Selbstheilung bei Hunden – wie schützt sich der Hund vor Giften und Verletzungen?

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 23.07.2013 um 13:36 Uhr, 4 Kommentare

Selbstheilung bei Hunden

Verletzt sich ein Hund oder wird er vergiftet, so bieten ihm Menschen alle medizinische Hilfe, die er braucht. Tierärzte sind in Notfällen schnell zur Stelle und auch der Halter selbst kann seinem Tier erste Hilfe leisten. Was aber, wenn kein Mensch zur Stelle ist? Wölfe und wilde Hunde leben völlig auf sich gestellt und müssen doch mit gesundheitlichen Problemen zurecht kommen.

Operationen und Medikamente stehen ihnen nicht zur Verfügung, alles was sie haben sind ihre natürlichen Instinkte und ihre Kräfte zur Selbstheilung. Wie stark diese sind, wie sie auch bei der Genesung eines Haushundes helfen können und wie man sie als Hundehalter unterstützt und fördert, erklären wir hier.

Selbstheilung in der Natur

Im Laufe der Evolution haben Tiere eigene Methoden entwickelt, um mit Krankheiten und Verletzungen umzugehen. Wölfe und Hunde verfügen über verschiedene Instinkte und Verhaltensweisen, die zur Genesung und zur Eindämmung von Krankheiten beitragen.

Ein häufiges Problem für Wölfe sind zum Beispiel Darmparasiten. Diese werden durch das Fressen von Gras und anderen unverdaulichen Stoffen bekämpft. Das Gras fördert die Darmfunktion, sodass es zu einer Reinigung kommt, der die Parasiten zum Opfer fallen. Eine weitere Methode zur Behandlung von Verletzungen ist das Ablecken von Wunden. Damit schützen die Tiere die Verletzung vor Infektionen, denn ihr Speichel tötet Bakterien wie zum Beispiel Escherichia Coli oder Streptococcus canis ab.

Wölfe haben außerdem Methoden entwickelt, mit dem sie ihre Jungtiere von Anfang an an Giftstoffe gewöhnen und sie so immunisieren. Dazu setzten sie sie gezielt kleinen Mengen davon aus. Häufig kann man auch beobachten, wie Wölfe erlegte Beutetiere mit Dreck verunreinigen, der dann von den Welpen aufgenommen wird. Das trägt ebenfalls zur Stärkung des Immunsystems bei und reinigt außerdem den Magen.

Ein weiterer Instinkt, der Hunden dabei hilft, Krankheiten zu entgehen, ist die Quarantäne. Kranke Tiere werden nicht nur von der restlichen Gruppe gemieden oder zurückgelassen, sie isolieren sich auch selbst und suchen die Einsamkeit. Tiere, die krank sind, werden außerdem nicht in bestehende Gruppen aufgenommen. Damit vermeiden Wölfe Ansteckungen und schützen sich und ihre Jungen vor eingeschleppten Krankheiten.

Selbstheilung beim Haushund

Der Hund verfügt im Grunde über alle Instinkte, die auch der Wolf hat. Allerdings leben sie nicht in der freien Natur, wo sie Beutetiere, Pflanzen und Insekten fressen. So haben Hunde keinen Zugang zu all den Nahrungsmitteln, die ihren Organismus vollständig unterstützen.

Es fällt damit in die Verantwortung des Hundehalters seinen Hund so zu ernähren, dass er stark und gesund genug ist, um mit Schadstoffen in einem natürlichen Rahmen zurecht zu kommen.

Viele Fertig-Futtermittel sind dazu nicht geeignet, da sie dem Hund nicht alle Vitamine, Mineralien und Nährstoffe bieten, die er braucht. Beachten muss man auch, dass jede Hunderasse unterschiedliche Bedürfnisse hat und sich auch die idealen Speisepläne von Welpen, ausgewachsenen Tieren und Senioren maßgeblich unterscheiden. Es macht also Sinn, die natürlichen Selbstheilungskräfte des Hundes durch auf das Tier angepasstes, artgerechtes Futter zu unterstützen.

Zusätzlich sollte man darauf achten, seinem Hund so viel Auslauf und Beschäftigung in der Natur zu bieten, wie möglich. Frisst der Hund Gras oder Dreck, so ist dies ein ganz normales Verhalten und sollte nicht direkt unterbunden werden. Wer ganz sicher sein will, dass sein Tier dabei keine Giftstoffe aufnimmt, der pflanzt selbst im Garten gesundes Gras an und bietet den Tieren zum Beispiel Heilerde.

So unterstützt man die natürlichen Selbstheilungskräfte seines Hundes und hilft ihm so dabei, sich selbst besser vor Giften und Verletzungen zu schützen.

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

4 Reaktionen

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  • von Jörg Banach
  • 23. Juli, 2013

Guter Artikel, aber warum verweist ihr das Stichwort „artgerechtes Futter“ auf einen Anbieter von Trockenfutter, anstatt auf wirklich artgerechte Ernährung wie BARF hinzuweisen?

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  • von Norti
  • 23. Juli, 2013

also… Selbstheilung, Selbstmedikation usw., das stimmt ja alles soweit… bei „Dreck reinigt den Magen“ bin ich allerdings schon etwas stutzig geworden… aber dann dieser Link auf das Bachblueten-Buch, sorry, aber das meinst du nicht ernst, oder? Das ist Pseudomedizin, pure Esoterik ohne jeglichen Wirkungsnachweis

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  • von Mari
  • 23. Juli, 2013

@Jörg Banach:
Genau die gleiche Frage habe ich mir auch gestellt.

Ein anständiger Artikel. Aber dann Trockenfutter = artgerechtes Futter? Hmm… Ihr beschreibt doch im Artikel, wie die Wölfe das alles gemacht haben. Die haben nicht den Beutel mit Trockenpellets aufgerissen. Sondern das Beutetier.

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