Hund findet Giftköder: Auf die richtige Reaktion kommt es an!

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 29.08.2014 um 11:20 Uhr, 6 Kommentare

Vergiftungen

Stöbert euer Hund im Gebüsch, am Strassenrand oder im hohen Gras einen Giftköder auf, dann ist eine schnelle Reaktion gefragt. Viele Experten raten in diesem Fall zu einem „Tauschgeschäft“. Ihr bietet eurem Hund also ein besonders Leckerli im Tausch gegen den vermeintlich tödlichen Giftköder an.

Susanne Marie Lühl, Hundetrainerin beim Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) rät jedoch genau davon ab, denn diese „Tauschgeschäfte“ gehen oftmals schief!

Statt den Giftköder wie vorgesehen einfach fallen zu lassen, schlucken viele Hunde zunächst den Köder und „verlangen“ anschließend von Herrchen oder Frauchen das „Tauschobjekt“. So bringen wir das Tier nur unnötig in Gefahr und daher rät die Expertin es zunächst mit einem Kommando wie „AUS“ zu versuchen.

Sollte der Hund darauf nicht reagieren, wäre der nächste Schritt der direkte Griff ins Maul um den Giftköder von Hand zu entfernen. Hat der Hund „seine Beute“ bereits runtergeschluckt solltet Ihr als erstes nicht in Panik verfallen, denn Panik hilft in dieser Situation wirklich niemanden. Stattdessen solltet Ihr euren Hund zunächst genau beobachten und keinesfalls auf eigene Faust ein erbrechen herbeiführen!

Auch ist dringend davon abzuraten, dass Ihr eurem Hund in dieser Situation eine Maulschlinge oder ähnliches anlegt, denn wenn der Hund aufgrund der Vergiftung plötzlich Erbrechen muss, könnte er durch die Maulschlinge ggf. sogar ersticken und das ist natürlich dringend zu vermeiden!

Wenn der Hund sich bereits erbrochen hat, dann sichert eine Probe für den Tierarzt, denn dieser kann aufgrund der Probe ggf. Rückschlüsse auf das verwendete Gift ziehen und so die optimale Behandlung einleiten.

Solltet Ihr unsicher sein oder sollte euer Hund nach einiger Zeit eines der folgenden Symptome zeigen, ist es besser möglichst schnell den Tierarzt aufzusuchen. Der Tierarzt kann gegebenenfalls euren Hund dann selbst zum Erbrechen bringen und entsprechende Gegenmittel verabreichen.

Hinweise auf eine Vergiftung können sein:

  • Atembeschwerden
  • blasses Zahnfleisch
  • Blut im Urin oder Stuhl
  • Krämpfe
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Bewußtlosigkeit
  • unregelmäßgier Herzschlag
  • Muskelzittern

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

6 Reaktionen

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  • von Walter
  • 29. August, 2014

Also erst mal, wenn ich einen erwische der Giftköder auslegt mach ich ihn alle, leider erwischt man diese Schweine selten oder nie.
Zum Problem kann ich nach Jahrzehnten mit Hunden und langer Zeit als Trainer nur sagen, bei mir gibt’s außer Haus nichts zu fressen, kein Leckerli, kein Wasser (max. drei Stunden, und danach nur aus der Schüssel von zu Hause), nichts ! Es wird NICHTS draußen aufgenommen, auch kein Ball, kein Holz, ALLES IST PFUI !!! IMMER !!! Die blöde Belohnungsfresserei mit den Leckerlis ist bei alten Frauen verständlich, aber völlig schwachsinnig, Eine Belohnung ist bei mir streicheln oder ein aufmunternder Zuspruch, aber gefressen wird zu Hause aus immer der gleichen Schüssel. Ich hatte noch nie einen vergifteten Hund!

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  • von Gaby
  • 29. August, 2014

Hallo Walter,
schön Dich hier zu treffen.
Ich sehe das als FRAU genau wie Du. Ich hasse es, Hunden ständig Leckerchen zu geben. Sie bekommen bei mir auch ihre Streicheleinheiten und muss sagen, wenn ich einen streichele, dann wollen die anderen 3 auch was davon abbekommen. ;-)) Das ist das schönste was man Hunden bieten kann. Leider sehen das nicht alle Hundebesitzer so. Übrigens war das Seminar bei Maja ein Traum!!!! Am Anfang konnte ich nicht wirklich etwas damit anfangen, aber am Ende der Woche war ich eines Besseren belehrt worden!!!!!

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  • von Walter
  • 29. August, 2014

Hallo Gaby,

freut mich dass es Dir gefallen hat. Viel Spaß noch mit deinen Hunden!

LGW

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Leider wurde ich in dem Artikel nicht vollständig zitiert….. ein Signal wie „Aus“ bringt natürlich nur dann etwas, wenn es vorher gut mit dem Hund trainiert wurde – ansonsten bringt es gar nichts und ist auch nicht besser als tauschen oder Versuche, dem Hund etwas aus dem Maul zu nehmen!!
Ein Aus –Signal sollte sehr sorgfältig geübt werden, nur dann klappt es auch im „Ernstfall!“ Dabei sollte der Hund nicht nur das Signal, sondern auch die Erwartung „mitlernen“ dass er nach dem Ausgeben Aussicht auf eine sehr hochwertige Belohnung hat.
Was ist der Unterschied zwischen „Tauschen“ und einem gut trainierten „Aus“-Signal? Beim Tauschen hält man dem Hund einfach etwas ‚Attraktives vor die Nase und hofft, dass er seine „Beute“ dafür loslässt – das kann klappen, muss aber nicht.
Ein Aus- Signal kann auch über Tauschen aufgebaut werden, Ziel ist dabei aber, dass der Hund letztendlich auf das Signal alleine alles ausgibt, was er im Maul hat, ohne dass er seine Belohnung vorher präsentiert bekommt. Dies kann durch ein entsprechendes Training erreicht werden. Ein zuverlässiges Aus –Signal hat übrigens mehr mit gutem Training und Vertrauen zum Menschen als mit einer vermeintlich dominanten Stellung des Menschen dem Hund gegenüber zu tun.
Am besten ist natürlich, man trainiert mit dem Hund, gar nicht erst Dinge vom Boden aufzunehmen!
Marie Lühl

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  • von Walter
  • 30. August, 2014

Hallo Marie!
„AUS“ setzt voraus dass der Hund schon was im Maul hat, „PFUI“ kann ich schon loslassen wenn er im Begriff ist etwas aufzunehmen. Ich will gar nicht dass er was Giftiges in den Fang nimmt, und es dann auf mein Kommando vielleicht wieder ausspuckt.
AUS sehe ich mehr beim Spielen oder beim Schutzdienst, bei Agressionen gegeüber anderen Hunden etc.
Wichtig ist aber bei dem Thema dass ich meinen Hund im Auge habe, ein Hund der mit einem unaufmerksamen Rudelführer spazieren geht weiß schnell was er sich erlauben kann, und wie er das anstellen muss. Spazieren gehen mit Hunden ist Arbeit mit Hunden, wer so vor sich hinträumt sollte alleine gehen.
LG

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  • von Marie Lühl
  • 30. August, 2014

Hallo Walter, ja, ausgeben und gar nicht erst etwas aufnehmen sind natürlich zwei unterschiedliche Kommandos und ich stimme dir zu, am besten ist es, man trainiert mit dem Hund, gar nicht erst etwas unerwünschtes vom Boden aufzunehmen…
Gruß
Marie

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