Giftköder: Das raten Polizei und Experten uns Hundehaltern

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 04.07.2014 um 09:01 Uhr, 7 Kommentare

Vergiftungen

In dieser Woche habe ich einen ganz interessanten Bericht in der SWP zum Thema Giftköder gelesen. Mal ganz abgesehen davon, das die Redakteurin Caroline Holowiecki unseren Namen nicht korrekt wiedergegeben hat, verfolgt der Artikel meiner Meinung nach eine typische Linie in der Berichterstattung:

Ja, wir Hundehalter sind durch Seiten wie diese und durch soziale Netzwerke sehr sensibilisiert, aber im Durchschnitt wird „nur“ in jedem 10. Fall wirklich Gift gefunden oder nachgewiesen und am Ende provozieren wir Hundehalter diese Situation auch noch selbst, weil viele von uns den Kot ihrer Tiere nicht wegräumen.

In dem Artikel liest sich das dann in etwa so:

Das ist die psychologische Keule. Da will jemand die Hundehalter verrückt machen, damit sie dort nicht mehr Gassi gehen.

Der Experte der Polizei rät uns Hundehaltern deshalb:

Sie sollen die Hinterlassenschaften ihrer Hunde mitnehmen. Das ist das Erste, damit keine Streitereien aufkommen.

Lässt man jetzt mal alle Emotionen aus der Diskussion raus, dann halte ich persönlich auch jeden 10. Fall für exakt 1 Fall zuviel, denn niemand auf der Welt hat das Recht ein Lebewesen vorsätzlich zu töten, weil ein anderes Lebewesen (in dem Fall der Mensch alias Hundehalter) seiner Verpflichtung nicht nachkommt!

Aber man muss sich auch zwangsweise die Frage stellen dürfen, ob wir das Giftköder-Problem auch dann in dieser massiven Form hätten, wenn wir alle unsere Hunde im ganzen besser erziehen würden?

Und damit meine ich, dass jeder Hund lernen sollte nichts vom Boden zu fressen und anderen Lebewesen (egal ob Artgenosse oder Jogger, Radfahrer etc.) Respekt entgegenbringen sollte. Wenn ich etwas in 3 Jahren GiftköderRadar gelernt habe, ist es leider die Tatsache das viele von uns Hundehaltern extrem kreativ sind, wenn es darum geht Ausreden für unser eigenes Versagen zu finden.

In der ewigen Kot-Diskussion mache ich den Mist nicht weg, weil ich ja Hundesteuer zahlen muss oder weil die Katze des Nachbarn auch ins Feld oder in den Sandkasten schei****, Erziehung und Hundeschule macht für meinen Hund eh keinen Sinn, weil er ein ehemaliger Strassenhund aus Rumänien, Spanien oder Griechenland ist, anleinen muss ich meinen Hund auch nicht, weil er immer und überall seine Freiheit braucht und wenn mein Hund beim wildern erwischt wird, ist das eigentlich auch nicht so tragisch, denn letztendlich wird das Wild am Ende vom Jäger eh erschossen und mein Hund muss ja seine „Natur“ ausleben, oder?

Sicherlich ist der vorherige Absatz von mir ganz bewusst etwas überspitzt formuliert worden, aber ich bin mir sicher, jeder von euch hat genau diese „Argumente“ schon einmal irgendwo gehört, gelesen und findet sich vielleicht sogar selbst darin wieder. Eigentlich sollten uns die vielen Kriege in der Geschichte der Menschheit doch gelehrt haben, dass wir so nur noch mehr Ablehnung gegenüber uns Hundehaltern provozieren, oder?

Wenn wir das Problem langfristig in den Griff bekommen möchten und wenn wir mit unseren Hunden wieder Spaß am Hundestrand haben möchten, ohne das wir Angst haben müssen das unsere Fellnase den nächsten Tag nicht erlebt, dann müssen wir beginnen an uns selbst und an unseren Hunden zu arbeiten!

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Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

7 Reaktionen

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  • von Kröhn
  • 04. Juli, 2014

Ich muss sagen es ist doch so einfach den Haufen von seinem Hund weg zu machen.Wenn wir mit unsere Gina unterwegs sind dann haben mein Freund und ich immer Kotbeutel
bei uns und falls man es mal vergißt dann gehen Tempotaschentücher auch.Und außerdem um zu vermeiden das Gina einen Giftköder frißt dazu bekommt sie immer ihren Maulkorb um wenn wir mit ihr raus gehen,denn ich habe meine Kira letztes Jahr durch einen Giftköder verloren und das möchte ich nicht normal erleben.Vielleicht sollten alle Hundebesitzer mal drüber nachdenken ihrem Hund einen Maulkorb zu holen denn es dient zum Schutz vor diese Giftköder und bitte macht die Haufen von euren Hunden weg denn auch ihr wollt da nicht rein treten.

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  • von Benni
  • 04. Juli, 2014

Immer Maulkorb beim Gassi- gehen? Das geht doch gar nicht!!!
Weshalb?
– Kein Ballieschmeiß…
– kein Mausiebuddel
– kein echtes Hecheln
– und ich komme in den Verruf, ein gefährlicher Hund zu sein..

Es reichen zwei Dinge: Herrchen muß _immer_ wissen wo ich bin, und was ich tue und ich muß einfach meinem Herrchen gehorchen. Das bedeutet, daß ich ihm meine Fundstücke zur Untersuchung zeige, um sie anschließend ohne Hektik verspeisen zu dürfen.

Nur gaaanz selten sagt Herrchen NO!!! Eigentlich nur bei Hühnerknochen und Hinterlassenschaften von Menschen… das iigiittiiigitttt oder bääähhh tut mir weh, und dann laß ich es einfach.

In Wort. „Erziehung“ Erst der Mensch, und dann folgen auch wir Hunde.

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  • von Regina
  • 23. Juli, 2014

Ich möchte mich auch gerne dazu äussern.
Zu von Kröhn: Bitte bringt Gina bei, dass sie draussen nichts mehr aufnimmt. Das kann man mit Training sehr gut erreichen. Denn immer mit Maulkorb geht meines Erachtens nicht.
Zu von Benni: Ich gebe Dir vollkommen recht.
Mein allerbester Freund Merlin ist im Mai letztens Jahres nach Aufnahme eines Giftköders ganz erbärmlich, im wahrsten Sinne des Wortes, verreckt.
Ich sehe es ähnlich, dass wir Hundemenschen diesen Menschen mitunter den Grund liefern, unsere Hunde zu ermorden. Ich schreibe bewusst ermorden, denn nichts anderes ist es.
Und wenn es auch nur die Anwesenheit von Hunden ist. Viele Menschen sind und bleiben Hundehasser, egal aus welchen Gründen.
Ich glaube auch, es sind kranke, allein gelassene, eifersüchtige, neidische Kreaturen, die damit Aufmerksam, auch wenn es nur im stillen Kämmerlein ist, erregen wollen.
Eine Bitte möchte ich noch los werden. Jeden dieser grausamen Vorfälle bitte polizeilich zur Anzeige bringen.

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  • von Regina
  • 25. Juli, 2014

Ich möchte mich nochmal zu dem Thema „Hundehasser“ zu Wort melden.
Ja, es gibt sie. Und es sei jetzt mal dahin gestellt, aus welchem Grund sie zum Hundehasser geworden sind. Aber ich bin der Meinung, dass keiner dieser Hundehasser überhaupt einen Gedanken daran verschwendet, auf die Idee zu kommen, dass der Mensch die schlimmste Kreatur auf Erden ist.
Der Mensch quält, er missbraucht, er vergewaltigt, er tötet, er lügt und betrügt und er verdreckt die Umwelt um ein vielfaches mehr, wie jemals all unsere Hunde auf der ganzen Welt dies fertig bringen können.
Würden unsere Hunde sich auflehnen, ja ich glaube, sie würden mit den Menschen genauso verfahren, wie die Hundehasser jetzt mit den Hunden umgehen. Und zwar aus dem Grund, weil der Mensch hochgradig gefährlich ist.

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  • von Marta
  • 14. August, 2014

Ich stimme dem Artikel voll und ganz zu – wer sich einen Hund (oder auch Katze, Pferd, Nagetier, Vogel etc.) anschafft (sorry, gilt für Babies doch ebenso), hat hinter diesem herzuräumen, ansonsten: lass es… ich habe erst seit letztem Jahr meinen Hund und ich bin immer wieder erstaunt und genervt, wie viele Menschen herumlaufen und angeblich keine Ahnung haben, dass man Hundekot einsammeln muss (Stichwort Hundesteuer) oder wofür die komischen Dinger mit den Plastikbeutelchen sind, die hier wirklich oft zu finden sind (also an den 2,50 Euro für 500 Kotbeutel kann es eigentlich auch nicht liegen)…auch bin ich immer wieder erstaunt, wie viele Menschen so gar keine Kontrolle über ihre Tiere haben (oder Ahnung, was deren Benehmen überhaupt bedeutet)…wovon ich mich leider nicht gänzlich ausnehmen kann, da trotz Hundeschule seit Woche 1 und stetem Training es dann doch ab und an vorkommt, dass mein Kleiner jemandem in den Weg läuft oder gar Freundschaft schließen möchte und das mit dem nicht-Fressen von Dingen ist auch schwierig – Picknickdecken werden gemieden, das haben wir ganz gezielt geübt, aber dass er nichts anrührt, was am Rande eines Gebüsches oder gar einsam Mitten auf der Wiese liegt… tja…das klappt nicht immer (trotz meiner Argusaugen)…aber ja: wir müssen mehr Verantwortung übernehmen und wir müssen aufmerksamer sein und wir müssen unseren ständigen Egoismus ablegen (irgendwer wird’s schon wegräumen, was interessiert mich der Jogger etc.) – und dann werden auch die Hasser vielleicht weniger…

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  • von Kotbeutel
  • 14. August, 2014

Wo gibt´s denn bitte 500 Beutel für 2,50 EUR???

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  • von Jenny
  • 03. Dezember, 2016

Ich Räume die Hinterlassenschaften meines Hundes seit 6 Jahren weg. Er ist beim Gassi gehen an der leine…Ich untersage meinem Hund lautes gekläff……so nun hat er einen Köder gefressen mit Metall, ist verletzt an magen und darm und es geht ihm schlecht….also was soll der Mist mit besser erziehen wenn es Menschen gibt die wegen tierquälerei angezeigt und bestraft werden sollten und nicht mein Hund

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