Beiß-Statistik: 655-mal schnappten Hunde in Berlin 2012 zu

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 23.07.2013 um 08:17 Uhr, 15 Kommentare

© Foto by thinkstockphotos.de
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Nach einer kleinen Anfrage der Grünen Abgeordneten Claudia Hämmerling veröffentlichte der Berliner Senat nun aktuelle Zahlen zur Anzahl der in Berlin registrierten Hunde und der zur Anzeige gebrachten Hunde-Attacken im Jahr 2012. So gab es in Berlin im Jahr 2012 nur noch 94.369 registrierte Hunde (2011: 109.746).

Der Rückgang von mehr als 15.000 Hunden erklärt sich u.a. auch aus der neuen Zählweise, denn jetzt werden von den Ordnungsbehörden nur noch aktuelle Meldungen berücksichtigt. Früher wurden noch solche Meldungen vermerkt, bei denen die Haltung im laufenden Jahr abgelaufen war.

In diesem Zusammenhang sank auch die Zahl der offiziell gemeldeten Beißvorfälle. 2012 schnappten Berliner Hunde in 655 Fällen zu. Das sind 19 Beiß-Attacken weniger als im Vorjahr 2011. An lediglich 25 Attacken waren Hunderassen beteiligt, die von den Behörden zuvor als „gefährlich“ eingestuft wurden.

Mit 269 Beiß-Attacken führen Mischlings-Hunde die Statistik unangefochten an. 125 mal wurden bei einem Angriff von Mischlings-Hunden sogar ein anderer Hund verletzt. Der beliebte deutsche Schäferhund griff im Jahr 2012 genau 75 mal einen Menschen an. 62-mal ging es darüber hinaus auch gegen andere Vierbeiner.

Aber auch Familienhunde wie Labrador oder Golden Retriever finden sich in der Statistik. Beißvorfälle dieser Rasse nahmen leider weiter zu. 2012 wurden 19 Angriffe gezählt, dass sind zwei mehr als 2011. Damals betrug der Anstieg 13 Fälle. 23-mal waren andere Vierbeiner Angriffsziel dieser Rassen.

13 gemeldete Beißereien gegen Menschen und somit zwei weniger als 2011 fallen auf den Dackel. Viermal gingen die Tiere auf andere Artgenossen los, sodass diese verletzt wurden. Der Dackel landet in der Beißstatistik damit auf Rang sechs, gleichauf mit dem Dobermann mit ebenfalls 13 Bissen.

Erst danach folgt der American-Staffordshire-Terrier mit elf Beißvorfällen.

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Quelle: B.Z.

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15 Reaktionen

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  • von Eric
  • 23. Juli, 2013

Und bevor jetzt wieder jemand laut schreit wie unfair Listenhunde behandelt werden … Denkt doch mal daran dass sie in der Statistik vielleicht nur deshalb soweit hinten stehen, weil die Auflagen Wirkung zeigen.

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  • von Tina
  • 23. Juli, 2013

Das Listenhunde-Konzept ist totaler Schwachsinn. Den Charakter eines Hundes erkennst Du daran, dass Du Dir das andere Ende der Leine ansiehst. Listenhunde sind halt in einer bestimmten Schicht der deutschen Bevölkerung besonders beliebt. Die machen dann aus ihnen das, was der Durchschnitt sich unter einem solchen Hund vorstellt. Und schon erfüllt sich das Klischee. Dabei sollte dieser Menschentyp überhaupt keine Hunde halten dürfen. Wie gehabt leidet das Tier unter der Gewissenlosigkeit und Ignoranz des Menschen.

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  • von Tina
  • 23. Juli, 2013

@Redaktion: und musstet Ihr unbedingt einen Listenhund als Aufmacherfoto nehmen? Wie wär’s mit einem Dackel oder Labrador gewesen? Ihr erfüllt doch damit auch nur Klischees.

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  • von Simone
  • 23. Juli, 2013

Sorry, aber diese Statistik ist nun wirklich für die Tonne. Natürlich sind die Mischlingshunde in der Statistik ganz oben, weil es schlicht und einfach auch am meisten Mischlingshunde gibt. So eine Statistik ist nur dann aussagekräftig, wenn man die verhältnismäßigen Zahlen nimmt. Also im Verhältnis zur Anzahl der gehaltenen Hunde einer Rasse.

Die absoluten Zahlen sind ja ganz interessant, aber irgendetwas daraus ableiten zu wollen wäre falsch.

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@Tina Meinst du nicht, es ist vollkommen egal welches Foto wir hier nehmen? Bei solchen Themen kann man es leider nicht allen Recht machen, denn hätten wir einen Dackel, Husky oder was auch immer genommen, dann hätten unsere die Halter dieser Rassen die gleichen „Klischee“-Vorwürfe gemacht. Dieses Bild war bereits in unserer Mediathek vorhanden und daher haben wir es genommen.

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  • von Thomas Görner
  • 23. Juli, 2013

Amstaff, Pitbull u. Co. von wegen Kampfhunde. Auch wenn die sog. Listenhunde gegenüber anderen Hunderassen in der Statistik den kleineren Anteil einnehmen beweist das, daß Sie nicht mehr in Beißvorfälle verwickelt sind als andere Hunderassen. Es ist traurig, das sich die Menschen das Recht herausnehmen auch Tiere zu Diskriminieren. Hunde werden nicht böse geboren, und da sind wir wieder am Anfang…nämlich am Ende der Leine.

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  • von Susanne Dörrer
  • 23. Juli, 2013

Nun heute halte ich mich einfach mal nicht zurück

als Erstes: ich finde es unerträglich Rassen zu diskriminieren und deren Halter gleich dazu, das spricht von einer wirklich erbärmlichen Unwissenheit, da wird nachgequatscht was seit Jahren populistisch in die Köpfe der Leute eingehaucht wird. Nur Verbrecher und geistig Minderbemittelte halten sich solche Hunde – eine Frechheit ohne Ende. Wer sich genau umschaut erkennt, dass dem bei weitem nicht so ist. Ich bin es leid immer wieder die selben Stammtischparolen zu hören oder lesen. Wer eigentlich gibt jemandem das Recht vorzuverurteilen, ohne Denjenigen um den es geht, persönlich zu kennen? Wer hat das Recht Hunde und besonders die Listenhunde dermaßen zu diffamieren, dass es einem das Herz bricht, wenn man sie sieht und erkennt, dass diese Hunde nichts anderes als andere Hunde sind? KEINER – und das wir immer ein paar schwarze Schafe in allen Schichten und auch Bereichen haben, daran lässt sich nun mal nicht vorbeidiskutieren – also verbitte ich mir auch eine Pauschalisierung, es reicht schon, wenn die Politik das tut und zwar zur Genüge.

zweitens : fragt man sich warum kommt es zu solchen Unfällen? Wer oder was war der Auslöser – so eine Statistik sagt nichts aus – denn es werden keine genaueren Angaben gemacht.

drittens: ist es nicht vielleicht so gar Hausgemacht? denn eines darf man nicht vergessen – wenn man ein Tier ständig mit Leine gängelt, sodass es nicht mehr normal kommunizieren kann, kann es auch passieren, dass wir Menschen eben kleinste Gesten übersehen, die dann zu solchen Unfällen ausarten.

Und zum Schluss sei angemerkt – ich bin weder ein Listenhundehalter noch verteidige ich diese Bisse – sondern ich bin ein Mensch, der sich so seine Gedanken macht warum? Denn dies wird leider seltenst hinterfragt – und beantwortet schon mal gar nicht.

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  • von Anna-Lena
  • 23. Juli, 2013

Sogenannte Listenhunde waren in der Beißstatistik auch schon vor Auflagen und Vorfällen sehr weit hinten. Es hat auch schon ein Schäferhund ein 3 jähriges Kind getötet, aber hinter diesen Tieren steht eine größere Lobby und solche Artikel erscheinen auch nicht reißerisch auf der ersten Seite der Bildzeitung, ist wohl nicht so interessant.
Klar stehen Mischlinge auf Platz eins, gibt es ja auch mehr von (ich habe auch einen:)). Vielleicht müsste man hier einen Landesweite Statistik zu rate ziehen, welche etwas anders aufgebaut ist.
Ich denke zu diesen Thema gibt es leider immer wieder die unterschiedlichsten Meinungen. Mein erster Hund war eine Mischung aus Am. Staff (Listenhund), Dt. Dogge und Golden Retriever und am Ende ist nicht die Rasse ausschlaggebend, sondern wie gehe ich mit dem Tier um! Und das gilt für mich auch für Goldfische, Katzen, Hamster und Pferde.

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@Susanne Dörrer

Du hast den Artikel aber schon gelesen, oder? Wenn nicht, dann solltest du vielleicht erst einmal einen Blick in die Zeilen werfen, denn es steht nirgendwo etwas gegen Listenhunde geschrieben und findet auch nirgendwo eine Diskriminierung statt! Ganz im Gegenteil…dem Artikel und der Statistik ist doch ganz klar zu entnehmen, dass wesentlich mehr Beiß-Attacken auf Mischlinge und die typischen Familienhunde zurückzuführen sind. Was soll also diese wirklich unnötige Aufregung?

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  • von Susanne Dörrer
  • 23. Juli, 2013

von Eric
23. Juli, 2013

Und bevor jetzt wieder jemand laut schreit wie unfair Listenhunde behandelt werden … Denkt doch mal daran dass sie in der Statistik vielleicht nur deshalb soweit hinten stehen, weil die Auflagen Wirkung zeigen
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Diese Antwort hat mich zu meiner Antwort aufgefordert – ja klar habe ich den Artikel gelesen – es war auch nicht an die Redaktion gerichtet sondern auf unsere so unvoreingenommenen und völlig wissenden Unwissenden ( entschuldigt meinen Sarkasmus ) Schreiber.

wie schon geschrieben : aus so einer Statistik kann man nichts herleiten, weil viel zu viele Eckdaten fehlen, sie können max. mit in eine Begutachtung einfließen. Aber ich habe wenig Hoffnung, dass sich man sich von politischer Seite her überhaupt die Arbeit machen will, denn es reicht doch den Hundehalter per se zu verurteilen und ihn als aussätziges Mitglied abzustempeln.

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  • von Benni
  • 23. Juli, 2013
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  • von Rico
  • 23. Juli, 2013

@Anna-Lena

Die Statistik, die du gern hättest, gibt es bereits – in dieser werden die gemeldeten Vorfälle ebenso erfasst, wie die Anzahl der registrierten Hunde pro Rasse. Es ließe sich also durchaus ein tatsächliches Verhältnis ableiten, welches zeigt, welche Rasse durchschnittlich (zum Beispiel auf 1000 Tiere gerechnet) wie oft zubeisst oder anders auffällig geworden ist.

Ich habe diese Zahlen für das Land Brandenburg hier und muss leider feststellen, dass die absoluten Zahlen ganz klar ein Pluspunkt für unsere Hunde (ich bin seit mehr als 15 Jahren ein SoKa-Halter) zu sein scheinen – die relativen Zahlen allerdings … nun … sehen streng genommen nicht mehr ganz so unspektakulär aus 😐 Sie sind sicherlich nicht geeignet, daraus nun eine abstrakte Gefährdungssituation abzuleiten und damit eine Rasseliste zu rechtfertigen aber sie zeigen doch, dass wir SoKa-Halter nicht immer mit der rosaroten Brille (was solche Statistiken angeht zumindest) die beste Wahl treffen.

Dennoch: eine Pauschalverurteilung einer Rasse macht keinen Sinn!

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  • von eevee
  • 23. Juli, 2013

hallo,
a. das bild zeigt einen listenhund, welches zum thema beißstatistik genommen wird, die leute assoziieren es direkt mit listenhunde. IST SO.
b. auf welche art von mischlingshunden sind die statistiken errechnet.
c. speziesübergreifender rassismus sollte auch bestraft werden sowie unsachgemäße handhabung eines hundes (tieres).
ich muss mich selber auch am laaaufendem band rechtfertigen warum ein am bull, gefährlicher hund, assi hund etc.
unsere gesellschaft ist dermaßen ungebildet, wie ichs lange nicht mehr erlebt habe.

meine frage richtet sich immer an die unwissenden unter uns, warum ein hund ein kind beißt, oder wofür die sogenannten listenhunde ursprünglich gezüchtet wurden…

nach der aufklärung sehen die leute so einiges anders.

egal, ich rege mich immer über solche statistiken auf

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  • von Max
  • 24. Juli, 2013

In diesem Zusammenhang nach der Rasse des Hundes zu fragen zeugt sicherlich von großem Unverständnis! Bestimmt hat jede Rasse spezifische „Eigenarten“, doch können natürliche Instinkte von Hunden nicht als Ursache menschlicher Probleme angesehen werden. Hunde reagieren auf ihre Umwelt- ihre Erziehung und ihre gesamte Umgebung. Hieraus resultieren die Probleme! Statt nur an Hundeerziehung zu denken, sollte man wohl besser zuerst die Halter unter die Lupe nehmen- ganz egal, ob es um einen Pitbull oder einen Labrador geht.

[…] Eine aktuelle Statistik für ganz Deutschland konnte ich leider bisher nicht finden. Allein in Berlin wurden jedoch letztes Jahr über 650 Vorfälle gemeldet. Dabei ist die Rasse des beißenden Hundes […]

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