Jäger erschießt wildernden Hund in Oberstdorf

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 07.05.2013 um 11:28 Uhr, 12 Kommentare

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© Foto by dpa / Phillip Schulze

Nach Polizeiangaben wurde in der vergangenen Woche gegen 6:30 Uhr ein wildernder Hund in der Nähe von Oberstdorf von einem Jäger erschossen. Laut den von der Polizei veröffentlichten Angaben waren den Verantwortlichen in den letzten Wochen immer wieder zwei unangeleinte Hunde ohne Aufsicht im Bereich des Ortsteiles Rubi bis hin zum Ortsrand von Oberstdorf im Bereich Dummelesmoos aufgefallen.

Nach Auskunft der Jagdausübungsberechtigten waren die beiden Hunde darüber hinaus auch bereits mehrfach wildernd beobachtet worden. Erst im März wurde ein Reh von den beiden „Wilderern“ gerissen. Vor einigen Tagen baten dann die zuständigen Revierjäger die Polizei darum, nach den zwei Hunden und vor allem auch nach den dafür verantwortlichen Hundehaltern Ausschau zu halten.

Nur einen Tag später meldete sich einer der Jäger erneut bei der Polizei. Am frühen Morgen habe er die beiden Hunde offenbar wieder wildernd bemerkt. Um weiteres Wildern zu verhindern, hatte er darauf hin einen der Hunde erschossen. Das zweite Hund konnte ganz offensichtlich rechtzeitig weggelaufen.

Die verantwortliche Hundehalterin konnte zwischenzeitlich über den Chip am Halsband des getöteten Hundes ermittelt werden. Sie muss nun nach dem Bayerischen Jagdgesetz mit einem Bußgeld rechnen. Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass der Frau auch der zweite auffällig gewordene Hund gehört.

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Über den Autor

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12 Reaktionen

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  • von Benni
  • 07. Mai, 2013

Natürlich geht es überhaupt nicht, daß Hunde wildern und dann noch ein Reh reißen.

Ich frage mich aber, aus welchem Grunde der Jäger den Hund abknallen mußte, wo doch eine Betäubungsmunition ausgereicht hätte, um das Wildern abzustellen, und den Halter aufgrund der Kennzeichnung des Hundes ausfindig zu machen.

Nein, der § 23 des Bundesjagdgesetzes gehört derart angepaßt, daß die Worte: „, vor wildernden Hunden und Katzen“ aus dem Paragrafen ersatzlos gestrichen werden.

______________________________
aktueller Gesetzesstand:
§ 23 Inhalt des Jagdschutzes
„Der Jagdschutz umfaßt nach näherer Bestimmung durch die Länder den Schutz des Wildes insbesondere vor Wilderern, Futternot, Wildseuchen, vor wildernden Hunden und Katzen sowie die Sorge für die Einhaltung der zum Schutz des Wildes und der Jagd erlassenen Vorschriften.“

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  • von Benjamin T.
  • 07. Mai, 2013

ist doch prima für den jäger. der kann sich mit einem schuss zwei kerben machen… eine für das reh (für das er ja eh in seinem hochstand gehockt hat) und eine für den hund… die passion des jagens ist mir ein unverständliches „hobby“

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  • von Erika Wintermann
  • 07. Mai, 2013

Mann sollte dem Jäger mal den Jagdschein für längere Zeit ab nehmen… mann muss nicht gleich alles erschießen!!!!

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  • von Anke Ney
  • 07. Mai, 2013

Ich mag auch keine wildernden Hunde .Auch hier ist der verantwortliche Halter mal wieder der Schuldige. Erinnern möchte ich aber daran ,daß es Treibjagden gibt. Auch dort werden Waldtiere zu Tode gehetzt.Wo ist er Unterschied?Ebenfalls möchte ich daran erinnern ,daß oft Tiere angeschossen werden und dann elend im Gebüsch verenden. Dafür gibt es dann ja die sogenannten Schweißhunde ,die die angeschossenen Tiere dann suchen sollen.
Die Argumentation der Jägerschaft ist mir unverständlich und verlogen!

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  • von Sven Mehwald
  • 07. Mai, 2013

Es sollte vielmehr darüber berichtet werden.Wie oft werden denn Hunde erschossen,die sich in der Nähe ihrer Halter aufhalten.Man sollte solchen Menschen die Lizenz entziehen.

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  • von Andrea Frank
  • 07. Mai, 2013

Meiner Meinung nach hat der Jäger seine Pflicht getan,es war ja zweifelsfrei erwiesen das die Hunde wildern und er hat sie ja auch nicht einfach beim ersten mal abgeknallt ,sondern sich an die Polizei gewendet hat und nach dem Besitzer gesucht.
Die Schuldige in diesem Fall ist hier die Besitzerin ,welche ihre Halterpflichten grob verletzt hat. Leider sind wieder einmal die Hunde die Verlierer.

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  • von My Dog
  • 08. Mai, 2013

Die Besitzerin sollte Schadensersatz verlangen.
Es gibt doch Betäubungen. Wäre mal eine Alternative gewesen. Aber darum heißt es ja, Jäger jagen und töten.
Im Übrigen kann die Halterin auch eine Haftpflicht haben, die für die Schäden der Hunde aufkommt.
Habe aber auch von Fälle gehört, wo der Jäger trotz Anwesenheit des Halters geschossen hat. Sogar ein Fall, als das Tier an der Langlaufleine lief.
In meinen Augen haben Menschen mit Waffen zu viel macht.
R.I.P. armer Hund.

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  • von HundUndIch
  • 09. Mai, 2013

Das mit dem Betäubungsgewehr wird schwierig, ich denke nicht, dass ein Jäger so was normalerweise bei sich führt. Aber reicht da nicht einfach ein Warnschuss um die Hunde zu stoppen? Viele Hund sind nicht schussfest und nehmen Reissaus wenn´s knallt.
Jäger finden auch von Hunden schwer verletzte Tiere, die qualvoll verenden. Das mit dem Jagen ist halt so eine Sache… OK, ich hab leicht reden, mein Hund ist einfach zu faul zum Jagen, aber ich kenne Hunde, die sind einfach weg wenn die eine Spur haben. Die Angst der Besitzer möchte ich nicht haben.
Übrigens: auf der Seite der Deutschen Wildtierstiftung (http://www.deutschewildtierstiftung.de/de/schuetzen/lebensraum-bewahren/)ist folgendes zu lesen:
„Eines der Hauptprobleme der heimischen Wildtiere ist mangelnder und mangelhafter Lebensraum: Landwirtschaftliche Flächen werden einseitig bewirtschaftet, Moore entwässert oder Reviere durch Straßen geteilt. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, wie Projekte der Deutschen Wildtier Stiftung beweisen, dass es auch anders geht!“

Da steht nix vom Hund! Eher noch findet sich ein Artikel über wilde Mountainbiker, die durchs Unterholz breschen oder massenweise hinterlassenem Müll oder Geocacher, die Nachts im Wald das Wild aufschrecken.
Ich denke, der Hund ist das geringste Problem.

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  • von roess
  • 11. Mai, 2013

Toller Service und eine schöne Internetseite! Gefällt uns sehr gut 🙂 Weiter so.

lg aus Leipzig.

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  • von Knutsen
  • 31. Juli, 2013

Es gibt genug Flächen wo man seine Hunde laufen lassen kann, und in Wäldern sollte man (vor allem in Naturschutzgebieten) Hunde nicht frei laufen lassen. Wer das als Halter nicht lernt, sollte nicht dem Jäger die schuld geben, sondern sich selber.
Die Halterin hat durch ihr Fehlverhalten die Konsequenz meines Erachtens selber provoziert – leidtragender ist hier mal wieder der Hund.

[…] schreibt er beispielsweise, der Beamte der Autobahnpolizei hätte ihm vor Ort gesagt, dass er als Jäger die Situation sehr wohl hätte einschätzen könne. Der Pressesprecher der Polizei konnte auf […]

[…] in Kurzform und eigentlich nichts ungewöhnliches, denn letztendlich werden wir mit diesen tragischen Vorfällen immer wieder konfrontiert. Was mich an dem gestrigen Beitrag jedoch stutzig gemacht hat ist die […]

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