Mit dem Hundehautwurm infizierte Stechmücken in Deutschland nachgewiesen

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 18.07.2013 um 13:35 Uhr, 2 Kommentare

Hundehautwurm erstmals in deutschen Stechmücken gefunden

Vor zehn oder fünfzehn Jahren war unsere (Hunde-)welt noch weitgehend in Ordnung. Zumindest brauchten wir uns da unsere geliebten Fellnasen nur im Urlaub vor solchen Gefahren wie den Eichenprozessionsspinnern oder der Hundemalaria schützen. Mit dem fortschreitenden Klimawandel hat sich dieses Bild jedoch geändert, denn nun dringen immer mehr Parasiten aus Südeuropa  in unsere Breiten vor und werden hier langsam heimisch.

Kein Wunder also, dass wir und unsere Haustiere mittlerweile vermehrt Parasiten und Quälgeister kennenlernen, mit denen wir bisher kaum zu tun hatten. Neben dem Klimawandel ist aber auch der Import von Nothunden aus dem Ausland ein großes Problem für unsere Flora und Fauna, denn viele dieser Hunde sind bereits mit schweren Infektionskrankheiten wie beispielsweise der Leishmaniose infiziert.

Forscher des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNI) haben erstmals im Raum Brandenburg die Larven des Hundehautwurms Dirofilaria repens in Stechmücken nachgewiesen. Den Wissenschaftlern zufolge war dieser parasitäre Quälgeist bislang bei uns in Zentraleuropa nicht heimisch.

Rund 75.000 Stechmücken aus 55 Fangorten haben die Forscher im Rahmen einer deutschlandweiten Studie gesammelt, ausgewertet und auf Parasiten untersucht. In drei Stechmückenarten aus dem Raum Brandenburg identifizierten die Wissenschaftler wiederholt den Hundehautwurm Dirofilaria repens.

Hauptträger dieser Würmer sind – wie der Name schon sagt – unsere Hunde. In seltenen Fällen übertragen Stechmücken die Infektion aber auch auf uns Menschen. Laut BNI sind jedoch bisher noch keine in Deutschland erworbenen Infektionen beim Menschen bekannt geworden. Die Dauer der Entwicklung infektionstüchtiger Larven in den Stechmücken ist tempe­ratur­abhängig und liegt zwischen zehn und 30 Tagen.

Da Stechmücken jedoch durchschnittlich weniger als 30 Tage leben, galt Deutschland bislang schon aufgrund der hier herrschenden klimatischen Bedin­gungen als nicht gefährdete Region.

Aktuellere Klimaberechnungen hätten jetzt aber gezeigt, dass auch in Deutschland zumindest im Sommer eine Entwicklung von Larven in ausreichend kurzer Zeit gegeben ist. Umso wichtiger sei es daher, dass Tierärzte jetzt möglichst viele infizierte Hunde identifizieren, um so eine weitere Ausbreitung des Erregers zu verhindern.

Unbehandelte Hunde können den Parasiten bis zu sieben Jahre in sich tragen. Wir Menschen werden als Fehlwirt hingegen eher zufällig infiziert. Bei hoher Infektionslast können in seltenen Einzelfällen auch Krankheitsbilder wie Hirnhautentzündung auftreten, die dann medikamentös behandelt werden müssen.

Quelle: aerzteblatt.de

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

2 Reaktionen

Permalink
  • von Mike46
  • 19. Juli, 2013

Danke für diese Information. Gibt es eine Möglichkeit die Hunde vor diesen Stechmücken
zu schützen ? Autan wäre sicherlich nicht ratsam .
Irgendwelche Vorschläge ?

MFG MIKE

[…] uns klar sein, dass jegliche Art von Würmern nicht in den Darm eines Hundes gehören und auch der Hundehautwurm gehört zu den Parasiten auf die wir sicherlich alle gut verzichten […]

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