Rottweilerhündin „Mona“ – Herrchen klagt gegen 32.000 EUR Hundesteuer

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 25.07.2013 um 12:41 Uhr, 7 Kommentare

Foto: Privat
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Wenn es nur nach Bad Kohlgrubs Bürgermeister Gerald Tretter gehen würde, dann wäre seine kleine Gemeinde sicherlich schon komplett „Kampfhunde-Frei“, denn durch einen extrem hohen Hundesteuersatz und durch eine seit dem Jahr 2011 bestehende Verordnung versucht man in Bad Kohlgrub seinen Bürger die Haltung von so genannten „gefährlichen Listenhunden“ fast unmöglich zu machen.

Pro Jahr müssen Halter von „Listenhunden“ in Bad Kohlgrub etwa 26 Mal so viel wie für einen normaler Hund bezahlen. Alle nicht als „gefährlich“ eingestuften Rassen kosten laut Satzung der 2500 Einwohner-Gemeinde genau 75 Euro. Diese Diskrepanz ist für viele zu groß und so müssen immer mehr Hundehalter ihre geliebten Fellnasen aus finanziellen Gründen in Tierheimen oder Auffangstationen abgeben.

Auch Familie Seidelmanns ist so ein Fall, denn sie pflegen Ihre Rottweilerhündin „Mona“ zwar fünf Tage die Woche, haben sie aber jetzt wieder zurück ins Tierheim München geben müssen. Die Rechnung ist für Wolfgang Seidelmann (66) dabei sehr einfach. Ein Hund lebt vielleicht 16 Jahre. Bei 2000 Euro Steuer pro Jahr müsste er also insgesamt 32 000 Euro für seine Rottweilerdame „Mona“ zahlen.

Ein richtiger Batzen Geld für den es ganz offensichtlich keine Berichtigung gibt, denn obwohl ein Gutachten der Hündin KEINE Aggressivität bescheinigt, fordert die Gemeinde Bad Kohlgrub weiterhin den Steuersatz für Listenhunde. Aus diesem Grund klagt Familie Seidelmann nun bereits in zweiter Instanz vor dem Bayerischen Verwaltungsgericht und mit etwas Glück könnten sie sogar als Sieger aus dem Gerichtssaal gehen, denn auch der Vorsitzende Richter Dieter Zöllner sieht eine „theoretische Grenze“ für die Hundesteuer.

Man kann für Kampfhunde mehr verlangen, aber eben nicht unendlich mehr.

Bürgermeister Gerald Tretter sieht das nahende Urteil jedenfalls ziemlich „leidenschaftslos“, denn ihm zufolge ist Rottweilerhündin „Mona“ eh die einzige so genannte Kampfhündin seiner Gemeinde.

Über den Autor

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7 Reaktionen

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  • von Andrea Kozica
  • 25. Juli, 2013

Es sind einfach nur Vorurteile gegen Kampfhunde !!!!!!

Man kann jeden Hund bissig und aggressiv machen, auch einen Dackel !
Nur wenn ein Dackel zubeisst , wird nicht so ein aufsehen darum gemacht.

Ich hoffe und drücke die Daumen, das der Besitzer von Mona die Klage gewinnt und diese unsinnig hohe Steuer nicht bezahlen muss.

Mit freundlichen Grüßen

A.Kozica

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  • von Wischel
  • 25. Juli, 2013

So ein Blödsinn! Es gibt keine Kampfhunde!!! Jeder Hund kann bissig und aggressiv sein oder werden. Jeder Hund – egal ob gross oder klein, gehört liebevoll, konsequent erzogen und ist ein Familienmitglied!!! Wann hört dieser Schwachsinn endlich auf. Das Problem ist nicht der Hund, sondern hängt am anderen Ende der Leine.

Wir haben 9 Jahre lang eine Rottweilerhündin als Familienmitglied gehabt – leider starb sie dann. Sie war der liebste Hund und ist nieeeeee auffällig gewesen oder geworden. Hundeschule von Welpenalter an und Wissen um des Wesen eines Hundes, hat sie zu einem zufriedenen „Rudel-Mitglied“ gemacht. Allerdings, der kleine 4 kg Hund einer Bekannten, der beisst ständig und überall kräftig zu, weil er ganz einfach nicht erzogen ist…. boahhhh. Aus diesem Grund muss der arme Kerl nun Maulkorb tragen – auch hier liegt der Grund dafür im Halter – der Hund kann gar nix dafür, aber muss leiden.

Ich drücke der Familie von Mona ebenfalls die Daumen! Da kann man wirklich nur mit dem Kopf schütteln. Wenn alle Hundehalter den Dreck selber wegmachen würden, dann könnte diese unsinnige Steuer sowieso abgeschafft werden – meine Meinung!

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  • von Ly Ti
  • 25. Juli, 2013

Das ist eine Unverschämtheit – wie die Hundesteuer überhaupt!! Kann mich meinen Vorgängern nur anschließen. JEDER Hund kann auffällig werden. Die Diskussion, ob die Hundesteuer rechtens ist, gibt es sowieso schon länger. Vielleicht sollten alle Hundehalter sich mehr wehren und konsequent – bundesweit – mal nicht zahlen? Von diesen Steuereinnahmen wird doch eh nichts zugunsten der Hundehalter gemacht. Straßenreinigung? Mehr Hundeauslaufmöglichkeiten? Alles Fehlanzeige…. Und die Tierheime werden immer voller. Wie immer, sind die Leidtragenden die Tiere. Und Menschen, die sich schweren Herzens von ihrem Vierbeiner trennen müssen, weil sie es sich nicht mehr leisten können. Ich drücke die Daumen – Viel Glück!! Und vielleicht tut sich allgemein mal etwas in Sachen Hundesteuer…..

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  • von Kai Lechinger
  • 25. Juli, 2013

Mal ganz ehrlich !?

HALLOOOOOO HERR BÜRGERMEISTER

HABEN SIE NOCH ALLE LATTEN AM ZAUN ???

Seien Sie froh das es nur eine Hündin in ihrer Gemeinde war
die auf dieser unsinnigen Liste steht..

Wären es nämlich mehr als diese würden Sie bestimmt anders handeln, könnte ja sein
das ihre Wiederwahl in Frage gestellt würde !

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  • von Thomas Eickstädt
  • 30. Juli, 2013

Sehr geehrter Herr Bürgermeister der Gem. Kohlgrub,
bislang war mir Ihre Gemeinde weder positiv noch negativ in Erinnerung. Dies mag vielleicht am unzulänglichen Marketing über die Gemeindegrenzen hinaus gelegen haben oder liegen. Mit Ihrer Hundesteuersatzung haben Sie allerdings einen wirklichen Geniestreich vollzogen, zumal es in der Gemeinde offensichtlich lediglich 1 Rottweilerhündin gibt. Was Sie sicherlich erreicht haben; Über Ihre Gemeinde wird gesprochen. Ob dies allerdings positive Auswirkungen auf Ihre touristischen oder sonstigen Ziele haben wird, wage ich zu bezweifeln. In diesem Sinne weiterhin eine glückliche Hand bei Ihren Entscheidungsfindungen.
M.f.G.

[…] “Mona” trotz einer vorgelegten Negativbescheinigung eine für Kampfhunde erhobene kommunale Jahressteuer von 2.000 Euro an die Gemeinde bezahlen […]

[…] durchschnittlichen Haltungskosten des Hundes übersteige. Hintergrund der Entscheidung war die Klage eines Ehepaares aus dem bayerischen Bad Kohlgrub. Die Gemeinde hatte für einen Rottweiler 2000 Euro pro Jahr […]

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