Köln / Brühl: Keine offizielle Bestätigung für Giftköder im Schlosspark

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 14.05.2013 um 09:13 Uhr, 0 Kommentare

koeln-schlosspark-gift-hund

Seit einigen Tagen kursieren auf Twitter, Facebook, in diversen Hundeforen und auch auf unserer Seite zahlreiche Warnungen, dass im Brühler Schlosspark von unbekannten Hundehassern Giftköder platziert worden seien, an denen laut Halterin mindestens ihr Hund gestorben sein soll.

Wir möchten an dieser Stelle zusätzlich darauf hinweisen, dass die betroffene Halterin zwar am 8. Mai 2013 eine Anzeige erstattet hat und ihren Fall zu Protokoll gegeben hat, aber bisher können weder die Polizei, noch das Kreisveterinäramt den Fund von Giftködern im Brühler Schlosspark bestätigen.

Anton Hamacher, Polizei-Pressesprecher
„Es ist bislang nicht erwiesen, dass die betroffene Hündin das Gift tatsächlich im Schlosspark aufgenommen hat.“

Entgegen einiger Meldungen aus dem Internet wo stets von mehreren betroffenen Hunden gesprochen wird, ist der Behörde momentan in diesem Bereich auch nur ein Fall bekannt. Wenn es unter euch jemanden gibt, der Beobachtungen gemacht hat oder selbst betroffen ist, sollte er sich dringend beim Kreisveterinäramt melden und gegebenenfalls auch bei der Polizei in Brühl eine Anzeige gegen Unbekannt erstatten.

Dieser Fall zeigt uns aber mal wieder sehr eindrucksvoll, wie wenig solche Warnungen von einigen Hundehaltern reflektiert bzw. hinterfragt werden. Leider handeln auch viele unserer Nutzer nach dem Motto: „Lieber einmal zuviel, als einmal zu wenig gewarnt“. Diese Einstellung mag im ersten Augenblick gut und richtig erscheinen, aber sie ist der falsche Weg, denn um die Wichtigkeit der Meldung zu erhöhen, wird die Anzahl der betroffenen Hunde oftmals wie beim Kinderspiel „Stille Post“ von Tag zu Tag erhöht.

In den bei uns eingereichten Meldungen schwankten die Zahlen zwischen 1 verletzten Hund und teilweise bis zu 7 toten Hunden. Auf diese Weise wird aus einer ursprünglichen ernsthaften Warnung des betroffenen Halters natürlich sehr schnell ein Gerücht, dass viele Menschen dann letztendlich ignorieren und genau das bringt dann möglicherweise auch unschuldige Leben in Gefahr. Wir können euch daher nur immer wieder wie im Beispiel zur Meldung aus Lippstadt dazu aufrufen, nicht einfach jede Warnung auf Facebook & Co. blind zu teilen.

Macht euch bitte die Mühe und hinterfragt wirklich jede Meldung bevor ihr sie teilt, denn wie schon oft an dieser Stelle erwähnt, stirbt in Deutschland kein Hund ohne das zumindest ein Tierarzt den Tod des Hunde festgestellt hat. Fragt also vorher bei Freunden und Bekannten aus welcher Quelle der Meldung stammt oder fragt einfach mal nur nach der Adresse des Tierarztes, der den betroffenen Hund behandelt hat.

Wir machen leider hier Tag für Tag selber die Erfahrung, dass einige Nutzer zu den eingereichten Meldungen keine weitergehenden Angaben machen können und dann manchmal sogar teilweise recht aggressiv reagieren, wenn wir die Meldung aufgrund fehlender Angaben nicht in den GiftköderRadar aufnehmen können.

Natürlich wissen wir, dass jeder Nutzer es am Ende nur gut meint und mit seiner Meldung andere Hundehalter vor möglichen Gefahren warnen möchte, aber es sollte auch jedem von uns klar sein, dass es keinem Hund auf dieser Welt wirklich hilft, wenn wir gegenseitig unnötige Angst und sogar Panik verbreiten.

Eine Plattform wie GiftköderRadar kann ein wirklich wirksames Werkzeug gegen die grausamen Taten krimineller Tierhasser sein, aber dazu ist es auch notwendig, dass jeder Nutzer nur dann seine Meldung über die App oder die Website bei uns einreicht, wenn er die grundlegenden Fragen nach der Quelle, dem genauen Fundort und dem Datum des Vorfalls auch wirklich schlüssig beantworten kann.

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

Schreibe uns deine Meinung

Regeln: Wir freuen uns auf dein Feedback, sei jedoch stets respektvoll und bleibe beim Thema. Wir behalten uns jederzeit das Recht vor profane, belästigende und missbräuchliche Kommentare, sowie unerlaubte Werbung in den Kommentaren (Spam) zu löschen und Wiederholungstäter zu blockieren.