Traurig, aber wahr: Ignorante Hundehalter sind mit Sicherheit keine Ausnahme

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 12.05.2015 um 14:15 Uhr, 24 Kommentare

hund-und-katz-2015

Am Samstag waren Amalia und ich auf der Messe Hund & Katz in Dortmund unterwegs. Eigentlich sollte es ein angenehmer Tag mit vielen interessanten Gesprächen werden, aber am Ende war ich offen gesagt extrem schockiert über das Verhalten der vielen ignoranten Hundehalter auf der Messe.

Zu unserer Philosophie gehört es nicht nur Hundehalter vor potenziellen Gefahren zu warnen, sondern wir betreiben auch sehr viel Prävention. Wir setzen uns also für ein besseres miteinander zwischen Hundehalter und Nicht-Hundehaltern ein. Aber gerade dann, wenn es um so ein emotionales Thema geht, dann kommt auch immer wieder die massive Verschmutzung der öffentlichen Wege durch Hundekot zur Sprache.

Die meisten von euch ignorieren leider schon seit Gründung dieser Plattform konsequent den Zusammenhang zwischen Hundekot und Hundehass. Die Ausreden hier sind letztendlich auch immer die gleichen: Ich zahle ja Hundesteuer, Katzen ka*** auch überall hin oder es liegt auch sonst genug Müll rum.

Aber … ist das wirklich so einfach? Gibt es wirklich keinen Zusammenhang zwischen ‪Giftködern‬ und Hundekot oder rücksichtslosen Hundehaltern? Ist es wirklich richtig, dass wir uns mit dieser Frage offensichtlich nicht einmal beschäftigen wollen? Ich sage nein, denn wenn man sich die Kommentare auf unserer Facebook-Seite so anschaut, dann bekommt man den Eindruck das die deutschen Wege ja alle blitzblank sein müssen.

Jeder zückt wie selbstverständlich seinen Kotbeutel und räumt die Hinterlassenschaften seines Hundes vorbildlich weg. Glaubt man diesem Bild, dass wir Hundehalter ja nur all zu gern von uns selbst in der Öffentlichkeit präsentieren, dann existieren offensichtlich nur ein paar wenige Ausnahmen, die durch ihre Faulheit und Ignoranz das Ansehen von uns allen schädigen.

Es darf an dieser Stelle dann durchaus die Frage gestellt werden woher dann all der ganze Kot auf unseren Straßen kommt? Sind das alles Hundehalter ohne Internet-Anschluss? Sprich … sind das alles Hundehalter, die einsam und allein leben und somit nicht mitbekommen wie vorbildlich der Rest von uns ist?

Mein Besuch auf der Hund & Katz hat mir jedenfalls gezeigt, dass viele von uns ein völlig verzerrtes Bild von den Hundehaltern haben, denn die ignoranten und rücksichtslosen Hundehalter waren auf der Messe in Dortmund mit Sicherheit alles, aber bestimmt kein unangenehmer Einzelfall!

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Ich konnte nicht wenige Hundehalter beobachten, die Ihre Tiere wie selbstverständlich haben in die Wege und Gänge ka*** lassen und das obwohl es ausreichende Löseplätze im Umfeld der Hallen gegeben hat. Mein persönliches Highlight war eine Hundehalterin, die ihrem Hund auch noch dabei zugesehen hat wie er sein Geschäft auf der Rolltreppe verrichtete und dann ohne eine Reaktion ihren Weg fortsetzte.

Kaum eine Ecke und kaum eine Säule, die nicht von zahlreichen Rüden „markiert“ wurde. Stellenweise durfte man durch regelrechte Urin-Pfützen laufen und das obwohl die zuständigen Veranstalter entsprechende Entsorgungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt hatten. Auch Kotbeutel-Spender standen massenweise in den Hallen rum, aber warum sollte man sich das die Mühe machen und sich bücken?

Kurios war auch eine Besucherin, die vollkommen erschüttert gewesen ist, dass ich diese Dinge für unseren Blog dokumentiert hatte. Ich war eher schockiert darüber, dass die Besucherin die zahlreichen Hundehaufen und Urin-Seen in den Gängen als völlig „normal“ angesehen hatte. Der Tag hat mich persönlich sehr traurig gestimmt, denn die ignoranten Hundehalter waren hier sicherlich nicht in der Mehrheit, aber sie waren auch keine unbedeutenden Einzelfälle und da sollten wir alle einmal drüber nachdenken!

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Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

24 Reaktionen

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  • von Martina
  • 12. Mai, 2015

Hallo,

auch ich war auf der Hund und Katz, war schon öfter in Dortmund. Gleich vorweg stimme ich dem Autor in vielem zu, jedoch nicht in allem. Natürlich gibt es viele Löseplätze, ich weis allerdings nicht, ob der Autor sich auch dort genauer umgeschaut hat. Ich war Sonntags dort und es ist für meine Hündin schlicht unmöglich, diese Löseplätze auch nur zu betreten. Diese sind nach dem ersten halben Tag richtig ekelhaft. Sie verkneift es sich einfach, den ganzen Tag. Geht vielen Hunden dort so, manche müssen dann einfach irgendwann dringend. Nicht verstehen kann ich allerdings, das die Hinterlassenschaften dann nicht entfernt werden, denn dafür gibt es , wie beschrieben, viele Möglichkeiten.
Und gar nicht verstehen kann ich es, wenn man seinen Hund an Türrahmen usw. pinkeln lässt, das hat mit dringend nun wiederum gar nichts zu tun, selbst vor Aussteller-Stühlen wird da nicht halt gemacht. Schön wäre hier einfach mehr Einsicht und Rücksicht gegenseitig.

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  • von juhpee
  • 12. Mai, 2015

Also ich weiß gar nicht wieso ich meinem Hund das antun muss, mit ihm stundenlang auf der Messe rumzulaufen. Ich käme mein Lebtag nicht auf die Idee – und wenn, hätte ich mir vorher schon tagelang Gedanken gemacht, wie ich das hinkriege, dass er nix versaut, dass wäre mir viel zu peinlich anderer Leute Sachen zu versauen. Ich hätte auf jeden Fall eine Rolle Küchenpapier und Kackibeutel dabei.
Aber mich wundert nix mehr … wer die schöne Natur versaut macht auch „Indoor“ keine Ausnahme – s‘ wird schon irgend jemand wegmachen! Schließlich zahlt man ja Hundesteuer und dort wohl Eintritt ….

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  • von anonym
  • 12. Mai, 2015

Ich fand es gar nicht sooo schlimm verschmutzt, das habe ich schon schlimmer erlebt.
Natürlich trotzdem keine Entschuldigung für so ein Verhalten.
Die Löseplätze waren für meinen Hund in Ordnung, allerdings habe ich eine Möglichkeit für die Rüden vermisst. Er wollte ständig an der Mauer das Bein heben, was er natürlich nicht durfte, aber das hat ihn schon irritiert weil ich ihn mehrmals ermahnt hab, so dass er dachte, er soll allgemein nicht pinkeln. Einfach so im Stehen macht er nämlich nie, er hebt immer das Bein, hat dann jedesmal ein Weilchen gedauert…

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  • von Mestchen
  • 12. Mai, 2015

Ich war ebenfalls auf der Messe: ausgestattet mit Küchenrolle und Kotbeuteln.
Wir haben zwischendurch die Messehalle verlassen und sind draußen umhergelaufen. Was mich da erschreckt hat, waren die ganzen Haufen in der Umgebung. Kann es sein, dass es so viele Hundehalter nicht mal auf der Messe es schaffen einmal die Hinterlassenschaften wegzuräumen? Mich würde es nicht wundern, wenn Dortmund den Riegel vor der Messe setzt, da alles zugekotet wird.
Aber die Veranstalter haben wohl mitgedacht. Ich traf zwei Menschen, die jeden Haufen mit einer Tüte einsammelten. Das ist doch wirklich ein Armutszeugnis.

Überall liesen die Menschen ihre Hunde markieren. Man lief ungewollt durch Pfützen und auch durch Haufen. Die Hunde haben sich in ihrer Not einfach an Ort und Stelle hingehockt.

In den Hallen stank es richtig nach Kot und Urin. Ich war froh, dort rausgekommen zu sein und meinen Hund davon abzuhalten, daran zu schnuppern.

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Das Thema gegenseitige Rücksichtnahme ist gerade überall aktuell. Ich war so frei diesen Beitrag in meinem Blogartikel zu verlinken. Danke für diesen umgeschönten Einblick.

http://www.dunkelbunterhund.de/blog/ach-du-kacke/

Gruß, Anja und Lucy

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Was ist bei GiftköderRadar beim Nachdenken rausgekommen? Was schlagt ihr vor, um dem Problem endlich Herr zu werden? Ihr habt eine große Reichweite.

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  • von Anonym
  • 13. Mai, 2015

Hallo,
auch ich war am vergangenen Sonntag mit meinem Junghund auf der Hund&Katz in Dortmund.
Ich fand die Messehallen sogar sehr angenem sauber.
Mir war es in den Hallen zu warm aber es stank nicht und es lag auch kein Kot herum. Urinflecken wurden direkt mit einem der zahlreich aufgestellten Späneeimer überdeckt.
Auch mein Junghund konnte sein großes Geschäft letztenendes nicht halten und kotete in eine der Hallen. Als ich gerade schleunigst nach einer Tüte kramte, kam von irgendwo ein freundlicher Herr und drückte mir eine in die Hand, fand ich sehr freundlich.
Ich werde die Dortmunder Messe jedenfalls wieder besuchen, ich empfand es als angenehm sauber, eine Messe die mir gefällt !
Liebe Grüße

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@P. Schmidt

Diese Frage ist natürlich nicht einfach zu beantworten und offen gesagt glaube ich auch, dass es sich hier um einen Kampf gegen Windmühlen handelt. Ein wichtiger Schritt wäre in meinen Augen jedenfalls eine drastische Erhöhung der Bußgelder, denn wenn jemand seinen Dreck nicht entfernt, dann muss er das richtig in der Geldbörse spüren.

Das gilt für Hundekot natürlich ebenso wie für Zigaretten, Fast-Food Verpackungen oder Restmüll an Rastplätzen. Persönlich würde ich hier Bußgelder von weit oberhalb der 1.000 € ansetzen. Bei einem wiederholten Verstoß ggf. auch sogar auch noch höher.

Darüber hinaus sehe ich aber auch die Gemeinden in der Pflicht für mehr geeignete Auslaufflächen zu sorgen. Hier kann ggf. auch auf die Unterstützung von privaten Sponsoren zurückgegriffen werden. Ich denke, dass sich in dieser Kombination vieles auf die Beine stellen lassen würde. Die Gemeinde stellt z.B. das Grundstück und private Sponsoren oder Vereine kümmern sich um den Aufbau und die Erhaltung der Flächen.

Damit stehen wir Hundehalter auch selbst in der Verantwortung und das ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Zur Zeit regiert bei vielen leider eher die Gleichgültigkeit. Es gibt also sehr viel Arbeit auf beiden Seiten, denn Abneigung resultiert oftmals nur aus Vorurteilen.

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  • von Sabine
  • 13. Mai, 2015

Hallo, ich muss Martina einfach zustimmen.

Ich war Freitag und Sonntag vor Ort und konnte feststellen, das der Verschmutzungszustand doch sehr zugenommen hatte. Wobei auch ich sehen konnte, das leider der eine wie andere Aussteller scheinbar der Meinung ist, sich mit der Ausstellungsgebühr das Recht erkauft zu haben, ihren Vierbeiner sich überall lösen zu lassen ohne sich um das Entfernen zu kümmern zu müssen.

Schade….

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  • von Anonym
  • 17. Mai, 2015

Ich als Nicht-Hundehalter war sehr überrascht, auf einer Seite wie dieser eine solch sachliche Diskussion zu finden. Leider habe ich im Außenbereich ähnliche Erfahrungen machen müssen, wie Sie auf der Messe. „Highlights“ waren Hundehäufen mitten auf meine Rhabarberpflanze und der Kinderrutsche! Spreche ich Hundehalter an, ihren Kot von meinem Grundstück zu entfernen (bestimmt, aber immer mit der Höflichkeitsformel „bitte“), mündet(e) dies allzu oft in wüsten Beschimpfungen seitens der Hundehalter oder purer Ignoranz. Erst seit Bereiche videoüberwacht sind, habe ich bisher Ruhe. Nach über 20 Jahren „Kampf“ gegen Hundekot ist dies eine Erlösung. Unverständlich bleibt mir, weshalb manche Mitbürger so ignorant sind. Regelmäßige Aufrufe im Nachrichtenblattes des Ortes zeigen, dass es immer wieder an verschiedensten Stellen Beschwerden gibt. Auch die entsprechenden privat angebrachten Schilder zeigen den Unmut der Bevölkerung. Anhand der Anzahl an Häufen in meinem persönlichen Fall gehe ich (leider) auch nicht von vereinzelten Personen aus, sondern von einem doch nicht ganz kleinen Teil an Hundehaltern. Um zu verstehen, welchen Umfang ich beschreibe: pro Woche waren es teils 5 Häufen, die ich entsorgen oder die ich von der Kleidung meiner Kinder entfernen musste; und dies über Monate hinweg!

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  • von Alice
  • 30. Mai, 2015

Hi,

Erstmal möchte ich sagen, dass ich den Artikel ganz gut finde und die Beobachtungen genauso auf meinem Gassiweg machen kann.

Rücksichtslose Hundehalter überwiegen auf jeden Fall immer noch diejenigen die versuchen ein besseres Bild herzustellen.
Ich sehe hier so gut wie nie (bisher 1x) andere Hundehalter die die Hinterlassenschaften ihrer Hunde wegräumen. Das einzige mal, war eben als sich uns auf der gassirunde jemand anschloss und sein Hund einen Haufen machte, nachdem man bei uns schon beobachten konnte, dass wir unser zeug weg räumen. Zusammenhang? Vielleicht, aber vielleicht auch nur ein seltsamer Zufall..

Ich finde es auch unangenehm aller 3 Meter auf eine Tretmine zu stoßen! Jedoch kann ich kaum mehr machen, als als gutes Vorbild voran zu gehen und auch auf der Tretminenverseuchten Wiese die Hinterlassenschaften meiner Hündin weg zu machen, denn viele fühlen sich angegriffen wenn man sie darauf anspricht und dann kommt man ja bekanntlich nicht sehr weit…

Zu der Aussage ob alle rücksichtslosen Hundehalter dann kein inet haben, möchte ich nur noch ne Kleinigkeit sagen. Ich bin mir sicher. Dass sogar wie alle davon Internet besitzen, allerdings muss man sich einfach mal bewusst machen, dass diejenigen die wie wir in Hundegruppen und -Foren unterwegs sind und Beiträge wie diesen hier lesen und kommentieren, immer noch die absolute Minderheit darstellen.

Die meisten Hundehalter machen sich nicht halb so viel einen Kopf um ihre Vierbeiner und das ganze drum herum, wie wir. Es würden viele nie auf die Idee kommen sich in Hundeforen zu registrieren, oder gar Facebook Hundegruppen beizutreten, geschweige denn nach solchen Beiträgen wie diesem hier zu suchen.
Das heißt nicht die Leute würden ihre Tiere nicht lieben, aber die meisten kommen einfach gar nicht auf die Idee dass man sich im Internet belesen und austauschen könnte wenn es um den Vierbeiner geht.

Deswegen wissen auch soviele Hundehalter noch nicht um den Missstand mit den Giftködern 😉

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Ein sehr guter Artikel! Als gebürtige Dortmunderin war ich früher auf jeder Zuchtshow in der Westfalenhalle, heute lebe ich in Brandenburg und habe in der ersten Zeit auch hier viele Ausstellungen (vor allem in Berlin) besucht. Egal wo, ich habe überall die selben Erfahrungen gemacht wie ihr und das nicht nur auf Ausstellungen sondern auch im täglichen Leben auf unseren Straßen.
Leider machen sich die Hundehalter nicht den geringsten Gedanken über die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge und noch weniger, dass es den einen oder anderen Menschen gibt, dem das gehörig stinkt. Im Gegenteil, oftmals reagieren sie äußerst unwirsch wenn man sie anspricht.
Allerdings muss ich auch sagen, dass ich als Ka-Beutelschlepper, egal wo ich mit meinem Hund bin, immer wieder feststelle, dass die Gemeinden weder Kottütenspender und noch viel ärgerlicher, ausreichend Mülleimer aufstellen und ich teilweise meine Tütchen über eine Stunde mit mir rumschleppe um sie dann im eigenen Hausmüll zu entsorgen. Da könnte ich dann fast schon wieder Verständnis für die Hundehalter aufbringen die den Kot erst gar nicht aufsammeln.
Um eine Verbesserung der Situation zu erreichen, braucht es dafür (meiner Meinung nach) a) mehr Mülleimer eventuell auch Kottütenspender und b) höhere Strafen für Nichtaufsammler. Allerdings brauchts dann auch Ordnungshüter die auf den Straßen nach dem Rechten sehen

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  • von dandelion
  • 07. Juli, 2015

Meine kleine Jack Russell Hündin wurde kürzlich Opfer einer Giftattacke. Sie wurde nicht einmal 8 Jahre alt…
Ihre Hinterlassenschaftten habe ich immer entsorgt, sie durfte sich auch in unserem Garten lösen!
Leider sind rücksichtslose, uneinsichtige Hundehalter oft dafür verantwortlich, dass eine starke Abneigung gegen Hunde entsteht und skrupellose Hundehasser Giftköder auslegen, die unschuldigen Geschöpfen grausam mitspielen und sie das Leben kosten.
Ich finde es auch verantwortungslos, Hunde mit auf eine Messe zu nehmen! Das kann keinem Hund gefallen. Wer seinen Hund wirklich liebt, wird Rücksicht nehmen.

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Mein Senf dazu: Ja, ich Hundekot ist ein großes Problem und immer wieder Anlass für wüste Pauschalverurteilungen gegenüber allen Hundehaltern. Auch das Argument: „Ich bezahle ja schließlich Hundesteuer“ wird sehr oft gezückt – vielleicht sollte man dann mal fragen, welche Kolonialherrschaftliche Auffassung so ein Mensch hat, der erwartet, das den Dreck, den sein Hund produziert, von irgendwem, womöglich noch einem 1-Euro-Jobber, weggeräumt wird. Ob er das tatsächlich als Selbstverständlich ansieht und wie es mit seiner Auffassung von Achtung und Menschenwürde bestellt ist. Viele Ordnungsämter sagen: Wir erwischen die Leute ja nicht inflagranti… Das stimmt. Deshalb hat Wuppertal irgendwann die Tütenkontrolle eingeführt. Jeder Hundebesitzer hat in ausreichender Menge geeignetes Material zur Entsorgung der Hinterlassenschaften seines Hundes mitzuführen und auf Verlangen vorzuzeigen. Wenn nicht, wird es teuer, ich glaube, das Ordnungsgeld lag vor 4 Jahren bei 20 Euro. Ich fand die Idee so gut, das ich sie hier in Neuruppin vorgeschlagen habe, denn es ist letztlich das einzige Mittel, den „na ja, dann sollen die mich doch mal erwischen!“-Leuten beizukommen, die den Ruf aller Hundehalter ruinieren. Ich habe mich sehr gefreut, das es im Rahmen der Überarbeitung der Stadtsatzung völlig problemlos alle Gremien durchwandert hat und ALLE Stadtverordneten dafür waren. Motzen darüber tun nur diejenigen, die ohnehin den Dreck ihrer Hunde nicht weggeräumt haben und es völlig selbstverständlich finden, auf der einen Seite dafür zu sorgen, das die Stadt dreckig wird – und sich auf der anderen Seite aber dann auch darüber zu beklagen, DASS sie dreckig ist. Von daher denke ich durchaus, das die „Tütenregelung“ etwas ist, das man in seinem eigenen Wohnort dem Ordnungsamt ruhig vorschlagen kann. „Guckt, da geht das auch, da wird das so gemacht!“ – das die Politessen sich trotzdem lieber auf den ruhenden Verkehr stürzen – ja, das ist halt so. Aber ich denke, auf Dauer werden sie auch ab und an die Hundehalter kontrollieren – und genau DAS wird sich herumsprechen. In der Diskussion waren hier in der Stadtverordnetenversammlung auch die Kotbeutelspender. „In anderen Städten gibt es die auch!“ wird immer gerne als Argument genommen. Ja, es gibt sie in anderen Städten und wenn man dort zu Besuch ist, sieht das immer ganz toll aus. ABER… die Dinger sind in der Anschaffung schon mal ziemlich teuer, und dann müssen die bestückt werden. Die allgemeine Erfahrung sagt: bestückt man sie, kommen irgendwelche Idioten, die nichts zu tun haben, reißen alle Tüten raus und verteilen sie in der Umgebung. Das ist nicht Sinn der Sache und wer sich einen Hund anschafft, weiß nun einmal das der auch kackt und das man so etwas wegräumen muss. Ich hätte lieber offizielle Auslauffläche als Tüten, die durch die Gegend wehen und denke, wer die 69 Cent für 50 Tüten nicht übrig hat (Rossmann 5-l-Müllbeutel), der sollte sich überlegen, ob er sich überhaupt einen Hund leisten kann. Ich denke, man kann in Sachen Hundehaltung in einem Ort durchaus sehr konstruktiv mit der Verwaltung zusammenarbeiten – jedenfalls bemühe ich mich hier in der Stadt darum. Und wenn man damit anfängt, dann lernt man, dass die oft sagen: „Na ja, wenn uns die Hundehalter nie konkret etwas sagen, dann können wir auch nichts machen!“ – das ist bei Giftködern so, das ist bei Auslaufflächen so und bei vielen anderen Dingen auch. Man sollte immer bedenken – sie wissen nun einmal nicht alles und sie können nicht alles. Es sind genauso wenig eierlegende Wollmilchsäue wie wir selbst!

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  • von Dana
  • 11. Mai, 2016

Auch wenn der Artikel nun schon älter ist, ist er ja leider immer noch aktuell. Die tütenregelung, die Manuela hier vorschlägt finde ich schonmal gut und ich werde mal hören, was das Dortmunder Ortnungsamt dazu meint. Ein Versuch ist es wert.
Was ist denn mit einer DNA Datenbank für Hunde? Nur was anonym ist bleibt liegen. Ich würde meinem Hund gerne registrieren lassen. Habe im Netz gelesen, dass es für ca 80€ möglich wäre. Wenn dann weniger Kot anlaß für Hundehasser wäre, Gift auszulegen, fände ich das einen gr0ßen Erfolg. Könnt ihr von Giftköder-Radar nicht in der Richtung was bewegen?

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  • von Mutz
  • 05. Oktober, 2017

Ich hab so ziemlich in allen Taschen von Jacken, Hosen und auch in Rucksäcken mehrere Tüten und am Wegrand sowie auf landwirtschaftlich genutzten Flächen räum ich es weg und finde das selbstverständlich. Mich würde es dennoch nerven, wenn mich jemand kontrollieren möchte, ob ich Tüten dabei habe. Eine Tüte dabei zu haben ist für Leute, die es nicht weggräumen noch lange kein Grund sie auch zu nutzen.
Ich wurde schon ein paar Mal angekeift, obwohl ich die knallrote Tüte bereits in der Hand hatte. Ebenso fühlten sich schon manche dazu berufen sich neben mich zu stellen und mir anerkennend ihr Lob auszusprechen, während ich Kot in eine Tüte verpackt habe. Beides geht mir so sehr auf den Keks wie Tretmienen selbst und wird von mir wegignoriert weil eine Diskussion in keiner der Situationen die Mühe wert ist.
Was manche Hundehalter allerdings dazu bewegt ihrem Hund dabei zuzusehen, wie er in Messehallen markiert oder kackt und dann weiter zu gehen, ist mir unbegreiflich. Trotzdem halte ich die These, dass keine Giftköder mehr ausgelegt werden, wenn jeder die Hundehaufen wegräumt, für sehr fraglich.

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  • von Angie Wesche
  • 09. Oktober, 2017

Als Halter von 2Hunden staune ich doch immer wieder
über die Ignoranz anderer Leute.
Sicher findet man im dunkeln oder gerade jetzt im herbst,
das eine oder andere Würstchen nicht mehr zwischen dem ollen Laub.
Grundsätzlich aber ist es doch gar nicht so schlimm und teuer
meine Hand in einen Frühstücksbeutel zu stecken ,
um ein Würstchen auf zu heben.
Ein bisschen Rücksicht , vom Hundehalter, Fahrad oder Autofahrer
Von Müttern und jedermann würde uns allen gut tun.
Hundekot als Auslöser für Quälerei und Mord
am Familienmitglied und fühlenden Wesen Hund zu
betrachten, ist für mich genauso zwiespältig wie
Zb. Autos anzünden wegen Luftverpestung,
Säure-Attentate wegen zu lauter Musik. ..Kindermord wegen
Lärm im hof ect..
Also ist es doch sehr bedenklich Hundekot als Auslöser für Tier vergiftungen zu in Erwägung zu ziehen.

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  • von Sabine
  • 24. Oktober, 2017

Auch ich war am Sonntag in Dortmund und habe die Zustände dort gesehen. Was ich aber auch gesehen habe waren völlig verängstigte Hunde von Besuchern die sich unter den Stühlen verkrochen haben oder die sich geweigert haben weiter zu gehen vor lauter Angst!!! Leute muß das denn sein? Was mutet ihr euren Hunden zu. Die sind zu Hause viel besser aufgehoben. Ich würde niemals auf die Idee kommen meinen Hund mit zu nehmen, man tut dem Tier damit keinen Gefallen und einkaufen für den Hund kann man auch so, sogar noch viel besser und entspannter.
Zu dem Thema Häufchen wegräumen kann ich nur sagen das es auch bei uns schlimm ist und auch immer schlimmer wird. Im Dunkeln kann man nur mit Taschenlampe über die Straße und die Gehwege gehen. Was ich daran auch nicht verstehen kann bei uns ist direkt der Wald da kann man die Hunde, natürlich außerhalb der Wege, machen lassen. Aber selbst im Wald lassen verantwortungslose Hundehalter ihre Hunde mitten auf die Wege machen. Ich entsorge die Häufchen immer und habe immer einen ganzen Schwung Tüten und Küchenrollen dabei. Aber mit den fehlenden Abfalleimern muß ich der Schreiberin Recht geben das ist bei uns auch so. Das rechtfertigt aber noch lange nicht die Häufchen einfach liegen zu lassen. Ich nehme die Tüte auch mit in den eigenen Mülleimer. Außerdem kann ich mir auch vorstellen das der Hundehass unter anderem auch durch das schlechte Benehmen der Besitzer entsteht, nur die armen Tiere können nicht dafür.

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  • von Christoph Seher
  • 28. Januar, 2018

Liebe Amalia, lieber Sascha,
vielen Dank für Eure Arbeit mit Giftköder-Radar. Das Thema dieses Blogbeitrages kann ich nur unterstreichen. Wir sind seit einem halben Jahr Hunde(welpen)halter und haben auch mit ignoranten Hundehaltern zu kämpfen. Allein schon wenn es darum geht, dass ein anderer Hund kläffend und aggressiv auf unser kleines Labradormädchen zugerannt kommt, welches wir natürlich an der Leine haben, und wir dessen Halterin bitten, ihren Haund an die Leine zu nehmen. Da kommt als Reaktion nicht etwa, ‚ach entschuldigen Sie bitte‘. Nein, es kommt die Antwort: „Der beißt ned, da brauchen’s koa Angst z ham“ und radelt weiter ohne sich umzudrehen. Über solche Hundehalter ärgere ich mich tierisch und ich kann mir ausmalen, wie diese Halterin mit dem Thema Häufchen ihres Hundes umgeht.
Es liegt sicher an der Mentalität vieler Hundehalter, die in ihren Vierbeinern einen Kleinkindersatz sehen und sie im Stile einer antiautoritären Erziehung verhätscheln.
Wenn dann solch ein verhätschelter Flegel kläffend auf jemanden zugerannt kommt der als Kind von einem Hund gebissen wurde, habe ich vollstes Verständnis für Hundehass.
Oder ist es eher der Hass auf rücksichtslose Hundebesitzer, und man lässt seine Wut dann eben an Hunden allgemein aus. Dass Hundevergiften der falsche Weg, und dazu auch noch kriminell ist, ist klar. Aber es ist andererseits unsere verdammte Pflicht als Hundehalter, unsere Vierbeiner vorbildlich zu erziehen und der Gesellschaft keinen Anlass für Hundehass zu geben.
Ich jedenfalls werde, wenn ich mit unserer Leila den selben Weg noch einmal gehe wo mir diese rücksichtslose Halterin begegnet ist, einen Pfefferspray mitnehmen, um diesen Hund dort vom Leibe zu halten …

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Hallo,
ich habe seit fast 30 Jahren immer mehrere Hunde und habe von Anfang an die Häufchen meiner Hunde entfernt. Dies hatte ich bereits als Kind von meinen Eltern gelernt, als wir damals einen Hund hatten.
Um unser Haus herum kann man nur Slalom laufen um die vielen Tretminen, trotzdem die meisten Hundehalter, die ich kenne und beobachte, ebenfalls die Hinterlassenschaften weg machen. Das hat mich zum Nachdenken angeregt und ich denke, es ist so – zumindest bezogen auf mein näheres heimisches Umfeld (Eingang zu einem öffentlichen Park und direkter Weg zum Wald): Wenn es nur wenige Hunde sind (sagen wir mal 5), von denen die Häufchen nicht entfernt werden, dann kann es sich am Tag bereits auf 15 Hinterlassenschaften summieren. In einer Woche also über 100 Tretminen! Die Annahme, dass es nur WENIGE Hundehalter sind, die immer noch ignorant sind, hört sich nach dieser Überlegung schon möglich an. Bereits diese wenigen reichen aus, um eine Parkanlage und private Grünflächen in öffentliche Hundetoiletten zu verwandeln.
Liebe Grüße,
Isa of Mayflower

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  • von ElBe
  • 07. März, 2018

Sehr traurig. Und ich stimme dem Autor rundum zu. Für mich (als Hundehalter) grenzt es grundsätzlich schon an Tierquälerei und damit an Geisteskrankheit, sein Tier auf einer Messe herumzuzerren. Daraus kann man schliessen, was das im Grundsatz schon für Leute sind….Solche Personen machen die Exkremente ihres armen Tieres dann logischerweise nicht weg, und solche sind es genau auch, die den Hundehass mehr als provozieren.

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  • von Daniel
  • 20. März, 2018

Guten Morgen
Ich verstehe das Verhalten vieler Hundehalter auch nicht.Es gibt aber absolut keinen Grund,einen Hund zu töten durch Köder!!!!!
Die meisten Menschen die solches tun,sind frustriert und unzufrieden vom eigenen Leben.Daraus ergeben sich die Taten gegen Tiere,manchmal auch gegen Menschen.
Traurig☹️

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  • von Marlena
  • 03. Juni, 2018

Hallöchen!
Ich war zwar persönlich noch nicht auf der Hund und Katz, aber mit meiner Hündin schon öfter auf der Cacib und der Consumenta+Faszination Pferd.

Dass Messen generell kein guter Ort für Hunde sind, dem kann ich absolut nicht zustimmen. Mein Hund freut sich jedes Mal ein Bein ab wenn ich ihn mitnehme. Sie ist aber auch so eine die sich in der vollgestopften Ubahn seelenruhig auf die Füße fremder Menschen legt. Da sind mir Menschenmassen wesentlich unangenehmer als ihr.

Aber zum eigentlichen Thema. Ich finde es unmöglich den Hundekot liegen zu lassen. Vor allem in einer Messehalle. Das habe ich aber auch noch nie auf den Messen, wo ich war gesehen. Dort war es eine selbstverständlichkeit hinter dem Hund aufzuräumen. Ich bin immer nach spätestens zwei Stunden raus mit hund zum entleeren auf eine kleine Wiese oder zur Not den parkplatz. Nur einmal hat die Dame auf einen Katzenbaum in einer Halle gepinkelt, was mir auch ziemlich peinlich war. Natürlich hab ich das auch so gut wie möglich entfernt.

Also man kann es nicht vermeiden, dass sich die lieben Vierbeiner an ungünstigen Stellen erleichtern (Gerade bei Junghunden). Das ist ja auch kein Weltuntergang. Aber dann auch Verantwortung zu zeigen und Häufchen und Pfützen zu entfernen sollte selbstverständlich sein.

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  • von Lutz Kaufmann
  • 08. Oktober, 2018

Hallo an alle Hundefreunde
Als erstes möchte ich die „Giftköderseite“ loben, das kann helfen um keine schlimmen Überraschungen zu erleben. Wir haben unseren dritten Hund und bisher auch nie mit Giftködern in unserer Gegend zu tun gehabt. Ganz davon abgesehen, ohne Zutun und Training haben unsere Hunde unterwegs eigentlich nie was gefressen.
Zum Thema Hundekacke habe ich eine eigene Einstellung: Ich finde Messen für Hund und Katz und Mehrschwein und …….nur Kommerz. Wer sich das antuen will sollte doch sein geliebtes Haustier zu Hause lassen.

In dem geliebten Umfeld wird sicherlich Wuff da Gassi machen wo er sich auskennt! Und falls er doch mal auf die Strasse oder den Weg scheisst dann nehme ich an, das das Herrchen oder Frauchen schon wegmachen?
Ich denke, man kann viele Themen so hoch anbinden, das man den Strick des Ballons, den man gerade aufgeblasen hat nicht mehr fassen kann:-)

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