommentar

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Derzeit kursieren in verschiedenen Hundegruppen auf Facebook wieder schreckliche Bilder, die zeigen sollen wie tote und teilweise sogar lebende Hunde auf der kleinen französischen Überseeinsel Reunion im Indischen Ozean von den dortigen Fischern als Köder für die Haie verwendet werden.

Als Beweis wird in den jeweiligen Beiträgen auf Facebook gern das hier gezeigte Fotos eines Hundes geteilt, in dessen Schnauze ein riesiger Fischhaken befestigt ist. Um es gleich ganz deutlich zu sagen: Bei der Darstellung handelt es sich tatsächlich um die Wahrheit, denn das betreffende Foto ist ursprünglich in einer Veterinärklinik der Societe Protectrice des Animaux SPA in der Inselhauptstadt St.-Denis entstanden.

Allerdings liegen diese Fälle schon mehrere Jahre zurück. Bereits im Jahr 2005 berichtete ein kleines Team französischer Tierschützer in der Online-Ausgabe des National Geographic Magazin im Rahmen einer Reportage über drei verschiedene Fälle von Tierquälerei auf der 2.500 Quadratkilometer großen Insel.

Die Bilder der Filmcrew sprachen dabei für sich, denn dort war deutlich zu sehen, wie Hunde mit schweren Haken durch die Pfoten und durch die Schnauze lebend im Ozean versenkt wurden. Bereits im Jahr 2005 sorgten die Enthüllungen der Tierschützer für extrem viel Aufsehen und daher wurde von der Regierung auf Reunion nur wenige Wochen später die Verwendung von Hunden oder Katzen als Fischköder vollständig verboten.

Die französische Botschaft in Washington DC hat darüber hinaus auch ein offizielles Statement veröffentlicht, in dem zu lesen war, dass derartige Praktiken nur selten durchgeführt wurden, sie aber weiterhin auf französischen Boden verboten sind und nicht geduldet werden. Im Oktober 2005 wurde zudem auf der Insel ein 51-jähriger Lieferant, der einen lebenden Hund als Fischköder verwendete, zu einer Strafe von 5.000 Euro verurteilt.

Auch nach eingehender Recherche konnten wir keine Anhaltspunkte für aktuelle Fälle finden und somit hat vermutlich jemand lediglich diesen alten Vorgang erneut auf Facebook hervorgeholt um unter uns Hundehaltern eine kollektive Betroffenheit oder im Extremfall auch Hasstiraden zu provozieren. Unter dem Bild steht ja auch:

Hunde werden als Köder für Haie in Frankreich verwendet. Diese Beitrag teilen, wenn du dagegen bist…

Natürlich sind wir als Hundehalter gegen solche barbarischen Taten und daher wird ein solcher Aufruf auch gern von uns allen geteilt, aber auch wenn es sich bei den gezeigten Bildern NICHT um einen Fake handelt, macht es in meinen Augen keinen Sinn mehr diese Bilder immer und immer wieder zu verteilen.

Zum einen liegen die gezeigten Vorfälle wie gesagt schon fast 10 Jahre zurück und zum anderen gab es auch bereits entsprechende Verbote und Verurteilungen gegen die Tierquäler.

Wenn Ihr also in den nächsten Tagen auf Facebook wieder einmal auf dieses Foto trefft, dann postet in den entsprechenden Beitrag doch bitte einfach kurz einen Link zu diesem Artikel, denn nur so können wir die Teilnehmer in den einzelnen Hundegruppen gemeinsam über die Hintergründe des Fotos informieren.

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Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

1 Reaktion

Permalink
  • von Heike Kuster
  • 26. Juni, 2013

http://tierschutznews.ch/radar/asien-ozeanien/1088-hunde-als-haikoeder.html hier wird darüber auch schon berichtet, Mir fehlen bei so viel Grausamkeit die Worte!!

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