Martin Rütter äußert sich zu den Unterstellungen im „Hakenkreuz – Shitstorm“

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 13.12.2014 um 10:37 Uhr, 5 Kommentare

Martin Rütter - nachSITZen
Foto: © VOX/MARC REHBEC

Die Arbeit als professioneller Hundetrainer ist in den letzten Monaten mit Sicherheit nicht einfacher geworden, denn es gilt nicht nur die aktuellen gesetzlichen Änderungen im Blick zu halten, sondern man sieht sich auch zunehmend der massiven Kritik von aussenstehenden oder Kollegen ausgesetzt.

Steht man dann auch noch „als Profi“ massiv im Fokus der Öffentlichkeit wie z.B. Cesar Milan, Maja Nowak oder Martin Rütter, polarisiert man mit seiner Arbeit naturgemäß noch wesentlich mehr. In diesen Fällen darf man sich dann nämlich noch zusätzlich von hunderten selbsternannten Hobby-Hunde-Psychologen, die es in weiten Teilen oftmals nicht einmal schaffen, ihrem eigenen Hund so grundlegende Kommandos wie z.B. Sitz, Platz, Bleib beizubringen, auf seiner Facebook-Seite auf das übelste persönlich beleidigen lassen.

Aktuell erlebt der Hundeprofi Martin Rütter z.B. eine Art Mini-Shitstorm auf seiner Facebook-Seite, denn während die BUNTE versucht das Privatleben und das Geschäftsmodell des Hundetrainers in der Öffentlichkeit zu zerflücken, unterstellen ihm einige Fans auf Facebook mehr oder wenige eine politisch rechte Gesinnung.

Ausschlaggebend war in diesem Fall wohl ein T-Shirt mit dem Martin Rütter in seiner Fernsehsendung „Der Hundeprofi“ zu sehen gewesen ist. Die auf dem T-Shirt sichtbaren Symbole lassen sich laut einigen Kommentaren der Fans auf Facebook wohl ganz klar mit der rechten Szene in Verbindung bringen.

Ob es sich bei diesem T-Shirt nur um einen modischen Fauxpas oder um den versteckten Ausdruck einer politischen Gesinnung handelt, mag und möchte ich an dieser Stelle nicht beurteilen.

Klar und sympathisch ist jedenfalls die Aussage von Martin Rütter zu diesem Thema:

„Ihr müsst dringend aufhören, eurem Hund das Trockenfutter wegzurauchen.“

Viel wichtiger finde ich in diesem Zusammenhang jedoch die Message, die Martin Rütter in seinem Statement zwischen den Zeilen zu vermelden hat, denn genau wie unser Bundesinnenminister Thomas de Maizière erst kürzlich die zunehmende Respektlosigkeit im Internet kritisiert hat, wendet sich auch der „Hundeprofi“ ganz direkt an diejenigen, die ihn gezielt beschimpfen oder ihren persönlichen Frust bei ihm abladen möchten.

Ich möchte aber dieses eine Mal sagen, dass wir in einem freien Land leben und ja niemand gezwungen wird, hier meine Einträge zu lesen oder meine Sendungen zu sehen oder zu meinem Live-Shows zu kommen. Also wem es nicht passt: EINFACH NICHT GUCKEN, NICHT HERKOMMEN UND NICHT HIER LESEN!!! Ist wirklich ganz einfach.

Auch wir stellen leider vermehrt fest, dass Hundehalter an sich scheinbar sehr schnell dazu neigen andere Menschen sofort persönlich zu beleidigen, wenn jemand anderer Meinung ist oder wenn es um fast schon religiöse Themen wie „Ernährung“ (siehe „möge das barf mit dir sein“) geht.

Ich würde mir für das nächste Jahr jedenfalls wünschen, dass wir nicht unter jeder Meldung daran erinnern müssen, dass Aufrufe zu Selbst- oder Lynchjustiz auch auf Facebook rechtliche Konsequenzen haben können und ich würde mich auch freuen, wenn der Protest von uns Hundehalter nicht bereits beim Mausklick endet, sondern wenn wir es gemeinsam im nächsten Jahr schaffen, uns untereinander mit Respekt zu behandeln.

Mit welchen Recht können wir von unseren Mitmenschen im Zweifel Respekt und Toleranz für unsere Hunde einfordern, wenn wir es ganz offensichtlich nicht einmal schaffen, dass wir uns unter uns Hundehaltern in einer Diskussion gegenseitig mit Respekt behandeln?

Als ersten Schritt möchte ich euch daher bitten, diesen Artikel zu Teilen und / oder ihn an eure Freunde zu schicken, denn wenn wir alle gemeinsam etwas mehr Rücksicht nehmen und wenn wir alle gemeinsam mit einer Stimme sprechen, dann können wir auch im Kampf gegen Hundehasser etwas erreichen!

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

5 Reaktionen

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  • von Cathrin
  • 13. Dezember, 2014

Ein wundervoller Beitrag, der vielen sicher aus der Seele spricht…ich persönlich verkneife mir meine Kommentare, denn in sehr vielen Beiträgen ist eine nette, sachliche Kommunikation nicht mehr möglich. Das enorme Agressionspotential vieler User ist inakzeptabel, denen und ihren emotionalübertragungsagressiven ( das Wort habe ich mal schnell erfunden ) Hund möchte ich dann nicht beim Gassi gehen begegnen. Durch Beschimpfungen kommen wir nicht weit..eher bekommen sich die Hundehalter ( zur Freude der Hundehasser ) gegenseitig in die Wolle…das ist kontraproduktiv. Fazit. seit lieb zueinander 🙂

LG

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  • von Andrea Bergdoll
  • 14. Dezember, 2014

Super geschrieben! Bin es auch leid mich ständig rechtfertigen und beschimpfen lassen zu müssen nur weil ich mal anderer Meinung bin. Anstatt man sich gegenseitig Tipps gibt und austauscht wird ständig versucht einem die eigene Meinung aufzuzwängen, bzw. soll man sich von Menschen die keine Ahnung von Hundeerziehung haben sagen lassen wie man mit seinem Hund umzugehen hat, schrecklich! Finde es schlimm das bei dem ganzen Hass gegen Hunde die Halter nicht zusammen halten können.

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  • von Nataniel
  • 14. Dezember, 2014

Ich wurde in Süddeutschland geboren, das hört man mir auch an meinem Dialekt an. Alleine wegen meiner geographischen Herkunft und wegen meines Dialekts gelte ich in Berlin und Brandenburg sofort als Nazi. Für Brandenburger und Berliner ist ohne genauer hinzuschauen und ohne nachzudenken sofort eines klar: „Wer aus Schwaben kommt ist ein Nazi, besonders wenn er aus Bayern ist, weil Bayern sind alle Nazis“. Diesen Satz höre ich auf Arbeit fast täglich aus dem Kollegenkreis. Mit den Geographiekenntnissen scheint es bei den Berlinern nicht weit her zu sein, denn Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz usw. wird von ihnen als „Schwaben“ bezeichnet. Also alles was südlich von Thüringen liegt heißt im Osten einfach nur „Schwaben“. Und alle Leute, die da herkommen sind Schwaben, und alle sind Nazis, besonders Bayern.

Ich habe vor Jahren bereits meinen gesamten T-Shirt-Bestand weggeworfen und mir T-Shirts ohne irgendwelche Logos und Aufdrucke gekauft. Wer in Berlin aus Bayern kommt, gilt sowieso per se als Nazi, aber wenn man dann noch ein nach Ansicht der Grünen und Linken falsches T-Shirt dazu trägt, gibt es schon mal Pöbeleien, Schreiereien und Steinwürfe.

Vor meinem Herzug hatte ich mich eigentlich auf die linke Szene in Berlin gefreut, weil ich gerne aktiver geworden wäre. Aber da reichte schon meine Herkunft und mein Akzent, um sofort abgewiesen oder mit dummen Sprüchen bedacht zu werden. Ich hätte nie gedacht, dass die Leute in Berlin so engstirnig sind. Wenn die Toleranz gegen Fremde schon so gering ist, dass bereits Leute aus einer anderen Region des eigenen Landes so einem Fremdenhass ausgesetzt werden, dann wird mir klar, woher auch der übrige Fremdenhass in Berlin kommt.

Aber zurück zum Thema. Es ist leider einer der neuesten Trends, sofort mit der Nazikeule auf alles zu schlagen, was einem vor die Keule kommt. Da reicht es, wenn man nicht buchstabengetreu die Meinung vertritt, die ein anderer gerne hören würde, ein T-Shirt trägt, das ein falsches Logo haben könnte, auch wenn es kein Logo hat kann es immer noch vom falschen Hersteller sein usw.

Das beste wäre es, wenn die Grünen und die Linken eine Positivliste für T-Shirts herausgeben, die sie begutachtet und für gut befunden haben, bei denen man sich sicher sein kann, dass man nicht dumm als Nazi angemacht wird.

Und gerade die Linken müssen lernen, dass sie die wahren Nazis sind. Sie sind Faschisten, die nur rot angestrichen wurden.

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  • von NevaMasquarade
  • 16. Dezember, 2014

Dies richtet sich an Nataniel. Dein Kommentar entspricht genau dem, was im Artikel geschrieben wird. Du gehst auf Berliner los, weil einige wenige sich dumm verhalten. Solch Verhalten bzw solche Menschen gibt es in jedem Bundesland. Und du verallgemeinerst gerade, dass alle Berliner keine Geographiekenntnisse haben und jeden aus Süddeutschlandstammenden Menschen als Nazi beschimpfen. Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen und keiner meiner Mitmenschen denkt so… Und ich glaube behaupten zu können mehr Berliner zu kennen 😉
Aber genau dieses verallgemeinernde Denken macht den respektvollen Umgang kaputt und hat vor allem rassistische Ansätze. Denn indem du von ein paar wenige auf alle Menschen schließt, da fängt dann schon die Diskriminierung an.

[…] zu kritisieren. Man braucht sich dazu nur mal die entsprechenden Kommentare unter diesem oder unter diesem Beitrag durchlesen. Schnell bekommt man so den Eindruck das in unseren Wohnzimmern ausschließlich […]

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