Facebook: Der Aufruf zur Selbst- bzw. Lynchjustiz und seine juristischen Folgen

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 31.07.2014 um 09:13 Uhr, 3 Kommentare

abmahnung

Das Thema „Giftköder“ und vorsätzliche Tötung von Tieren wird verständlicherweise unter Hundehaltern sehr emotional und somit oftmals auch sehr extrem geführt. Wenn wir eine neue Warnung in sozialen Netzwerken wie Facebook veröffentlichen, dann dauert es in der Regel nicht lange, bis die ersten Nutzer einen Aufruf zur Selbst- bzw. Lynchjustiz in den jeweiligen Kommentaren hinterlassen.

Das Muster ist dabei stets das selbe und daher ist der Ablauf auch exemplarisch:

Thorsten Ohligschlaeger: Ich bin mal ehrlich.Es wird gesagt Diese person zu schlagen etc. wäre strafbar ehrlich gesagt diese strafe nehme ich gerne in kauf. wovor soll der täter angst haben? Vor den 2000 euro strafe oder änliches?

Revolver Rob: wird zeit das selbstjustiz wieder erlaubt wird. meine devise, vergelte gleiches mit gleichem. wenn jemand einen menschen tötet,hat er selbiges verdient. so sehe ich die sache. wer mein hund auf den gewissen hat kann gleich hinter her.

Carsten Becker: Es braucht sich langsam keiner mehr wundern wenn Tier-/Hundebesitzer selbst „Hand anlegen“ wenn sie so ein Dreckschwein auf frischer Tat erwischen! Sollte mir so ein Drecksack unterkommen war’s das für ihn! Ende der Diskussion! Langsam reichts!

Wie gesagt, ein großer Teil dieser Kommentare entsteht meiner Meinung nach eher aus dem Gefühl der Hilflosigkeit in Verbindung mit den eh schon hochgekochten Emotionen. Wir sollten aber trotzdem nicht vergessen, dass derartige Kommentare im Zweifel auch ernsthafte juristische Folgen haben können.

Wer öffentlich zu einer rechtswidrigen Tat aufruft, verstößt gegen §111 Strafgesetzbuch. Schon allein für den Aufruf zur Selbst- bzw. Lynchjustiz ohne Folgen drohen bis zu 5 Jahren Gefängnis. Sollte der mutmassliche Täter durch den Aufruf verletzt oder sogar gelyncht werden, tritt §26 des Strafgesetzbuches in Kraft. Demnach werden Anstifter gleich dem Täter bestraft. Im Fall von Mord wäre das also lebenslänglich.

Bitte bedenkt also bei euren Kommentaren immer auch die Folgen, denn eure Hunde werden bestimmt nicht glücklicher sein, wenn ihr wegen eines unbedachten Kommentars im Gefängnis verweilt.

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

3 Reaktionen

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  • von Nataniel
  • 05. August, 2014

Gerade regnet es draussen. Auf dem Weg zu unserem Hauseingang liegt ein schöner, großer Hundehaufen. Durch den Regen war er nach einiger Zeit fladenartig aufgeweicht. Lecker! Sehr lecker!

Wenn Hundebesitzer schon nicht in der Lage sind, die Haufen einzusammeln und zu entsorgen, na gut. Aber muss es sein, dass sie ihre Hunde vorsätzlich in Hauszugänge kacken lassen? Sie könnten doch wenigstens auf die andere Strassenseite rübergehen, wo eine Wiese ist.

Anscheinend sind viele Hundebesitzer dazu nicht in der Lage. Keine zwei Stunden später liegt schon der nächste Hundehaufen da – direkt an den Mülltonnen. Prompt ist da auch ein Kind reingelatscht und hat es im ganzen Treppenhaus verteilt.

Vielen Dank an Euch Hundebesitzer

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Liebe Frau Nataniel wir haben über Jahre immer Hunde gehabt zwar Kleine, aber Hunde und immer , egal wo wir uns mit Ihnen befanden hatten Wir ein Papier oder Beutelchen fürs große Geschäft dabei. Sicherlich ist es mehr als Ärgerlich in Hundehaufen zu treten und das finde Ich auch nicht gut. Man kann diese Leute Anzeigen denn die Polizei ist nicht immer, ( leider ) in der Nähe. Zum anderen Thema Giftköder möchte Ich hinzu fügen, würde Ich sagen, das Ich Mich schon vergessen würde wenn ich solch einen Zeitgenossen dabei erwischen würde, denn die werden nicht so Bestraft vom Gesetz für Schutzbefohlene, sei es ein Kind oder ein Tier, Beide sind auf uns Menschen angewiesen. Das ist meine Meinung und die lasse Ich mir von Niemanden verbieten. Mit freundlichen Grüßen ihre E. Kratz

[…] jedenfalls wünschen, dass wir nicht unter jeder Meldung daran erinnern müssen, dass Aufrufe zu Selbst- oder Lynchjustiz auch auf Facebook rechtliche Konsequenzen haben können und ich würde mich auch freuen, wenn der […]

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