„Bitte Abstand halten!“ – Die Initiative „Gulahund“ erobert die Hundewelt

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 28.08.2013 um 08:25 Uhr, 6 Kommentare

Gulahund - Dogs need more Space

Als Hundehalter sieht man im Laufe eines Jahres sicherlich viele Trends kommen und gehen, aber einige Ideen bleiben auch und verbreiteten sich rasend schnell, weil sie effektiv und günstig ist. Ein Beispiel dafür ist die Initiative Gulahund (frei übersetzt: „Gelber Hund“) aus Schweden, die zurzeit die Hundewelt erobert.

Die Idee hinter „Gulahund“ ist dabei denkbar einfach: Wer einen Hund mit einer gelben Schleife an der Leine oder mit einem gelben Halstuch sieht, kann dieses als freundliches Signal für „Bitte Abstand halten“ deuten und daher markieren seit kurzem auch immer mehr Hundehalter in Deutschland und Österreich ihre Hunde und bitten so um Verständnis für ihre Tiere die, etwas mehr Abstand und Ruhe brauchen.

Die Gründe für die Bitte, den größeren Abstand zum Hund zu respektieren, können vielseitig sein:

  • Der Hund kann krank sein, u. a. auch ansteckend.
  • Der Hund kann sich in der Ausbildung befinden.
  • Der Hund kann sich in der Reha befinden, oder einfach schon alt sein.
  • Der Hund kann ein Hund aus dem Tierschutz sein und hat vor seiner Umgebung noch Angst.
  • Der Hund kann schlechte Erfahrungen gemacht haben und will fremde – egal wie freundliche – Hunde oder Menschen nicht einfach so begrüßen.
  • Es kann sich um eine läufige Hündin handeln.

Wie groß die Distanz zum jeweiligen Hund sein sollte, unterscheidet sich natürlich von Hund zu Hund und sollte ggf. mit dem Besitzer geklärt werden, aber die gelbe Markierung gibt euch zumindest die Möglichkeit unnötigen Missverständnissen vorzubeugen und anderen Hundebesitzern unmissverständlich zu signalisieren, dass euer Hund zur Zeit vielleicht keinen näheren Kontakt zu anderen Hunden oder Menschen wünscht.

Die Vorteile der „Gulahund“ Initiative liegen dabei deutlich auf der Hand, denn eine solche Markierung ist für jeden einfach zu nutzen und bereits auf weite Distanz hin sichtbar. Selbst Kinder können die Bedeutung der gelben Markierung schnell lernen und daher wird auch ganz bewusst auf einen Text oder ähnliches verzichtet, denn bis jemand den Text lesen kann, ist er vielleicht schon viel zu nah dran an eurem Hund.

Um mehr Verständnis zwischen Mensch und Tier zu fördern und um unseren Hunden mehr Lebensqualität zu bieten ist es wichtig, dass viel mehr Menschen von dieser Initiative erfahren und daher bitten wir euch diesen Artikel zu Liken, zu Teilen oder in euren Lieblingsforen zu veröffentlichen, denn so wird die Botschaft des gelben Bandes hoffentlich irgendwann so selbstverständlich sein wie die „gelbe Ampel“, die uns zur Vorsicht und Abstand mahnt oder der „gelbe Schein“ vom Arzt, die uns mehr Ruhe verordnet.

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

6 Reaktionen

Permalink
  • von Gaby
  • 28. August, 2013

Eine super Idee. Sie sollte sich wirklich schnellstens verbreiten. Auf Dauer gesehen kann viel Leid, Diskussionen oder andere Unstimmigkeiten vermieden werden!!!!!

Permalink
  • von Enis
  • 24. Januar, 2014

Also eine meiner besten Freundinnen hat eine Blinde Hündin. Finde diese Aktion sehr Sinnvoll!! Aber leider noch sehr Unbekannt! Werde den Artikel jetzt mal bei Facebook Posten!

Permalink
  • von Rolf S.
  • 27. Juli, 2014

Ich musste den Artikel zweimal durchlesen, um mir sicher zu sein, keinem Hoax aufgesessen zu sein. Die überbordende Selbstverliebtheit und Realitätsferne der Hundehalterfraktion erzielt mit dieser Unart, den Hund unter bestimmten Umständen zu markieren, neuerliche Höchstmaße! Die Haltungsdelinquenten sind also offenbar der Meinung, ihrem ohnehin schon gefährlichen Raubtier durch Schleifchen einen außerordentlichen Bewegungsfreiraum erschleichen zu müssen, wenn auch noch Indikationen zu besonderem Gefährdungspotential vorliegen!? Wollen wirs doch mal durchgehen:

1. Der Hund kann krank sein, u. a. auch ansteckend.
* Wenn das Tier Krankheiten mit sich herum trägt, womöglich übertragbare Infektionen, so hat er sich in Quarantäne zu befinden oder unter der Obhut fachkompetenter Personen (Veterinär) zu stehen und sich nicht in der Öffentlichkeit herumzutreiben! Wenn ich etwas ausbrüte, beglücke ich doch auch nicht meine Kollegen und Bekannte damit, sondern verziehe mich 3 Tage mit heißem Tee ins häusliche Nest. (Machen manche Leute so, ich verachte dieses Verhalten, anderen die Erkältung aufzuzwingen, nur, um noch einen Tag länger im Büro auszuharren, um womöglich dem Chef zu gefallen. Völlig falsche Prioritätensetzung. Ok, ist ein anderes Thema…)

2. Der Hund kann sich in der Ausbildung befinden.
* Der Halter wälzt damit also seine ihm obliegende ganz besondere Sorgfaltspflicht eines noch nicht in allen Situationen gut abrufbaren oder kontrollierbaren Hundes rücksichtslos auf Andere ab, von denen er auch noch erwartet, über die Bedeutung eines gelben Stofffetzens am Halsband informiert zu sein. Richtig pervers wird diese Forderung, wenn sie an Kinder ergeht, wie im Artikel angedeutet. Der Hundehalter hat verdammt nochmal für Sicherheit zu sorgen und das mit wirkungsvollen Maßnahmen, aber nicht mit „Dresscodes“, die womöglich nur die Wenigsten verstehen!

3. Der Hund kann sich in der Reha befinden, oder einfach schon alt sein.
* Hoffentlich hat er aufgrund seines Alters keine Zähne mehr im Maul, mit denen er Menschen gefährlich werden könnte…

4. Der Hund kann ein Hund aus dem Tierschutz sein und hat vor seiner Umgebung noch Angst.
* Siehe Punkt 2. Wenn es der Halter (noch) nicht geschafft hat, einem verängstigten Misshandlungsopfer oder Dauerinsassen des Tierheimes die zum Zusammenleben mit anderen Lebewesen nötige Selbstsicherheit zu vermitteln, so hat der Halter das nachzuholen – aber bitte nicht in öffentlichem Raum! Um mal wieder mit einem Vergleich aus der Technik aufzuwarten: Solange ich mir nicht sicher bin, das mein Elaborat aus elektronischen Bauteilen sicher und zufriedenstellend funktioniert, gebe ich es unter keinen Umständen nicht sachkundigen Personen an die Hand. Der Hersteller eines Handyladegerätes zum Beispiel lässt ja auch nicht das Gehäuse weg und pappt einen Aufkleber „Führt gefährliche Spannung!“ drauf. Der Vergleich hinkt, aber zu Gunsten des Ladegerätes – Strom ist berechenbar, ein angstaggressiver Hund ist es nicht!

5. Der Hund kann schlechte Erfahrungen gemacht haben und will fremde – egal wie freundliche – Hunde oder Menschen nicht einfach so begrüßen.
* Das möge er bitte auch stecken lassen. Ich habe keine Lust darauf, mit einem fremden Hund ein Begrüßungsritual zu teilen. Ich will nicht angesprungen werden, ich will nicht untenrum beschnüffelt und besabbert werden und ich will auch nicht das nervös-monotone Gekläffe ertragen müssen, wenn ich einem Hund begegne! Auch hier ist wieder der Halter in der Pflicht und ein Markierungsband ändert rein gar nichts daran.

6. Es kann sich um eine läufige Hündin handeln.
* Auch dabei wird die Kenntnis des Codes vorausgesetzt, statt der Hündin in ihrer Hitze die besonders kurze Leine anzulegen. Abgesehen davon existieren ja auch noch andere Möglichkeiten, ungewollten Nachwuchs zu vermeiden. Man kann der Fähe ein Tuch hinten rum hängen und operative Eingriffe kosten auch nicht die Welt. Moderne Methoden sind sogar bei beiderlei Geschlechtern reversibel, falls dann doch mal Zucht in Frage kommt…

Weiterhin sind sich die Hundsversteher ums weitere mal nicht zu schade zu behaupten, den Vierbeiner genau zu kennen und ihm ablesen zu können, wann er Kontakt mit anderen wünscht und wann nicht. Um es mit Worten von Volker Pispers auszudrücken: Woher wisst ihr Anwärter auf einen Hirnschrittmacher das eigentlich so genau, was euer Hund will bzw. auf was ihn sein Instinktrepertoire so hinzuführen gedenkt?!?

Meine Lebensqualität wird täglich durch Gekläffe eingeschränkt und jetzt soll ich als Spaziergänger auch noch die Lebensqualität eines quergezüchteten Raubtieres respektieren?! Liebe Hundehalter, bindet euch das gelbe Schleifchen am besten selber um den Hals, um euch schon von Weitem als misantrophe Gesellen zu brandmarken, denen die Wohlfahrt eures Hundes schwerer wiegt als die eurer Mitmenschen!

Permalink
  • von Napu
  • 18. September, 2014

Ich habe gleich einmal ein gelbes Band an meinem Fahrrad und an meinen Laufschuhen angebracht, damit Hundehalter wissen, dass ich als Radfahrer und Jogger viel Platz benötige. Somit können Hundehalter mit ihren Hunden gleich auf Abstand gehen.
Vorsichtshalber habe ich trotzdem noch mein Pfefferspray dabei.

Permalink
  • von maxi
  • 17. Januar, 2015

Also was mit Rolf falsch ist verstehe ich nicht möchte aber gerne davon hören wenn er bei seinem nächsten magen-darm Infekt seine Wohnung beschmutzt weil so wie der Hund sollte er bei Krankheit auch keine Toilette zur Verfügung haben ( nach seiner Aussage )…

Es geht bei diesen Kennzeichnungen hauptsächlich um die Verständigung unter Hundehalter nicht ums abwälzen,
Ich bitte dann auch darum das schreiende und bockende Kinder nicht mit in die Öffentlichkeit genommen werden denn dadurch wird meine Lebensqualität beeinträchtigt, im übrigen ist Amputation ohne medizinische Notwendigkeit auch bei Tieren in Deutschland verboten dazu gehört auch die Kastration

Deswegen ein Lebewesen mit einem Ladekabel zu vergleichen halte ich für mehr als Schwachsinnig und ich kann nur hoffe das niemals ein Tier ganz gleich welches in deine Hände gerät und erkennen muss das es wirklich Ungeheuer gibt die den Namen Mensch tragen …..

Und Napu wenn man nix sinnvolles zu sagen hat ………

Permalink
  • von BrendaLee
  • 01. Februar, 2015

Mein gelbes, inzwischen sechsjähriges, Hundemädchen hat mich vor zwei Jahren in einem kleinen mexikanischen Dorf ganz im Süden Yucatans herrenlos aufgegriffen, zahlreiche Knochenbrüche an Rippen und Hinterläufen, Bissverletzungen, Brandwunden, Herzfehler. Sie wurde getreten, geschlagen, ge- und beworfen, so ist es dort eben für einen Straßenhund. Seitdem sind wir also ein Paar. Nonverbale Kommunikation ist doch echt was ganz Feines, nicht nur im Umgang mit Hunden. Inzwischen kennt sie Leine und Bürgersteige, Züge, Busse und Bahnen und glücklicherweise wohnen wir in wald- und wasserreicher Umgebung. Sie läuft wunderbar im Rudel mit anderen Hunden auf freiem Feld, auch wenn mal ein ihr unbekannter Hund mit dabei ist, und reagiert sofort und korrekt bei Ansprache. Möglicherweise können ja Hunde, die sich auf der Straße erfolgreich durchgeschlagen haben, noch gut miteinander kommunizieren, das Rudel besteht zufällig nur aus solchen und es funktioniert ohne Zwischenfälle. Interessante These immerhin. Im Haus macht sie nichts kaputt, benutzt nie uneingeladen die Couch und bedient sich nicht von Tisch oder Stuhl, ganz egal, wie lecker es riechen und wie toll es schmecken mag. Sie bleibt auch allein ohne zu randalieren oder zu lärmen. Ein ganz feines Mädchen halt.

Sind wir beide gemeinsam auf (möglichst reizarmen) Straßen oder in (möglichst reizarmen) Parks unterwegs, leine ich sie selbstverständlich an. Fremde Menschen können inzwischen problemlos an uns vorbei gehen oder uns entgegen kommen, ohne dass sie einen weiten Bogen schlagen will. Bleibt sie stehen, macht sich steif mit nach vorn gerichtetem Blick, dann weiß ich, dass Feindberührung bevorsteht, falls ich nicht reagiere. Das nimmt sie trotz meiner inzwischen gut geschulten Augen viel eher wahr als ich. Wenn es nicht möglich ist, die Straßenseite zu wechseln, kehren wir um und suchen einen anderen Weg zum Ziel. Blöd ist’s, wenn wild kläffende Hunde, vielleicht auch noch frontal, oder kreischende Kinder auf uns zugerannt kommen. Oder Hundehalter ihren Hund an der Leine zu uns zerren, damit sich die Hunde beschnuppern und miteinander spielen sollen. Wo doch mein Hund so wunderbar an der Leine geht und folgt. Deren Hund samt Halter die deutlichen Zeichen meines Hundes und meine Bitte um Abstand womöglich völlig ignoriert, der sich frech zwischen mich und mein Mädchen drängt, ihr den Weg zu mir versperrt, ein Hund auf die Rufe seines Halters so gar nicht reagieren mag. Oder wenn sich in Bus oder Bahn ein völlig fremder Mensch abrupt von vorn über sie beugt, um sie kräftigst durchzuknuddeln, weil dieser süße Hund ja so gut „auf Zeichensprache“ reagiert und doch belohnt werden müsse und obwohl sie nicht zu den kleinen Hunden zählt. Um es deutlich zu schreiben, sie beißt unartige Artgenossen, keinen Menschen, aber sie weicht vor zu ihr zu nahe kommenden Menschen deutlich zurück und schrumpft auf die Größe eines Brötchens. Ein einziges Mal hat sie bei einem solchen Überfall einen Mann angeknurrt, sehr gut. Natürlich liegt es in meiner Verantwortung, dass keiner zu Schaden kommt, deswegen bin ich doch aber nicht für das unüberlegte Tun von Mitmenschen verantwortlich, die grenzüberschreitend handeln und die ungefragt etwas berühren (wollen), was ihnen nicht gehört.

Da ist doch solch ein gelbes Kennzeichen für Hunde und Hundehalter, die einfach nur ihre Ruhe haben wollen, eine ganz wunderbare Sache. Zumindest doch für Mitmenschen, die es gelernt haben, den Wünschen Anderer mit Respekt zu begegnen, auch wenn diese von den eigenen Wünschen und Vorstellungen abweichen. Napu wird von der lieben Mutti jetzt ganz bestimmt viel gelassener ausgeführt, weisen doch die gelben Schleifen für Wissende darauf hin, dass sie beide gern allein sein möchten. Trotz Schleifchen mit dem Fahrrad selbstverständlich nicht auf Bürgersteigen und auch nicht dunkel gekleidet joggend hastig um uneinsehbare Ecken biegend bei Dunkelheit.

Ansonsten find ich es gut, dass Rolf seine Freizeit sinnvoll nutzt und freimütig auf Missstände aufmerksam macht, deren Behebung keinen Aufschub duldet. Vielleicht hat(te) Herr Dobrindt ja die Zeit und Muße, sich Rolfs mails mit den mahnenden Worten bezüglich der vielen auf Baustellen oder Stau hinweisenden Verkehrsschilder zu Herzen zu nehmen. Ich weiß auch nicht, wie viele bis dahin glückliche Familienmenschen Rolf schon aus dem Auto gezogen hat, wenn er das an der Heckscheibe angebrachte „Baby an Bord“ bemerkte, aber ich wünsch ihm von ganzem Herzen viele schmerzresistente handies.

Schreibe uns deine Meinung

Regeln: Wir freuen uns auf dein Feedback, sei jedoch stets respektvoll und bleibe beim Thema. Wir behalten uns jederzeit das Recht vor profane, belästigende und missbräuchliche Kommentare, sowie unerlaubte Werbung in den Kommentaren (Spam) zu löschen und Wiederholungstäter zu blockieren.