OVG Lüneburg: Nachts ist Bellen verboten – sonst ab in den Hundeknast!

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 05.08.2013 um 17:47 Uhr, 2 Kommentare

Justizia

Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat sich mit einem aktuellen Beschluss (Az: 11 ME 148/13) zum Thema „Hundegebell“ vermutlich nun den Unmut der Hundehalter in Neu Wulmstorf (Landkreis Harburg) zugezogen, denn die Lüneburger Juristen fordern, dass Hundehalter die ihre Hunde im Freien halten, auf Verlangen auch Nachts und an Feiertagen für Ruhe sorgen müssen.

Notfalls müssen die Hunde für diesen Zeitraum in geschlossenen Räumen untergebracht werden. In der schriftlichen Begründung hört sich das ganze dann in etwa so an:

Zur Vermeidung erheblicher Lärmbelästigungen der Nachbarn durch häufiges und langanhaltendes Hundegebell kann eine Anordnung rechtmäßig sein, die dem Hundehalter auferlegt, seine Hunde nachts und an Sonn- und Feiertagen im geschlossenen Gebäude zu halten.

Geklagt hatte in diesem Fall ein Hundehalter aus Neu Wulmstorf, denn die zuständige Gemeinde hatte nach zahlreichen Beschwerden aus der Nachbarschaft angeordnet, dass der Mann seine sechs bellenden Hunde wochentags von 22 bis 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen nicht mehr in einem Zwinger halten darf.

Die Richter gaben der Verwaltung jetzt zwar in zweiter Instanz grundsätzlich recht, aber es gibt auch eine Ausnahme, denn zum „Gassi gehen“ dürfen die Hunde selbstverständlich auch nachts weiterhin an die frische Luft. Müssen wir Hundehalter ab jetzt darauf achten, dass unsere Lieblinge nachts nicht mehr bellen?

Gerichtssprecher Sven-Marcus Süllow sieht hier jedenfalls momentan noch keine Gefahr, denn bei diesem Urteil handelt es sich um einen sehr spezifischen Fall und daher dürfte diese Entscheidung des OVG Lüneburg in Sachen „Hundegebell“ vermutlich auch keine große Signalwirkung für andere Verfahren haben.

Über den Autor

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2 Reaktionen

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  • von Stefanie Beck
  • 05. August, 2013

Wir sind selber Besitzer von zwei jack Russel Terriern und trotzdem muß ich sagen das ich dieses Urteil gut finde. Ein Hundebesitzer ist auch dafür verantwortlich das die Nachbarschaft nicht ständig von Hundegebell belästigt wird. Unsere Nachbarin hat sich vor ca. 6 Wochen vier Hunde vom Tierschutz geholt (sie hatte vorher noch nie Hunde) diese fangen jeden Morgen gegen fünf wenn die Frau zur Arbeit muß an zu kläffen und reißen uns aus dem Schlaf. Mein Mann hat die Frau schon in einem persönlichen Gespräch darum gebeten dafür Sorge zu tragen das das aufhört. Ein, zwei Tage ging es gut dann fing es von vorne an. Nun haben wir sie per Einschreiben nochmals dazu aufgefordert dafür Sorge zu tragen das das Gebelle zwischen 22.00 und 7.00 Uhr aufhört (wir nehmen in dieser Beziehung auch Rücksicht) und wenn nicht gibt es eine Anzeige.

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  • von Gaby
  • 06. August, 2013

Ich finde da Urteil auch richtig. Da ich selber 3große Hunde habe, weiß ich, dass man sie sehr wohl so erziehen kann, dass sie nicht ständig bellen. Natürlich bellen und brummen meine Hunde auch mal. Aber das tun sie nur im Zusammenhang mit ihrem Toben. Und das ist auch OK. Ich habe auch Nachbarn, die ihre Hündin ständig bellen lassen. Und wenn sie was unternehmen, dann schimpfen sie nur lautstark mit ihr. Das ist natürlich der falsche Weg, denn was interpretiert der Hund da hinein???? Frauchen oder Herrchen bellen mit. Und die Spirale dreht sich immer weiter. Meine Nachbarn sind sogar so gut drauf und haben ihre Hündin im Urlaub alleine gelassen. Da ist morgens jemand gekommen, hat sie raus gesperrt und abends 20.00 Uhr wurde sie wieder ins Haus gesperrt. Tags über hat der Hund gejammert, gefiepst und gebellt. Das war auch kaum mit anzuhören. Ich habe dann auch das Vet. Amt eingeschaltet. Tja unsere lieben Mitmenschen kommen schon auf kuriose Einfälle!!!!!

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