Stellungnahme zur Anleinpflicht für Hunde in Bottrop

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 08.08.2012 um 07:52 Uhr, 0 Kommentare

Erst kürzlich hatten wir an dieser Stelle ausführlich darüber berichtet, dass laut einem Urteil (Az.: 5 A 2601/10) des  Oberverwaltungsgerichts Münster aus dem Monat Juli 2012 eine generelle Anleinpflicht für Hunde in Waldgebieten unzulässig sei und nur wenige Tage danach erfolgten auch bereits die ersten öffentlichen Reaktionen der zuständigen Städte und Gemeinden.

So lies die Stadt Bottrop seine Hundehalter beispielsweise die Hundehalter über die Presse davon in Kenntnis setzen, dass Hunde in Waldgebieten natürlich nur in Naturschutzgebieten angeleint werden müssen. In allen anderen Fällen muss der Hundehalter im Wald lediglich sicherstellen, dass der Hund den vorgegeben Weg nicht verlässt bzw. das der Hund am Fuß gehalten wird.

Jedoch weist man in dem Artikel natürlich rein vorsorglich daraufhin, dass in der Stadt Bottrop solche Dinge auf Grundlage des Landeshunde-, des Landesforst-, und des Landschaftsgesetzes geregelt werden und das bedeutet mit einfachen Worten ausgedrückt, dass Hunde auf allen öffentlichen und öffentlich zugänglichen Gebieten angeleint werden müssen. Für Hunde, die ausgewachsen eine Widerristhöhe von mehr als 40 cm oder mehr als 20 kg Gewicht erreichen besteht zudem eine generelle und somit gesonderte Leinenpflicht.

Was sagt uns dieser Artikel nun? Auf den ersten Blick sieht es sicherlich so aus, als wenn der Stadt Bottrop dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts zumindest in Teilen folgt, aber wer genauer hinschaut wird schnell merken, dass die Verantwortlichen den schwarzen Peter schnell in Richtung der Landesgesetze schieben und diese Gesetze sind von dem Urteil aus Münster unter Umständen nicht betroffen.

Für mich bedeutet es, dass ich meinen Hund ggf. nur in Wäldern ohne Leine laufen lassen darf, die nicht zum Gebiet der Stadt Bottrop gehören, denn hier könnte dann nämlich wieder die Landesgesetzgebung zur Anwendung kommen. Vermutlich wird man in Bottrop die Wälder auf dem Stadtgebiet einfach als öffentlichen Ort mit Publikumsverkehr ansehen und somit würde auch auf diesen Wegen wieder Leinenzwang herrschen.

Das ganze ist jedoch lediglich meine persönliche laienhafte Einschätzung der Situation und soll in keinem Fall eine Rechtsberatung oder ähnliches darstellen, denn letztendlich sind für solche Entscheidungen unsere Gerichte zuständig. Fest steht jedoch, dass man in Bottrop mit dieser Stellungnahme keineswegs für mehr Rechtssicherheit, sondern für wesentlich mehr Verwirrung gesorgt hat.

Anbei nochmals der gesamte Artikel:

Quelle: Dog Campus – Die Hundeschule

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

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