Ist Blaukorn Dünger für Hunde und andere Haustiere giftig?

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 18.03.2015 um 08:35 Uhr, 4 Kommentare

Ist Blaukorn giftig für Hunde?

Im Frühjahr und Herbst erreichen uns in der Regel vermehrt Meldungen von Hundehaltern, die auf Feldern und Wiesen „verdächtige blaue Körner“ gesehen haben. Teilweise ähneln diese Funde auch Schneckenkorn oder Rattengift-Granulaten und deshalb vermuten viele auch, dass hier ein Hundehasser am Werk gewesen ist.

In der Regel handelt es sich bei diesen „blauen Körnern“ jedoch nicht um Gifte im eigentlichen Sinne, sondern um handelsübliches Blaukorn. Also ein mineralischer Kunstdünger bestehend aus Stickstoff (N), Phosphat (P) und Kali (K) auf den viele Hobbygärtner und Bauern schon seit vielen Jahren schwören.

Gerüchten zur Folge soll die blaue Farbe für diesen Dünger daraus resultieren, dass Vögel diese Farbe auf der Luft in der Regel nicht erkennen können und deshalb die Körner nicht aufpicken. Gleiches soll im übrigen auch für Schneckenkorn gelten. Einen wissenschaftlichen Nachweis dafür gibt es jedoch bisher nicht.

Ist Blaukorn für Hunde giftig?

Diese Frage wird auch in der Fachwelt kontrovers diskutiert. Grundsätzlich sollte jedem klar sein, dass in einem Mineraldünger absolut nichts natürliches enthalten ist und somit darf Blaukorn auch nicht verzehrt werden, weder von uns Menschen, noch von Hunden, Katzen oder anderen Tieren.

Gerade Hunde und Katzen lecken sich oft die Pfoten und so besteht natürlich immer das Risiko, dass Blaukorn auf diese Weise in den Körper des Tieres gelangt. Wie so oft ist auch hier die Menge ausschlaggebend, denn ein 60 kg Hund verträgt sicherlich eine höhere Konzentration als eine kleine Katze.

Darüber hinaus ist Blaukorn auch nicht gleich Blaukorn, denn es gibt heute bereits viele Produkte im Handel bei denen der Nitrat-Gehalt zum Schutz der Umwelt massiv reduziert wurde. Trotzdem ist jedoch auch in diesen Produkten noch giftiges Phosphat enthalten! Grundsätzlich ist folgendes festzuhalten:

  • Blaukorn enthält eine große Menge Nitrat und das kann zu einer Reizung der Magen-Darm-Schleifhaut führen. Die Folge davon sind oftmals Erbrechen und ggf. sogar blutiger Stuhlgang.
  • Nitrat kann im Körper zu Nitrit umgewandelt werden und das verhindert die Bindung des Sauerstoffs an die roten Blutkörperchen. In Folge davon kommt es zu einer massiven Unterversorgung mit Sauerstoff im gesamten Kreislauf.

Fazit

Auch wenn Blaukorn in der Regel „nur zur Düngung“ von Feldern und Pflanzen ausgebracht wird und nicht um unsere Hunde vorsätzlich zu töten, ist dieses Teufelszeug trotzdem gefährlich für unsere Tiere. Also Augen auf im Bereich von Feldern oder Grünflächen und ggf. nach einem Spaziergang die Pfoten waschen!

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Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

4 Reaktionen

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  • von Sandra Weißbrodt
  • 29. April, 2015

Dieser Beitrag hat grundsätzlich seine Berechtigung, ist aber ärgerlich unsachlich. Blaukorn ist kein „Teufelszeug“, sondern Kunstdünger, der zur Erzeugung der erforderlichen Mengen an Nahrungsmitteln unverzichtbar ist. Die verfügbaren Alternativen, nämlich Gülle oder Klärschlamm erfreuen sich ebenfalls einer denkbar geringen Toleranz seitens der Bevölkerung. Essen wollen trotzdem alle. Jeden Tag. Bis sie satt sind und noch ein bisschen mehr. Auch Kochsalz ist in höheren Konzentrationen nicht förderlich für die Gesundheit, wird aber nicht als Gift verunglimpft.
Wer sich anmaßen will, die Anwendung von Kunstdünger zu verurteilen, sollte so konsequent sein und nur noch organisch erzeugte Lebensmittel kaufen oder den Schritt zur Selbstversorgung wagen.

[…] der drei Hüttlinger Hunde könnten daher eventuell auch durch den vermehrt ausgebrachten Kunstdünger wie z.B. Blaukorn ausgelöst worden sein. Futter gibt es nur von mir: So lässt Ihr Hund jeden Giftköder […]

[…] Informationen der Polizei könnte es sich dabei vom Aussehen nach um giftigen Blumendünger handeln. Die Ergebnisse der genauen Untersuchung stehen jedoch noch aus. Hinweise und Beobachtungen […]

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