Das Retrieva GPS Tracking-Halsband für Hunde im Praxistest

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 03.04.2013 um 16:47 Uhr, 3 Kommentare

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Kurz nach der Sendung hundkatzemaus haben uns die Kollegen von Retrieva.de freundlicherweise ein Demo-Halsband für einen kurzen Praxistest überlassen. Wie versprochen, lag das bekannte GPS-Halsband dann auch ein paar Tage später bei uns im Postkasten. Ich hatte ja schon viel von diesem kleinen GPS-Gadget für Hundefreunde gehört und daher freue ich mich auf meinen „Selbstversuch“ natürlich ganz besonders.

Das Halsband selbst machte zumindest auf mich einen sehr wertigen Eindruck. In der Kiste war also zum Glück nicht der übliche billige China-Plaste-Schrott zu finden, sondern ich würde schon fast sagen, dass dieses Halsband und seine Komponenten für „die Ewigkeit“ konstruiert wurden. Kein Wunder, denn laut Anbieter nutzen gerade Jäger relativ häufig die mobile GPS-Ortung und dort geht es ja auch mal etwas robuster zu.

Besonders positiv ist mir ist Auge gefallen, dass es sich bei dem Retrieva-System nicht um eine hässliche Box handelt, die man irgendwo am Hund oder am Halsband befestigen muss, sondern das dieses System eine komplette Einheit aus Halsband und GPS-Elektronik bildet. Dieser Vorteil ist aber zugleich auch der größte Nachteil, denn durch die integrierte Bauweise ist das Halsband relativ schwer und somit in meinen Augen eher für mittlere und große Rassen geeignet. Selbst bei meiner Husky-Hündin (siehe unten) habe ich persönlich das Halsband als „zu groß“ und etwas „störend“ empfunden.

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Der größte Nachteil beim Retrieva GPS Collar dürfte jedoch der fehlende Leinenring am Halsband sein, denn in einer Gefahrensituation hat der Halter absolut keine Möglichkeit eine Leine sinnvoll an diesem Halsband zu befestigen und somit ist man schon fast gezwungen dem Hund ein zusätzliches zweites Halsband anzulegen.

Gehen wir aber mal weg von der „Hardware“ und kommen zur „Software“ bzw. zur Einrichtung des Halsbandes. Die gute Nachricht – es gab keinen komplizierten Einrichtungsmarathon! Einfach den Akku mit dem beiliegenden Netzteil aufladen und das Halsband über das Webportal des Anbieters konfigurieren. In nicht einmal 5 Minuten (ohne Ladezeit) ist das Halsband also einsatzbereit.

Die wichtigsten Funktionen auf einen Blick:

  • Live Handy Tracking auf einer topografischen Karte oder Satelliten-Fotos.
  • Live Tracking von jedem Computer mit einem Webbrowser oder iPad.
  • Anzeige von Richtung und Geschwindigkeit.
  • Postions und Statusabfrage, einfach per SMS.
  • Diebstahlschutz durch anschließbaren Verschluss.
  • Schnitthemmendes Material und Manipulationsüberwachung mit SMS-Benachrichtigung.
  • Verschiedende Möglichkeiten erlaubte Bereiche (GEO Fences) zu erstellen.
  • Panik Alarm per SMS an frei wählbare Telefonnummern mit aktueller Position.
  • SMS Benachrichtigung bei niedriger Batterieladung.
  • SMS Benachrichtigung beim Erreichen oder Verlassen erlaubter Bereiche.
  • Auswertungen von Ausflügen wie Entfernung, Zeit und Geschwindigkeit.
  • Keine Zusatzkosten im benachbarten EU-Ausland.

Die besondere Stärke bei unserem Testgerät lag jedoch ganz klar im Bereich „Live-Tracking“, denn während viele Mitbewerber lediglich die Möglichkeit bieten die Position des eigenen Hundes via. SMS abzufragen, sendet das Retrieva Halsband die Position „live“ an einen Webserver. Von dort aus kann die Position dann beispielsweise über den kostenlosen Viewranger oder über das Webportal des Anbieters abgefragt bzw. verfolgt werden.

Das „Live-Tracking“ ist natürlich auch ein Grund für die relativ große Bauweise, denn ein leistungsstarker Akku für 5-7 Tagen Dauerbetrieb und ein Quad-Band GSM-Modem, benötigen leider auch etwas mehr Platz als die sonst üblichen SMS-Responder in Produkten der Mitbewerber.

Das verbaute GPS-Modul kann man durchaus als „tadellos“ bezeichnen, denn selbst bei uns in den Bergen konnte ich so gut wie nie eine Empfangs- bzw. Sendestörung am Halsband feststellen und so empfehle ich dieses Halsband zumindest aus technischer Sicht uneingeschränkt weiter. Preislich gesehen würde ich das Retrieva GPS Tracking Halsband mit 369 EUR aber eher im professionellen Bereich ansiedeln, denn der Otto-Normal-Hundehalter dürfte sich diese Investition sicherlich mehr als zweimal überlegen.

Was denkt Ihr über das Thema GPS-Tracking für Hunde? Ist es eine sinnvolle Möglichkeit um beispielsweise täglich die Gassi-Strecken zu tracken bzw. um ausgebüxte Hunde zu finden oder eher eines der vielen überflüssigen Produkte auf dem Heimtiermarkt?

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

3 Reaktionen

[…] das GPS Halsband – “Tagg” der Firma Snaptracs und den Tracker des sehr bekannten Mitbewerbers Retrieva.de […]

[…] für Haustiere geschrieben, aber leider konnte mich bisher werder die Lösung von Wo-ist-Lilly, Retrieva oder Tagg vollständig […]

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Ich habe schon öfter überlegt meinem Hund ein GPS Halsband zu kaufen. Leider ist der Preis nach wie vor sehr hoch und deshalb warte ich lieber noch ein wenig.

Hat irgendjemand vielleicht eine günstigere Alternative auf Lager?

LG

Clemens

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