Tod durch Schneckenkorn? Gift im eigenen Garten?

Abgelegt von Sascha Schoppengerd am 15.07.2011 um 06:55 Uhr, 2 Kommentare

Wer kennt das Problem nicht? Mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr fängt auch die Gartenzeit wieder an und viele setzen die ersten Gemüsesamen und Blumenzwiebeln ein.

Nach ein paar Wochen, die man dann man dann mit der mühevollen Pflege seiner Setzlinge verbracht hat, schaut man stolz erfüllt auf seine Arbeit und erfreut sich an den leuchtenden Farben und am Duft der bunten Blumenpracht.

Doch oftmals wird dieser Glanz nur zu schnell von den unliebsamen Nacktschnecken getrübt. Über Nacht schaffen es die schleimigen Bodenkriecher einen ganzen Strauch „Margeriten“ oder auch mehrere Salatköpfe aufzufressen.

Und selbst, wenn diese nicht komplett von den Schnecken vernichtet werden, so hinterlassen die tierischen Besucher auf der ganzen Ernte in Regel eine unappetitliche Schleimspur.

Aus lauter Verzweiflung im Kampf gegen die Schnecken greifen viele Kleingärtner relativ schnell zum „Schneckenkorn“, denn dieses Wunderwerk der Chemieindustrie wirkt auf die Schnecken nicht nur extrem anziehend, sondern es ist meist auch bereits beim ersten Kontakt tödlich.

Der eifrige Hobbygärtner hat mit dieser „Problemlösung“ die wenigste Arbeit und einmal ausgestreut wirkt das „Schneckenkorn“ auch gleich für mehrere Wochen.

Doch was viele gärtnernde Haustierbesitzer oft nicht wissen, „Schneckenkorn“ ist auch extrem giftig für das eigene Tier! Durch den süßlichen Geschmack wird Schneckenkorn auch gerne von Hunden, Katzen und Igeln (die natürlichen Feinde der Schnecken) gerne aufgenommen.

Schon die geringste Menge „Schneckenkorn“ reicht hier oft aus um den eigenen Liebling ernsthaft in Lebensgefahr zu bringen. Die Vergiftungserscheinungen zeigen sich dann in Form von Muskelkrämpfen, die von leichtem Muskelzittern, bis hin zur schweren epileptischen Anfällen reichen! Häufig tritt gleichzeitig auch Fieber auf und ab 41 C° wird es für das Tier dann in der Regel auch höchst kritisch. Starkes hecheln, sowie Durchfall und/oder Erbrechen sind oftmals auch deutliche Anzeichen einer Vergiftung.

Sollten Sie diese oder ähnliche Symptome bei Ihrem Haustier bemerken ist es anzuraten schnellstmöglich einen Tierarzt aufzusuchen. Dieser wird dann versuchen Ihrem Hund oder Ihrer Katze den Magen zu entleeren um die giftigen Stoffe aus dem Körper zu transportieren und die Verbreitung der Substanzen aufzuhalten. Zusätzlich werden dem Tier in vielen Fällen auch Medikamente verabreicht, die dann das Gift im Körper binden sollen.

Eine mögliche Magen bzw. Darm – Spülung und ein tagelanger Aufenthalt in der Tierklinik ohne eine Garantie auf eine vollständige Genesung sind sicherlich kein angemessener Preis für einen „schneckenfreien“ Garten und selbst „Schneckenkorn“, das laut Hersteller als „ungiftig für Haustiere“ gekennzeichnet wurde, ist laut Tierärzten in vielen Fällen noch immer eine große Gefahr für das eigene Tier.

Haustiere und ein schöner Garten lassen sich aber auch ohne die „chemische Keule“ vereinen, denn gerade gegen Nacktschnecken gibt es viele natürliche Mittel die Ihren Liebling nicht gleich in Lebensgefahr bringen, denn so haben Mensch, Hund und Katze auch weiterhin viel Spaß im gemeinsamen Garten.

Über den Autor

Sascha Schoppengerd gehört zu den zwei Gründern von GiftköderRadar und er kümmert sich bei uns um das Marketing und die Weiterentwicklung der Apps. Bei Fragen erreicht Ihr Sascha auf Twitter, Facebook, Xing und Google+.

2 Reaktionen

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Schön, dass es endlich mal jemand publik macht!

Ich bin auch der Meinung, dass der Aufdruck „für Haustiere unbedenklich“ oder „ungiftig“ verboten gehört!
Das ist schon grob fahrlässig, denn jeder Hundehalter, der von diesen Mittelchen keine Ahnung hat, wird besten Gewissens dazu greifen und unwissend seinen Hund in Gefahr bringen.
Selbst wenn der Hund nicht aktiv das Gift aufnimmt, so läuft er doch dadurch und kommt spätestens bei der Pfotenpflege damit in Kontakt.

[…] “verdächtige blaue Körner” gesehen haben. Teilweise ähneln diese Funde auch Schneckenkorn oder Rattengift-Granulaten und deshalb vermuten viele auch, dass hier ein Hundehasser am Werk […]

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