Die Aujeszky-Krankheit bei Hunden und Katzen

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 21.08.2014 um 11:31 Uhr, 0 Kommentare

De Aujeszky-Virus beim Hund

Diese Erkrankung wird durch ein Herpesvirus, das sogenannte Porcine Herpesvirus 1, ausgelöst. Seinen Hauptwirt stellen das Haus- als auch Wildschwein dar, wobei es bei ihnen ausgewachsen meist zu keinen Symptomen kommt. Zu den Nebenwirten zählen z.B. Hund, Katze, Rind und Schaf.

Bei ihnen verläuft die Erkrankung binnen weniger Tage tödlich! Einhufer und Primaten gelten als resistent – somit ist die Übertragung auf den Menschen nicht gegeben. Doch wie kommt es zur Ansteckung unserer Haustiere und auf welche Symptome ist zu achten?

Die Hauptgefahr für eine Ansteckung von Hund und Katze geht von dem Verzehr von rohem oder ungenügend erhitztem Schweinefleisch sowie Innereien aus. Aufgrund ihrer hohen Widerstandsfähigkeit überleben die Viren selbst bis zu 60°C bzw. mehrere Tage bei bis zu -18°C.

Im Verlauf der Infektion kommt es zu starken Beeinträchtigungen von mehreren Organsystemen – allen voran des zentralen Nervensystems. Die Inkubationszeit beträgt 2-9 Tage. Das bedeutet, dass die ersten Symptome ca. 2-9 Tage nach Aufnahme des Virus auftreten.

Die Synonyme der Aujeszkyschen Krankheit (AK) reichen u.a. von „Pseudowut“ über „Juckseuche“ bis zur „Infektiösen Bulbärparese“ – dabei sind die Namen leider wirklich Programm:

Das Hauptsymtom stellt ein unstillbarer Juckreiz dar, durch den sich die Tiere wirklich selbst mittels Krallen und Zähnen verstümmeln können – dabei werden sie ruhelos bis aggressiv oder sie durchleben sogar richtige Tobsuchtsanfälle – die sogenannte Pseduowut.

Oftmals tritt sehr rasch eine Lähmung des Kehlkopfes (Bulbärparese) ein – zu erkennen am starken Speicheln, heiserer Stimme bzw. Klagelauten. Betroffene Tiere leiden an starkem Fieber mit einer deutlich gesteigerter Atemfrequenz. Erbrechen und Abmagerung sind möglich. Im Endstadium verstirbt das Tier meist, sofern es nicht vorher vom Tierarzt bereits eingeschläfert wurde, unter Schüttelkrämpfen.

Zu den Differenzialdiagnosen zählen Tollwut, Staupe, Toxoplasmose, evtl. Parvovirose bei der Jungkatze sowie hochgradig perakute Hautallergien (OHNE Lähmungserscheinungen).

Wichtig: Sowohl Impfungen als auch Heilversuche sind verboten!

Somit ist das absolute A und O die Prävention, Vorbeugung bzw. Prophylaxe: Bei unserem befellten Familienmitglied besteht sie im Verzicht auf den Verzehr von rohem Schweinefleisch und Innereien!

Obwohl die Bundesrepublik Deutschland seit 2004 bei Hausschweinen als AK-frei gilt, beträgt die Zahl an AK-infizierten Wildschweinen je nach Bundesland bis zu 10% und höher. So kommt es immer mal wieder vor, dass Jagdhunde, die mit solchen Tieren in Kontakt gekommen sind, z.B. bei der Nachsuche eines angeschossenen Tieres, daran erkrankten und anschließend verstarben.

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Dabei muss der Hund nicht mal Muskelgewebe kauen – der Kontakt mit infizierter Schleimhaut oder Speichel kann schon reichen. Bestimmt sind andere Risiken für Jagdhunde weitaus höher einzustufen, bei dieser speziellen Risikogruppe ist es allerdings nicht zu unterschätzen.

Eine zweite Risikogruppe stellen Schweinebetriebs-Hofhunde dar, die mit unsachgemäß entsorgten (verendeten) Ferkeln oder infizierten Ratten in Berührung kommen können. Aktuell aber in Deutschland nicht von Relevanz. Durch die fortschreitende Globaliserung ist jedoch nicht immer sofort ersichtlich aus welchem Land bzw. von welchem Kontinent das Leckerchen bzw. Futtermittel für den Hund kommt.

Daher sollte bei der Verfütterung von tierischen Produkten entweder komplett auf Quellen sämtlicher Schweineprodukte verzichtet werden oder nur ausreichend erhitzte Ware Verwendung finden.

Dieser Artikel ist lediglich eine Zusammenfassung mehrerer Fachartikel zum Thema und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Besonders auf die ‚Verordnung zum Schutz gegen die AK‘ wurde nicht eingegangen.

Diese Erkrankungen ist bei Haustieren wie Hund und Katze in West-Europa sehr selten geworden. Bei noch offenen Fragen steht ihnen ihr Haustierarzt mit Rat und Tat zur Seite.

Ein Gastbeitrag von:
Tierarzt Sebastian Goßmann-Jonigkeit (Tierarztpraxis Dr. Elke Jonigkeit)
https://www.facebook.com/Tierarzt.Jonigkeit

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Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

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