10 allgemeine Mythen über die Gesundheit deines Hundes

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 28.08.2014 um 08:52 Uhr, 5 Kommentare

tierrettung

Jeder von euch hat sie schon einmal gehört, die mehr oder weniger nützlichen und oftmals gut gemeinten Ratschläge anderer Hundehalter zum Wohlbefinden bzw. zur Gesundheit unseres Hundes.

Ist der Hund krank? Oh, Sie brauchen nur zu sehen, ob seine Nase trocken ist! Leckt sich Ihr Hund seine Wunden? Oh, sehr gut, denn dann heilen sie schneller.

Sicherlich, bei einigen Punkten steckt immer auch ein wenig Wahrheit hinter den Mythen, aber der Großteil der Geschichten, die unter Hundehaltern erzählt werden, ist schlicht und einfach unwahr:

1. Dein Hund ist krank, wenn seine Nase warm ist. Das ist nicht korrekt! Die Temperatur der Nase lässt keinerlei Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand deines Hundes zu. Auch lässt sich an der Nase nicht erkennen, ob dein Hund beispielsweise Fieber hat. Die einzig sichere Methode die Temperatur deines Hundes festzustellen, bietet hier das handelsübliche Fieberthermometer.

2. Es ist in Ordnung, den Hund mit Essensresten zu füttern. Ja, aber nicht ausschließlich, denn einige Lebensmittel können für Hunde auch tödlich sein. So besteht die Möglichkeit, dass rohes Schweinefleisch möglicherweise Parasiten enthält oder das Hühnerknochen die Darmwand deines Hund durchstechen.

3. Lecken heilt. Viele Hunde lecken ihre Wunden, aber das bedeutet nicht zwangsläufig, dass diese dann schneller heilen. Ganz im Gegenteil, denn übermässiges und massives Lecken kann den Heilungsprozess bei Schnittwunden sogar stören und eine schnelle Heilung verhindern.

4. Knoblauch schützt vor Flöhen und Zecken. Die Wirkung von Knoblauch ist wissenschaftlich bisher nicht erwiesen. Trotzdem schwören zahlreiche Hundehalter auf Knoblauch zur Abwehr von Parasiten. Fakt ist jedoch, dass große Mengen Knoblauch deinem Hund sogar gesundheitlich schaden können.

5. Hündinnen sollten erst nach dem 1. Wurf sterilisiert werden. Das ist nicht korrekt! Hündinnen, die vor dem 1. Zyklus sterilisiert wurden, sind weniger anfällig für Infektionen der Gebärmutter.

6. Hunde fressen ungenießbares Zeug, weil die Ernährung nicht im Gleichgewicht ist. Nicht unbedingt! Niemand weiß genau, warum manche Hunde beispielsweise Kot und Steine fressen oder stundenlang an Beton lecken. Tierärzte vermuten hinter diesem Verhalten Langeweile oder fehlende Aufmerksamkeit.

7. Wohnungshunde brauchen keine Herzwurmprophylaxe. Auch diese Behauptung ist falsch, denn auch Hunde in Wohnungen sind anfällig für Herzwürmer. Viele Parasiten werden durch Mückenstiche auf den Hund übertragen und diese befinden sich natürlich auch in deiner Wohnung.

8. Dein Hund wird dir zeigen, wenn er krank ist. Das ist ein Missverständnis! Hunde sind in der Regel sehr gut darin, alle äußeren Anzeichen vom Krankheiten so lange wie möglich zu verbergen, denn nur durch diese Instinkte konnten sie in der Evolution überleben. Kranke Tiere sind wehrlos und somit ein leichtes Opfer!

9. Kranke Hunde neigen dazu Gras zu fressen. Nicht unbedingt, denn wir sollten nicht vergessen, dass in unseren Haushunden noch immer einiges vom ursprünglichen Wolf steckt und diese fressen ihre Beute in der Regel komplett mit deren Mageninhalt wie Gras, Beeren etc. Wissenschaftler gehen daher davon aus, dass es für Hunde völlig normal ist eine gewisse Menge an Gras zu fressen, denn letztendlich gehört Gras auch zu ihrer ursprünglichen Nahrung.

10. Mischlinge sind gesunder als reinrassige Hunde. Das ist eine Lüge! Gesunde und kranke Hunde gibt es sowohl bei Mischlingen, als auch bei reinrassigen Hunden. Dennoch verfügen Mischlinge oftmals nicht über die genetischen Krankheiten, die bei einigen reinrassigen Hunden weit verbreitet sind.

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

5 Reaktionen

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  • von Karin Kirchgessner
  • 28. August, 2014

Punkt 5 ist Quatsch und Punkt 7 macht klar, daß das einer einfach aus einer amerikanischen Quelle abgeschrieben hat. Das ist schlechte Arbeit! Ihr habt einen guten Ruf, aber mit solchen Veröffentlichungen grabt Ihr ernsthaft daran. Wie wäre es denn, vor der Veröffentlichung mal einen Tierarzt über den Inhalt gucken zu lassen?
Insbesondere Punkt 5 ärgert mich persönlich. Es wird so gut wie nie sterilisiert, sondern kastriert (den Unterschied sollte man kennen, wenn man postet) und es ist verhaltensbezogen ein Unding, vor der ersten Läufigkeit zu kastrieren…. Mehr Infos gerne, wenn Interesse besteht.
Insbesondere durch Eure weite Verbreitung habt Ihr in meinen Augen auch ne große Verantwortung für das geschriebene. Ne Kastration vor der 1. Läufigkeit halte ich inzwischen für tierschutzrelevant…. .

Viele Grüße
Karin Kirchgessner

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Zu Punkt 2: Hühnerknochen können roh verfüttert werden, aber wirklich NUR roh – und natürlich nur, wenn der Hund es auch gewohnt ist. Letztendlich sind für mich aber Essensreste (Schwein ess ich eh nur als Hackbrötchen roh) eh gekochte Dinge, die teilweise auch zu stark gewürzt sind.

Zu Punkt 5 hat ja Karin schon etwas geschrieben. Eine Kastration sollte wirklich nur aus gesundheitlichen Gründen durchgeführt werden!

Zu Punkt 9 Jein. Grasfressen an sich ist erstmal natürlich kein Zeichen von Krankheit, auch wenn danach der Hund evtl. erbricht. Manch Hund scheint mit Kühen verwandt zu sein 😉 Auch wenn Hunde keine Katzen sind, so werden natürlich auch beim Lecken Haare aufgenommen, die wieder raus müssen, aber auch wenn etwas aufgenommen wurde, was nicht mehr so dolle für den Hund war, frisst dieser mal Gras um danach den Inhalt zu Erbrechen.

Punkt 10 stimmt so gar nicht. Was sind Mischlinge? Natürlich Mischungen aus verschiedenen Rassen. So können sie eben genauso die genetischen Krankheiten in sich tragen, wie ein Rassehund, bzw. kann man sogar Pech haben, dass der Mischling mehrere genetische Dispositionen aus den verschiedenen Rassen hat.

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  • von Micha
  • 29. August, 2014

Auch zu Punkt 5
Ob Sterilisation oder Kastration, ob bei Rüden oder bei Hündinnen – Generell nur, wenn es gesundheitlich unbedingt erforderlich ist. Als Krebsvorsorge ist dies absoluter Unsinn. Die Statistiken, die dafür als Vorsorge sprechen, sind total veraltet. Bei Mensch oder anderen Tieren schnippelt man ja auch nicht vorsorglich generell alles raus…

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  • von Christina
  • 30. April, 2017

Den Brei, denn die drei hier vor mir zusammenlabern gehört auch einfach nur Toilette runtergespült.
Es ist bewiesen, dass es keine Nachteile gibt, wenn man vor dem 1. Zyklus sterilisiert, es wird sogar nach AKTUELLEN Forschungen empohlen das Hunde ab dem 6. Monat irgendwann steriliert werden, bevorzugt vor dem 1. Zyklus. (Ausgenommen sind da spezielle große Hunderassen.)
Man kann Hunde nicht einfach so stur mit Menschen vergleichen, denn Hündinnen haben eine extreme hohe Wahrscheinlichkeit an bestimmten Gebärmutterkrankheiten zu erkranken, vorallem wenn sie wiederholt einen Zyklus haben aber nie schwanger werden. Viele von diesen Erkrankungen verlaufen sehr schnell und fatal.
Um nach etwas nachzuwürzen: Hündinnen die kastriert wurden sind danach meistens gesundheitlich sogar noch fitter als davor.

Nur ein sehr verantwortungsloser Hundebesitzer der 100% weiß, dass er seine Hündin nicht schwanger werden lassen will würde seine Hündin nicht bei der ersten Gelegenheit sterilieren lassen.
https://www.bluecross.org.uk/pet-advice/neutering-your-dog
https://www.vets-now.com/pet-care-advice/spaying-your-dog/

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  • von Sandra
  • 23. September, 2019

Ich finde es total lustig wie sich hier die Leute aufregen. Weil sie es nicht wahrhaben wollen dass sie selbst an Schwachsinn glauben.
Zu Punkt 2:
Hühnerknochen sind immer ein Risiko, sogar ein hohes da sie leicht splittern, also dann sehr spitze Stellen haben. Hühner haben Röhrenknochen und im Gegensatz zum Strauß sind diese innen hohl.
Ausserdem sind sie klein und können leiht verschluckt werden.
Ein anderes Beispiel der sog. Gewohnheit sind Tennisbälle.
Nur weil ein Hund es gewohnt ist mit einem Tennisball zu spielen bedeutet es nicht dass er den Tennisball nicht verschlucken kann (falls der Schlund des Hundes groß genug ist, beispielsweise Bulldoggen).
Also nur weil ein Hund es gewohnt ist Hühnerknochen zu fressen beutet das nicht dass sie ungefährlich sind.
Zu Punkt 5:
Warum werden eigentlich Hunde immer mit Menschen verglichen.
Ein wiederholter Zyklus ohne Trächtigkeit führt zu gefährlichen Gebärmutterkrankheiten bei Hündinnen. Das sollte man als verantwortungsvoller Hundehalter wissen und bei Hündinnen die keine Welpen haben sollen dieses Risiko ausräumen!
Alles andere ist verantwortungslos und hat lediglich mit einer zustarken Bindung der Hundehalterin mit ihrer eigenen Gebärmutter zutun! Also psychisch läuft dann das gleiche ab wie bei Hundehaltern deren Rüde Kastriert werden soll. Die tun auch immer so als würde man ihnen selbst was entfernen.
Das geht dann aber zu 100% am Wohl des Tieres vorbei!
Es ist sogar bei Menschen inzwischen üblich entsprechende Organe auf Wunsch zu entfernen.
So lassen sich schlaue Frauen die keine Kinder mehr wollen die Milchdrüsen entfernen da diese für den Hormonellen Brustkrebs bei Frauen verntwortlich sind.
Somit also keines Falls veraltet!
Ich halte so ein Verhalten von Hundehaltern für tierschutzrechtlich relevant!
Schade nur dass nicht JEDER einen Hundeführerschein machen muss sonst gäbe es nicht so viele Idioten!

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