Nicht alle Futterreste sind vergiftet oder gefährlich

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 31.05.2013 um 08:38 Uhr, 4 Kommentare

topfenknoedel

Wenn ich in diesen Tagen unsere Liste mit noch ungeprüften Meldungen anschaue, dann muss ich offen gesagt manchmal wirklich mit dem Kopf schütteln, denn aktuell scheint wohl schon fast eine Hysterie unter manchen Hundehaltern ausgebrochen zu sein. Es wird derzeit scheinbar alles gemeldet, was irgendwie essbar aussieht und jedes von einem Schüler achtlos weggeworfene Pausenbrot ist laut eingereichter Meldung vergiftet.

Nicht selten geht es sogar soweit, dass wir von Nutzern regelrecht per E-Mail beschimpft oder beleidigt werden, weil wir die eingereichte Meldung nicht freischalten können. Ich möchte in diesem Zusammenhang wirklich noch einmal jeden von euch dazu aufrufen, nicht jede Meldung beispielsweise auf Facebook blind zu glauben und nicht jedes Stückchen Wurst auf dem Boden sofort als potenzielle Gefahr anzusehen.

Oftmals haben viele vermeintliche Giftköder auch eine ganz einfache Erklärung, aber scheinbar möchten das einige Hundehalter in der aktuellen Phase einfach nicht wahrhaben. Ein Brötchen am Wegesrand kann auch von einem Kind stammen, dass seinen Pausensnack weggeworfen hat. Hundefutter im Wald kann auch von Futterspielen anderer Hundehalter stammen und daher ist es wichtig objektiv zu bleiben.

Ein Blick in unsere Statistik-App zeigt ja auch ganz deutlich, dass in den letzten 3 Monaten von 622 bei uns eingereichten Meldungen lediglich 9% offiziell durch die Behörden bestätigt werden konnten.

Ich möchte euch daher bitten, einfach nochmals die folgenden 2 Artikel aus unserem Blog in Ruhe zu lesen, denn diese beiden Beispiele führen uns allen eigentlich sehr eindrucksvoll vor Augen, wie schnell aus harmlosen Dingen wie z.B. Tiefkühlknödel ein potenzieller Giftköder werden kann und sie zeigen uns Hundehaltern auch, wie wir mit Hilfe von einigen gezielten Fragen eine Falschmeldung erkennen können.

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Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

4 Reaktionen

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  • von Yasemin
  • 31. Mai, 2013

Hallo, liebes Giftköder-Radar-Team!
Erst einmal möchte ich euch für eure Arbeit und euer Engagement danken. Ich find die Seite wirklich toll.
Aber jetzt mal etwas zu eurem Blog! Sicher ist nicht jeder Fund ein tatsächlicher Köder, jedoch kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass man in einer Verdachtssituation vielleicht nicht immer angepasst reagiert und das gefunde Stück Fleisch oder ähnliches zur Polizei bringt, sondern froh ist, wenn man es dem eigenen Hund aus der Schnauze hat nehmen können und dann vielleicht unbedacht weg schmeißt, anstatt es zum Tierarzt mitzunehmen und untersuchen zu lassen (wobei dann bei einigen sicherlich auch die Größe des Geldbeutels eine Rolle spielt). Somit hat dann eben nicht jeder einen „Beweis“, dass das Fundstück vergiftet ist. Ich glaube aber auch nicht, dass Menschen, die hier etwas melden, etwas melden würden, bei dem sie nicht von einem Giftköder ausgehen.

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@Yasemin Genau darum geht es ja am Ende! Natürlich möchte jeder mit seiner Meldung helfen und selbstverständlich würde uns niemand etwas melden, wenn er persönlich nicht davon überzeugt wäre, dass es sich hier um etwas potenziell gefährliches handelt. Wenn ich mir unsere tägliche Arbeit ansehe, dann ziehen viele Hundehalter nicht einmal mehr die Möglichkeit in Betracht, dass das entsprechende Fundstück harmlos ist. Bei vielen ist derzeit alles giftig, was am Boden liegt und das ist mit Sicherheit nicht der richtige Weg!

Wenn man diese Spirale der Eskalation nicht durchbricht, dann brauchen Hundehasser in Zukunft nicht einmal mehr vor die Tür gehen. Es reicht dann einfach ein Gerücht auf Facebook zu streuen und schon wird die Geschichte zum Selbstläufer. Wir erleben es hier doch Tag für Tag. Selbst dann wenn Meldungen zu einem bestimmten Fundort von verschiedenen Nutzern eingereicht werden, unterscheiden sich die Angaben extrem. In der ersten Meldung ist von einem verletzten Hund die Rede und zwei Meldungen später sind wir dann schon bei 5 toten Hunden für die es aber nirgendwo eine Bestätigung gibt. Und selbst wenn ich mich da wiederhole: In Deutschland sterben mit Sicherheit KEINE 5 HUNDE in einer Region an Gift ohne das dieses durch einen Tierarzt schriftlich dokumentiert wurde. Das gibt es nicht und das wird es auch nie geben.

Viele versetzen sich momentan selbst in eine unnötige Panik und das ist in meinen Augen der falsche Weg.

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  • von Benni
  • 02. Juni, 2013

Wo bekommt man denn Gift, welches gesunde in kleinen Mengen wirklich schädigen kann?

Bei der heutigen Eskalation reicht es völlig aus, ein Würstchen oder Fleischbällchen mit Ketchup oder Senf zu füllen, und dieses an prominenter Stelle auszulegen.

Sicherlich wird es sofort einen Artikel im Merkur (Polizeibericht) geben, der dann hierher kopiert wird. Wenn dann dem „Täter“ alle Tage wieder sein Würstchen aus der Stulle fällt, wird es ein Affentheater geben, so daß bundesweit das Sommerloch gefüllt ist.

Wuff

[…] mehrfach habe ich an dieser Stelle einen scheinbar aussichtslosen Kampf geführt, denn immer und immer wieder fordere ich von unseren Nutzern die Giftköder-Meldungen in sozialen Netzwerken […]

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