Giftköder: Panikmache und die Gier nach den Klicks

Abgelegt von Amalia Schoppengerd am 20.11.2015 um 13:59 Uhr, 2 Kommentare

Foto: Sabine Meuter

Gestern erhielten wir eine Warnung über unsere Facebook Pinnwand mit dem Hinweis darauf das sowohl auf der Fanpage und auch der Website von Blaulicht Ansbach eine neue Giftköder-Meldung veröffentlich wurde. Diese sollten wir doch bitte auch im GiftköderRadar aufnehmen um die Hundehalter zu warnen.

Da uns die Meldung zumindest auf den 1. Blick schlüssig vorgekommen ist, wollten wir keine Zeit vertrödeln und haben die Meldung zunächst einfach ungeprüft geteilt. Bei genauerer Betrachtung stellte sich dann jedoch schnell heraus das der betreffende Vorfall offensichtlich schon eine längere Zeit zurückliegt.

Vor etwa 6 Wochen nahm ein Hund einen Köder mit 50 Schrauben auf und musste leider als Resultat daraus vom Tierarzt eingeschläfert werden. Der Hundehalter geht von einem gezielten Angriff aus. Fairerweise haben die Kollegen von Blaulicht Ansbach das Datum (08.10.2015) des Vorfalls im der Meldung mit aufgeführt. So ist es dann jedem Leser selbst überlassen in dieser Meldung eine Gefahr zu sehen oder nicht.

Der Sender Radio8 griff die Meldung dann jedoch sofort auf und berichtete davon, dass der Hund gezielt seit Anfang Oktober mit Giftködern gefüttert worden wäre. Nun geht die Polizei davon aus das es ein gezielter Anschlag im Garten gewesen sein soll.

Die Kollegen von InFranken.de gehen in Ihrer Meldung anschließend sogar einen Schritt weiter und geben diese Warnung als offizielle Meldung vom letzten Donnerstag aus: Zitat: „Am Donnerstag vergangener Woche fiel dem Hundehalter in Oberdachstetten im Kreis Ansbach auf…“ – Dieses Beispiel zeigt jedenfalls zumindest in meinen Augen sehr eindrucksvoll das soziale Medien und diverse Online-Portale nicht immer die zuverlässigste Quelle für Informationen zum Thema „Giftköder“ sind.

Auch haben wir in den letzten Monaten leider festgestellt, dass viele Redakteure ihre Artikel immer immer häufiger auch so formulieren, dass aus einfachen Vermutung oder aus nicht bestätigten Verdachtsmomenten plötzlich eine vom Leser gern geglaubte Wahrheit wird. Ob hier gezielt mit der Angst der Hundehalter gespielt wird um entsprechende Klicks und damit Werbeeinnahmen zu generieren mag ich an dieser Stelle nicht beurteilen, aber die Vermutung liegt zumindest nahe wenn man die Entwicklung einmal genauer betrachtet.

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Über den Autor

Amalia Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und sie kümmert sich bei uns um das Layout, den Support und um die Bearbeitung aller Meldungen. Bei Fragen erreicht Ihr Amalia auf Twitter, Xing oder per E-Mail.

2 Reaktionen

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  • von Victor
  • 25. September, 2016

Ich bin sehr froh das es euch gibt! Mit dieser App habt Ihr einen enormen Mehrwert für alle Hunde und Hundehalter erschaffen! Auch wir fühlen uns nun beim Glasigehen sicherer seid wir die App installiert haben. Es war ein toller Tipp eines anderen Hundbloggers. Durch Zufall bin Ich auf jetzt auf eure Webseite aufmerksam geworden. Ich wünsche euch für die Zukunft alles Gute! Viele Grüße Victor

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Das ist echt eine riesen Sauerei, ich kann diese Menschen einfach nicht verstehen, die bewusst Köder auslegen um die Vierbeiner und ihre Besitzer zu schaden. Was geht bei solchen Menschen einfach nur im Kopf ab.

Liebe Grüße Sebastian

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