Verschärfte Regeln: „Gassigehn“ mit mehr als 3 Hunden verboten

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 19.07.2013 um 08:48 Uhr, 10 Kommentare

Foto: Bilderbox
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Gerade in größeren Städten und Ballungsgebieten begegnen sie uns immer wieder: Hundesitter mit teilweise 3 oder sogar mehr als 5 Hunden, die „ihre Meute“ oftmals nur mit großer Anstrengung unter Kontrolle bringen können. Fehlendes Fachwissen, Überforderung durch einzelne Charaktere und unzureichende Aufmerksamkeit bei den Hundesittern führen in solchen Fällen sehr schnell dazu, dass die Hunde möglicherweise sogar zu einer Gefahr für den Straßenverkehr oder zu einer Bedrohung für Passanten werden können.

In der Schweiz möchte man dieses Problem nun durch gesetzliche Ausführverbote für mehr als 3 Hunde in den Griff bekommen. Im Kanton Genf benötigen Hundesitter beispielsweise eine Bewilligung zur Ausübung dieser Dienstleistung. Im Kanton Bern dürfen derzeit nur 3 Hunde gleichzeitig von einer Person ausgeführt werden.

Kantonstierarzt Pierre-Francois Gobat: Hunde sind im Rudel viel gefährlicher als ein einzelner Hund alleine.

Noch härtere Zeiten für Hundesitter könnten eventuell bald im im Kanton Neuenburg anbrechen, denn dort sieht ein Gesetzentwurf vor, dass künftig jeder eine behördliche Bewilligung benötigt, der mit mehr als zwei Hunden, die ihm nicht gehören, spazieren gehen möchte. Eine Ausnahme ist nur für Personen vorgesehen, die spezifische Ausbildungen – etwa als gewerbliche Hundehalter oder Züchter – vorweisen können.

Was denkt Ihr über die verschärften Regeln in der Schweiz? Ist es eventuell auch bei uns notwendig das hintere Ende der Leine strenger zu kontrollieren? Wie sind eure Erfahrungen mit Hundesittern?

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Über den Autor

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10 Reaktionen

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  • von Benni
  • 19. Juli, 2013

Die Regel ist absoluter Schwachsinn!

Begründung:

Es wird völlig die individuelle Gefahr ignoriert, die von verschiedenen Hunden ausgeht.
Da wird ein 14- jähriges Kind einer Horde Meerschweinchen (also Kleinsthunde) mit einem professionellen Tierheim- Angestellten gleichgestellt, der mit drei Pitbulls unterwegs ist.

Auch wird die lokale Gegebenkeit ignoriert, also Großstadt versus Dorfgemeinschaft, wo jeder jeden kennt, und die frei lebenden Hunde überall zu Hause sind. Da sind dann plötzlich die Kinder Straftäter, wenn sie die Dorfhunde zum Dorfteich mitnehmen, um dort zu spielen.

Auch ist es mit diesem Gesetz plötzlich verboten, daß im Krankheitsfall ein Nachbar die drei Hunde der Nachbarin Gassi führt.

Die jetzige Regelung reicht vollkommen, könnte aber bei Defiziten verschärft werden und sollte auch kontrolliert werden:

– Haftpflicht für alle Hunde
– Pflicht für Hundesitter, ihre freiberufliche Tätigkeit bei _Gewinnabsicht_ anzumelden.
– Pflicht für Hundesitter, (Strafandrohung) für Haftpflicht- Versicherung zu sorgen

Bitte denkt daran, daß schwarz arbeitende Hundesitter, die nicht einmal krankenversichert sind (nicht einmal Harz IV- ler) mancherorts für den Hund die einzigste Möglichkeit sind, für ein paar Stunden raus zu kommen, und dann noch mit Artgenossen herumtollen zu dürfen.

Jede Verschärfung der Gesetz wird zum Nachteil der Hunde, die ohnehin schon vernachlässigt werden. (Halter 9 Stunden in der Arbeit)

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  • von Benni
  • 19. Juli, 2013

Jetzt ist der Beitrag plötzlich da…
Ehrlich vorhin (nach 2 Minuten warten) war er nicht da …
im anderen Browser, usw.

Admin, bitte saubermachen. (alles Überflüssige aufräumen)
Danke und Wuff !!

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  • von DI0TIMA
  • 19. Juli, 2013

Hallo, ich will mir kein urteil erlauben, hier wo ich wohne ist es zwar kein Stadtzentrum, aber schon wegen den Wilddieren sollen hier keine hunde frei laufen, sei denn si ehaben eine eignungsprüfung. Ich selber habe zwie kleine aber problematische Hunde die generell in Panik ausbrechen wenn uns andere Hunde begegnenSehr oft, lässt sich feststellen, dass die Begleiter einer Meute recht sorglos und unachtsam sind und in keiner Weise daran denekn, dass ihnen auch mal andere Hunde entgegenkommen könnten, oder gar Menschen die sich vor Hunden fürchten weil sie schon mal gebissen wurden usw. von denen darf ich mir dann moralpredigten wegen meiner beiden Notfellchen anhören, weil die sich unter aller Sau gegen Artgenossen benehmen ,weil ihnen bei ihren ersten Besitzern nichts beigebracht wurde. Außer Schläge Futterentzug usw. Dass ich mich bemühe den beiden die Ängste zu nehmen, und wenigstens ein wenig Kontakt zu Artgenossenzu ermöglichen zählt dann bei den oberschlauen Leuten nichts, mit welchem recht eientlich? Ich würde es schon begrüßen, wenn es für das ausführen einer Meute bestimmte Vorschriften gäbe.

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  • von Gaby
  • 19. Juli, 2013

Ich denke auch, dass man schon Sachverstand und vor allem Hundeverstand besitzen sollte, wenn man mit mehreren Hunde Gassi geht. Denn gerade durch Unwissenheit kann in dem Rudel schnell etwas falsches ankommen und sie könnten im schlimmsten Fall außer Kontrolle geraten. Wer mit mehreren Hunden geht MUSS Fachwissen haben, denn es sind nun mal keine Stofftiere, sondern es sind und bleiben domestizierte, trieb gesteuerte Raubtiere!!!!!! Daran führt nun mal kein Weg vorbei. Und wer meint, dass man ohne weiteres und ohne Wissen ein Rudel führen kann, der irrt gewaltig!!!!!!!
Ich selber habe auch 3große Hunde und Leine sie immer an, wenn mir Hunde entgegenkommen. Aber oft sind andere Hundehalter der Meinung, das ihr Hund nichts tun würde. Aber ich bin nun mal mit einem RUDEL unterwegs. Und wenn ich es nicht schaffe, mir fremde Hunde vom Laibe zu halten, wird es sicherlich meine Hündin tun. Und wenn wirklich mal ein Hundehalter uneinsichtig ist und meint, er müsse seinen Hund nicht an leinen und auf meine Hunde zukommen lassen, dass sage ich sehr DEUTLICH – meine Hunde beißen -. Tja und spätesten nun wird der Hund angeleint!!!!!! ;-)) Hilft immer!!!!!!
Natürlich beißen meine Hunde nicht!!!!! So lange ich in der Lage bin, mein Rudel zu führen!!!!!!!

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  • von Benni
  • 19. Juli, 2013

Um meinen Kommentar nicht verkehrt zu verstehen:

Ich unterschreibe alle Beiträge vor mir, daß der „Rudelführer“ Erfahrung mit seinen Hunden haben muß, und daß die Meute nur dann von der Leine darf, wenn ausgeschlossen ist, daß andere Menschen und Hunde gefährdet werden.

Andererseits benötigen wir hier _keine_ „behördliche Bewilligung“, sondern den gesunden Menschenverstand der Betroffenen und ein rigoroses Eingreifen der Behörden, wenn es auf freiwilliger Basis nicht funktioniert. Hier in Bayern reicht bereits eine begründete Beschwerde über einen Hundehalter, so daß dieser strenge Auflagen bekommt, z.B. immer nur einen Hund der Meute gleichzeitig rennen zu lassen, oder daß ihm die Hundehaltung an sich beschränkt wird.

Überprüft wird da nichts, aber falls es zu einem weiteren Vorfall käme, sind sofort 4- stellige EUR- Beträge zu zahlen. Genauso, wie beim Hetzen von Wild!

Fazit: Freiheit für alle und Vermutung daß verantwortliche Halter und Betreuer fähig sind, vernünftig zu handeln.
Aber sofortiger behördlicher Eingriff, wenn das bei Einzelnen nicht funktioniert.

Nicht aber: „Erst einmal alles verbieten, und gegen Geld Bewilligungen ausstellen.“
Wir leben doch nicht in China ???

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  • von Shakira
  • 23. Juli, 2013

Meuteführer sollten in der Hundeführung strenger überprüft werden, da eine Meute immer gefährlicher als ein Einzelhund ist.

Gemischte Meuten, mit Jagdhunden, Molosern, Terrier, Pudeln, Mischlingen usw. verlangen immer eine Riesenverantwortung vom Hundeführer, nicht nur für sich selbst auch für die ihm anvertrauten Hunde.
Ebenso für Kinder, Fahrradfahrer, entgegenkommende andere Hunde und Spaziergänger.

Es ist nicht wirklich garantiert das ein Meuteführer 14-18 unterschiedliche Hunde ausführen kann.
Und ob es den Hunden gut dabei geht, ist auch fraglich.
Dazu gehört auch die Überlegung, ob es sinnvoll ist, sich einen oder mehrere Hunde anzuschaffen, wenn man aus beruflicher Sicht keine Zeit hat seine Tiere ausreichend zu betreuen.

Ich will nicht urteilen, daher bitte nicht falsch verstehen, doch auch das Wohl der Tiere ist nicht immer garantiert, wenn sie sich bei einem Sitter befinden.
(Eigene leidvolle Erfahrung mit meinem Hund)

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  • von Benni
  • 23. Juli, 2013

Hallo von Shakira,

ich möchte Dir wiedersprechen. Hier gibt es eine „Meute“, ein halbes Dutzend Windhunde, die täglich im Team herumrennen.
Sicherlich ist es lästig, wenn diese Meute andere Hunde „zum spielen“ auffordert, aber im vergleich zu dem einen schwarzen Labrador, der mich als Einzelhund schon mehrfach gebissen hat, ist die Meute kein Problem.

es kommt nicht nur auf den Hundeführer an, sondern ganz besonders auf die rassetypischen Merkmale der Hunde, so daß eine Meute von Windhunden etwas völlig harmloses ist im Vergleich zu einem Schäferhund- Rüden, der jeden anderen Rüden „zum Fressen“ gerne hat.

Folglich ist ein Pauschalverbot zum Führen vom mehr als zwei eigenen Hunden völliger Schwachsinn, und verhindert gelebte Nachbarschaftshilfe, denn ein Besitzer von zwei Hunden dürfte dann nicht den Nachbars- Hund an der kurzen Leine mitführen…. Kopfschüttel …

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  • von Myrddin
  • 24. Juli, 2013

Es kommt auf den Halter an … Hier gibt es eine Frau mit 5-10 Hunden (5 eigene Hunde, und dann 1-5, Pflegehunde) die alle Tiere unter Kontrolle hat. Hatte das erste Mal auch etwas bammel, als ich sie getroffen hatte.
Letztendlich sind Problemhunde eher Einzelhunde, die von Leuten gehalten werden die kein bis wenig Wissen über Hunde und deren Bedürfnissen haben. Da werden die Tiere 8-10 Stunden am Tag alleine gelassen und nichtmal abends bekommen die die Beschäftigung die die Tiere brauchen, während sich die Besitzer wundern warum ihr Hund „besonderes Verhalten“ aufweist.

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  • von Shakira
  • 24. Juli, 2013

Hallo von Benny,

ich gebe dir gerne Recht.
Wenn es sich um Windhunde handelt, die spielen wollen ist ja alles gut.
Auch andere Hunde wollen gerne nur spielen, ich bin mir dessen sehr bewusst.
Allerdings ist eine strengere Überprüfung, gekoppelt und gebunden an Schulungen mit Überprüfung nicht ganz verkehrt.
Ich lasse meine Kinder auch nicht in einen Hort gehen der von Laien geführt wird.
Mein Hund ist wie jeder andere auch ein Lebewesen und benötigt jemanden, der mit Sachverstand und Fachwissen als Hintergrund mit ihm läuft und spielt und erzieht.

Mein Hund wurde wie andere aus seiner Meute falsch und zu Unrecht bestraft, Hund ist nicht Hund, er ist individuell zu sehen.
Er ist kein Gegenstand zum experimentieren….
Wie gesagt, meine eigene Erfahrung….

LG

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  • von Benni
  • 25. Juli, 2013

Hallo Shakira,

Selbstverständlich muß ein professioneller Hundesitter die notwendigen Fähigkeiten besitzen, genauso, wie ich es von einem Kinderbetreuer oder gar von einem Kindergarten erwarte. Wir als Eltern werden schon selber darauf achten und sollten beurteilen können, wo unsere Kinde bzw. Hunde in guten Händen sind.

Umgekehrt würdest Du aufschreien, wenn es plötzlich ein Gesetz gäbe, daß Du mit maximal zwei Kindern das Haus verlassen dürftest, es sei denn es sind Deine eigenen Kinder.

Genau dies möchte der Gesetzesvorschlag verbieten: Du darfst als Hunde bzw. Kindermami nicht die Hunde bzw. Kinder Deiner Nachbarn auf einen privaten Ausflug mitnehmen.

Auch eine private Geburtstagsparty mit den Nachbarskindern wäre ohne eine behördliche Bewilligung, die Du aber nicht ohne spezifische Ausbildungen erhalten wirst eine Straftat, mit der Konsequenz, daß Deine eigenen Kinder ins Heim gesteckt werden, da Du mit dieser Straftat Dich als zur Kindererziehung untauglich stempeln würdest.

Nein, dieses Gesetz ist absoluter Schwachsinn!

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