Gefährliche oder nicht vermittelbare Hunde als letzten Ausweg einschläfern?

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 02.06.2013 um 12:07 Uhr, 4 Kommentare

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Fragen zum Thema Rassenliste und Kampfhunde werden unter Hundehaltern und Nicht-Hundehalter bekanntlich sehr emotional diskutiert und bisher hat auch wohl noch niemand eine optimale Antwort auf die Frage wie man mit gefährlichen Hunden letztendlich umgehen soll und auch umgehen muss.

Auf einem Symposium zum Hunde-Gesetz Sachsen-Anhalts hat Magdeburgs Chef-Veterinär Klaus Kutschmann mit einer brisanten Äußerung nun einen möglichen Tabu-Bruch riskiert, denn er spricht sich hier öffentlich dafür aus, gefährliche Hunde in überfüllten Tierheimen notfalls auch töten lassen.

Ist ein Hund dauerhaft gefährlich und daher nicht vermittelbar, darf das Tier auch eingeschläfert werden.

Ob dieser Verstoß später einmal Teil eines neuen Hunde-Gesetzes in Sachsen-Anhalt werden kann ist momentan noch ungewiss, denn eine umfangreiche Überprüfung der bisherigen Gesetzeslage beginnt gerade erst. Fest steht jedoch, dass Klaus Kutschmann mit seinem Gedankengang eine Option in die Diskussion eingebracht hat, die bisher nur in absoluten Einzelfällen genutzt werden darf.

Marion Malbrich die Leiterin des Tierheims in Wittenberg sieht den Grund für die derzeitige Überbelegung der Tierheime hauptsächlich in der aktuelle Gesetzgebung, denn es fehle momentan einfach an Sachverständigen in den Behörden. So werden nach Ihrer Aussage von den Sachbearbeiten auch Hunde als gefährlich eingestuft, die es nicht seien und dennoch nicht vermittelt werden dürften.

Die Rasse-Zugehörigkeit an sich ist kein Kriterium für Gefährlichkeit.

Eine Umfrage in der Mitteldeutschen Zeitung zu diesem Thema hat ergeben, dass ca. 60% der befragten Teilnehmer die Einschläferung von gefährlichen und somit nicht vermittelbaren Hunden als geeigneten Lösungsweg ansehen und daher würde mich natürlich mal interessieren wie Ihr dieses Thema seht!

Ist Einschläfern der Ausweg?

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4 Reaktionen

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  • von Benni
  • 02. Juni, 2013

Wenn Hunde aufgrund ihres Verhaltens unvermittelbar sind und dann wegen ihrer Agressivität nicht gemeinsam gehalten werden können, könnte ich mir die Endlösung noch vorstellen, um die knappen Kapazitäten im Tierheim für andere Kollegen freizuschaufeln.

Wenn jedoch durch unsinnige Gesetzgebungen gutmütige Familienhunde ins Tierheim „abgeholt“ werden, ist eine solche Lösung für mich undenkbar, und es kommen Erinnerungen an die deutsche Vergangenheit hoch, wo Menschen aufgrund ihrer „Rasse“ abgeholt wurden, und niemand wirklich wußte, was mit ihnen geschehen ist.

Liebe Politiker,

Bitte überdenkt Eure Gesetze, und schafft Ausnahmen, so daß erwiesenermaßen gutmütige „Listies“ bei ihren Haltern bleiben können, wenn diese gewisse Auflagen, wie Haftpflichtversicherung und Hundeführerschein erfüllen. Es ist niemanden geholfen, wenn diese Familienhunde gewaltsam abgeholt werden, und im Tier- KZ landen, wo sie dann eingeäschert werden.

Danke, Benni

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  • von Basti
  • 02. Juni, 2013

Kein Hund ist von sich aus agressiv.
Er wird von den Besitzern agressiv gemacht.
Wenn es im Osten zu viele inkompetente Hundebesitzer gibt, die ihren Hund nicht richtig erziehen können, dann gehört dort erstmal ein offizieller Hundeführerschein eingeführt. Wo überprüft wird, ob die Halter den Hund auch wirklich artgerecht halten und ihn erziehen oder als „Kampfhundprestige“ halten.
Also muss erstmal auf politisch-gesetzlicher Ebene der unkontrollierte Kauf von sog. „Kampfhunden“ unterbunden werden. Und anschließend der Halter streng überprüft werden.
Wenn dies passiert, passieren auch weniger Zwischenfälle und es kommen weniger Hunde ins Tierheim.

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  • von Angel
  • 03. Juni, 2013

Ich glaube wer jemals einen Hund einschläfern lassen musste, bzw. dabei war, der kann so eine Lösung niemals unterstützen…
Vielleicht sollten die Politiker alle mal dabei sein „dürfen“.
Es MUSS eine andere Lösung geben, alles andere ist ein Armutszeugnis.

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  • von Alex Spak
  • 18. März, 2019

Also ich hoffe das diese Lösung nicht per Gesetz umgesetzt wird und schliesse mich den oberen Meinungen komplett an.
Sollte dies der Fall sein oder werden würde ich aktiv mithelfen diese Hunde optimal unterzubringen.

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